accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Petersen, J.: Unperiodische Temperaturschwankungen im Golfstrom usw. 417 
entspricht. Hieraus ergibt sich, daß um 12 Sm NS-lich voneinander entfernte 
Orte schon eine Temperaturdifferenz von 0.1° aufweisen, Um nun eine Wasser- 
menge um 12 Sm nach Norden oder Süden zu versetzen, ist nur. ein mäßiger 
Wind in dieser Richtung nötig. Westlich von 30° W-Lg. laufen die Isothermen 
enger zusammen, d. h. die Temperaturdifferenz für gleiche Breitenunterschiede 
wird immer größer, Bei Neufundland, auf dem 50, Längengrad (Station 9) sind 
15° Temperaturdifferenz zwischen dem 40, und 50. Breitengrad. Es entspricht 
hier also eine NS-liche Entfernung von nur 4 Sm einer Temperaturdifferenz 
von 0.1°. (Hierdurch erhält die im ersten Teil dieser Untersuchung gefundene 
Tatsache des Wachsens der mittleren Größe der’ Temperaturabweichung mit der 
geographischen Länge von Osten nach Westen hin eine nachträgliche Erklärung.) 
Durch lange andauernde Abweichungen von der normalen Windrichtung sind 
demnach sogar Temperaturabweichungen von mehreren Graden aus der Wind- 
wirkung erklärlich. 
Die Azimutgleichen und das Pothenotsche Problem auf der Kugel. 
Von A, Wedemeyer. 
(Hierzu Tafeln 37 und 38.) 
Die Azimutgleiche verbindet auf der Erdoberfläche alle Örter, die ein 
Gestirn zu derselben Zeit in gleichem Azimut peilen. Sie ist demnach der geo- 
metrische Ort für die Spitzen aller sphärischen Dreiecke mit konstanter Basis 
und konstantem Winkel an der Spitze. Diese Kurve, die noch nicht Gegenstand 
einer Untersuchung gewesen zu sein scheint, ist wesentlich verschieden von der Loxo- 
drome, die alle Meridiane unter konstantem Winkel schneidet. Sie darf daher 
nicht mit der Loxodrome (oder gar mit einem Vertikalkreise, wie es in jüngster 
Zeit geschehen ist) verwechselt werden, worauf man bei Ausarbeitung von 
Näherungsmethoden zur Ortsbestimmung aus Azimut und Höhe eines Gestirns 
gehörig Rücksicht nehmen muß. Der Vorschlag, Azimutmessungen zur Längen- 
bestimmung zu verwenden, stammt aus dem Anfang des 18, Jahrhunderts, als 
man noch nicht im Besitze brauchbarer Chronometer war. Neuerdings ist er 
von verschiedenen Autoren, die Mittel zur Ortsbestimmung im Luftballon er- 
sannen, wieder in Erinnerung gebracht. Aus Sonnen-Azimutmessungen be- 
stimmte man angenähert die magnetische Mißweisung und dann in der Iso- 
gonenkarte den Beobachtungsort. Herr Dr, E. Kohlschütter gab 19031) eine 
graphische Methode zur Ortsbestimmung aus Azimut und Höhe eines Gestirns an. 
Herr Dr. Marcuse?) suchte die Aufgabe durch eine Näherungsrechnung unter 
Benutzung der genähert bekannten Koordinaten des Beobachtungsortes aufzu- 
lösen. Im wesentlichen besteht die Näherungsrechnung darin, daß aus einer Anzahl 
notwendiger Bestimmungsgleichungen eine als unwesentlich ausgeschieden wird. 
Herr Hauptmann a. D. Hildebrandt®) hat die Methoden des Herrn Dr. Marcuse 
äußerst günstig beurteilt und ist für ihre Verwendung in der Kaiserlichen Marine 
eingetreten. »Schon bei einiger Schulung« soll »es möglich sein, in etwa 6 bis 
8 Minuten mit vollkommen genügender Genauigkeit den jeweiligen Ort des Ballons 
festzustellen.« Was der Leser unter »vollkommen genügender Genauigkeit« zu 
verstehen hat, wird nicht näher erläutert. Statt der Näherungrechnung, wozu 
Merkatorfunktionen verwandt werden, hätte Herr Dr. Marcuse auch Standlinien 
anwenden können. Standlinien werden aber von ihm verworfen, da er zu viel 
davon verlangt. Auf Seite 25 gibt er den Grund an: »außerdem ist nicht einmal 
darauf Verlaß; daß die einzelne Standlinie für längere Zeit der Flugbahn des 
Ballons entspricht, wenn der Ballon etwa die Höhenlage wechselt oder der Wind 
sogar in derselben Höhenschicht sich dreht.« Die Seefahrer wenden vielfach 
Standlinien an und mit gutem Erfolg, sie stellen aber an die Standlinienmethoden 
nicht die Anforderung, daß sie außer der Standlinie auch noch den gesteuerten 
Kurs angeben sollen! 
} 
) 
2} 
Meßkarte zur Auflösung sphärischer Dreiecke usw. 
Astronomische Ortsbestimmung im Ballon, Berlin 1909, 
Berliner Lokalanzeiger Nr. 34 vom 20. Januar 1909.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.