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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Wedemeyer, A.: Die Azimutgleichen und das Pothenotsche Problem .auf der Kugel, 499 
mich auf einen Hinweis auf Tafel 38. Tafel 38 umfaßt das gleiche Gebiet wie 
die Karte gleicher Mißweisung, herausgegeben vom. Reichs-Marine-Amt. Wie er- 
sichtlich, haben die Azimutgleichen große Ähnlichkeit mit den Isogonen, Wenn 
die magnetischen Meridiane Hauptkreise wären, müßten die Isogonen dieselbe 
Gestalt haben wie die, Azimutgleichen. ; 
Ich schließe damit die Untersuchung über die Gestalt. der Azimutgleiche 
ab und wende mich zum zweiten Punkt meiner Aufgabe, der uns Aufschluß geben 
soll über die beste Anstellung und Verwendung von Azimutbeobachtungen.‘) 
5. Abstand der Azimutgleichen voneinander. 
A. Auf Hauptkreisen. Alle Azimutgleichen gehen durch die Pole, den 
Gestirnsort und dessen Gegenpunkt; daraus folgt, daß der Abstand im Gestirns- 
meridian gleich Null ist. Nach (2c) findet man für die Schnitte der Kurven A, 
und A, mit dem Äquator (und mit dem Erleuchtungskreise) 
cos’ og, = tang A, tang 6 
cos 9, == tang A, tang 6, A 
.44G > Ka in (Ay-—. 
mithin 2 sin 4 (02 + eı)sin } (02 — 01) = tang 6 St ; 
folglich für zwei unendlich nahe Schnitte . 
Är== sin ösec A-;AA . ; 
VY cos (A + 6) cos (A — 6) . 
In gleicher Weise findet man den Abstand zweier Schnittpunkte auf dem 
Sechsuhrkreis (und dem parallaktischen Kreise Q = 90°) 
cos öcosec A. 4A . ;- 
|/ cos (A — 8) cos (180° — (A + 6)) 
Sei der Abstand zweier unendlich naher Schnittpunkte auf einem beliebigen 
Meridian 3, so findet man durch Differentiation von (1) nach @ und A 
dw — coth 3A . 
? — sinA ) 
Daraus folgt, daß in der Nähe des Erleuchtungskreises die Abstände auf 
einem Meridian sehr groß werden und daß sie mit zunehmender Höhe des Gestirns 
abnehmen, Das lehrt auch Tafel 37. Ebenso findet man 
__ cotg 
dh = nA da. 
B. Auf Nebenkreisen. Für einen gegebenen Breitenparallel findet man 
den Abstand zweier Azimutgleichen aus der Formel: 
cos p dt = coshsec d sec qdt. 
Von besonderem Interesse.ist der größte Abstand zweier Azimutgleichen 
auf einem Breitenparallel, da der Ort des größten Abstandes die günstigste Be- 
dingung zur Beobachtung des Azimuts, das man etwa zur Kompaßkontrolle ver- 
wenden will, liefert. Wenn die Azimutgleichen eng aneinander liegen, wird ein 
kleiner Zeitfehler größeren Einfluß auf das zu berechnende Vergleichsazimut 
haben. Je weiter die Azimutgleichen voneinander liegen, desto längere Zeit kann 
man auf eine Beobachtung verwenden, Umgekehrt wird an dieser Stelle ein 
Fehler in der Beobachtungszeit auf die aus der Zeit und dem Azimut zu be- 
rechnende Länge den größten Einfluß ausüben. Die Bedingung dafür, daß die 
2 
Azimutänderung nach der Zeit ein Minimum wird, ist > — 0, oder, da es für 
den Beobachter nur auf den absoluten Wert des Minimums ankommt, 
3 A\* 
(54) 
at . dA A 
An =0) di za A 
A8 — 
1) Hier mag noch darauf hingewiesen werden, daß, wie Dr. Maurer in dieser Zeitschrift 1905, 
3. 323. gezeigt hat, die Azimutgleichen in dem Azimutdiagramm des Kapitän Weir gerade Linien sind.
	        
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