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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Wedemeyer, A.: Die Azimutgleichen und das Pothenotsche Problem auf der Kugel. 4923 
des Koordinatensystems, dann ist der Meridian des Gestirns die Kardinale, Die 
Lage eines beliebigen Punktes Z auf der Kugel wird durch die Winkel 5, %, 
welche die Hauptkreise Z E und Z P mit den Koordinatenachsen einschließen, 
bestimmt sein. Diese Winkel werden 
durch die Bogen Oz = &iund Oz'= % 
gemessen. En’ sind die Abstände des 
Punktes Z von den Achsen, Sie hängen 
mit den & %“” zusammen durch die 
Gleichungen: 
_- — y 
tang % tang n cos $ ir 
tang &’ = tang&cosn =— —L, 
85 g 5c08 4 Vi 
F 
Den Abstand o des Punktes Z vom Ko- 
ordinatenursprung erhält man aus: 
tang? o == tang?£ + tang®?m, 
oder wenn r für tang o geschrieben wird, 
RR = x AL y?, 
Schließt der Kugelstrahl O Z mit 
der X-Achse den Winkel & ein, so ist 
die Gleichung der (Kugel) Geraden OZ 
y = xtang#. 
Wie bekannt, sind in der gnomonischen Projektion die Bilder aller Hauptkreise 
gerade Linien, da ihre Ebenen durch den Augpunkt gehen. Die Gleichung 
ZA = 1 wird daher die Gleichung eines beliebigen Hauptkreises (Geraden) 
sein. Die Mittelpunktsgleichung eines 
Kreises wird x%A+y=r 
. . xy 
einer Ellipse + = 1 
iner Hyperbel al 
einer Hyperbe ==). 
Ist O der Mittelpunkt eines sphärischen Kegelschnitts, so werden die 
Gleichungen desselben unter dieser Form auftreten, Durch Koordinatentrans- 
formation kann man jede quadratische Gleichung zwischen x und y auf eine der 
obigen Formen bringen. Die gnomonische Projektion ist daher zur Ermittlung 
der Art einer sphärischen Kurve, wenn ihre Gleichung den 2. Grad nicht über- 
schreitet, sehr geeignet. Bemerkt werden möge noch, daß Ellipse und Hyperbel 
nicht wesentlich voneinander verschiedene Kurven sind, sondern nur Namen für 
dieselbe Kurve. Um daher den Ausdruck zu präzisieren, muß man noch hinzu- 
fügen, für welchen Mittelpunkt die Kurve eine Ellipse oder eine Hyperbel ist, 
Um die Gleichung der Azimutgleiche in diesen Koordinaten auszudrücken, kann 
man verschiedene Wege einschlagen, Da sich die Koordinatentransformation, so- 
lange man nicht den Ursprung verschiebt, ebenso leicht und nach denselben 
Formeln bewerkstelligen läßt, als ob man ein ebenes Koordinatensystem zugrunde 
gelegt hätte, so behalte ich vorläufig den AÄquator als X-Achse bei und werde 
erst später das Koordinatensystem in die Symmetrieachsen verlegen. 
_ .. Wie ersichtlich, bestehen zwischen den üblichen Polarkoordinaten @,t und 
den &,%” einfache Beziehungen. Es ist & = 90° — t, mithin 
z 1 x? 
sott = tangZ£ = x, sin? t = TI, ct = 71’ 
Ferner ist gg = m, mithin 
y 1-+x? . y: 
ng SL, os ia
	        
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