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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1910.
temperaturen angesehen. Auch diese zeigt eine Ähnlichkeit mit der Luftdruck-
verteilung der Monate April bis Mai in den Jahren 1893 und 1896. In den drei
warmen Jahren sehen wir nun den Kern der isländischen Depression bei Kap
Farewell (April—Mai 1893 und 1896, Jan.—März 1898, Taf. 36). Über dem öst-
lichen Nordatlantischen Ozean verlaufen die Isobaren nach Nordosten und ein
starker Gradient besteht zwischen Irland und Kap Farewell, starke S- bis SW-
Winde im Osten des Nordatlantischen Ozeans hervorrufend. Das barometrische
Gefälle in der NW-Richtung und der Verlauf der Isobaren nach Nordosten ist
das Hauptmerkmal in der Luftdruckverteilung dieser warmen Perioden. Die
entsprechenden Temperaturabweichungen vom Juni, Juli und August sind folgende:
‘tationen
12 a 0) 90H 16 5 4 13 2 1
1893. ..... —28 19 , 03 1—09 —0.7 !1—0.1 402 07 407 1110 IIA 416
1896. ..... 413 4104; 409 415 A153 410 412 405 405 407 407 207
1898, 0... 108, 403 ELLI AL9 13 AL6 (422 116 1415 +13 408 204
Jahr
Eine ganz andere Anordnung in der Luftdruckverteilung, aber kein
charakteristischer Unterschied in der Stärke des barometrischen Gefälles zwischen
dem Islandminimum und dem Azorenmaximum (!) zeigt sich in den Monaten
April bis Mai der Jahre 1889, 1897, 1901 und 1908, in denen die Ostseite des
Nordatlantischen Ozeans von einer negativen Temperaturanomalie beherrscht
wird. Der Kern des Minimums hat sich weit nach Osten hin zurückgezogen
(nach 25° bis 30° W-Lg. Kap Farewell liegt dagegen auf 45° W-Lg.). In der
östlichen Hälfte unseres Bereiches verlaufen die Isobaren nach Osten und Süd-
osten (Fig, 12, 13, 14 und 15), also W- bis NW-Winde bedingend. Die Haupt-
richtung des barometrischen Gefälles ist SSW. nach NNO, und zwischen
Irland und Kap Farewell besteht nur ein geringer Luftdruck-Unterschied. Die
Temperaturabweichungen im Juni, Juli und August dieser Jahre sind folgende:
Stationen
Jahr
1889...
ST.
1901.00.
1903...
12 : 11 110 9 61] 5 413 2 1
05 403 412 07 2 203 —03 1206 09 10 06
422 04 —06 —03 - 3 08 —01 —03 06 —05 —03 —02
03 ++L6 410 40.1 01 +04 40 —03 —0.4 —03 —02 —03
2921 13 —24 1921.17 12 13 1014 |—08 —L1 —109
Die zwei grundverschiedenen Richtungen des barometrischen Gefälles und
des Verlaufs der Isobaren, die von der veränderlichen gegenseitigen Lage des
Islandminimums und des Azorenmaximums herrühren, sind somit von entschei-
dender Bedeutung für die wechselnden Temperaturverhältnisse im Nordatlantischen
Ozean. Die beiden genannten atmosphärischen Aktionszentren, die nach J. Hanns
Untersuchungen (a. a. O.) im Kompensationsverhältnisse zueinander stehen,
scheinen auch bezüglieh ihrer Lage voneinander abhängig zu sein. So findet
man das Maximum weit nach Nordosten verschoben, wenn das Minimum sich
westlich der normalen Lage befindet (April—Mai 1896, Taf, 36); liegt anderseits
das Minimum zu östlich, so findet man das Minimum in der Regel etwas zu west-
lich (April-—Mai 1897, Taf. 36). Die Resultate dieser letzten Untersuchung sind
kurz zusammengefaßt folgende:
Die unperiodischen Veränderungen der Lage der isländischen De-
pression verursachen dementsprechende Windrichtungsveränderungen,
die nach ein bis zwei Monaten sich durch Erhöhung oder Erniedrigung
der Meerestemperaturen bemerkbar machen. So ruft im besonderen eine
sehr westliche Lage der Depression vermittels der Winde zu hohe Tem-
) Nach Prof, Schott: »Die Wärmeverhältnisse des Meerwassers im Jahre 1903.« (>Ann,
A. Hydr. usw.« 1904. Taf, 17.)