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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1910.
Fig. 4,
Dauer der Erhaltung des Vorzeichens der Temperaturabweichung in Monaten,
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Okt. Nov. Dez. Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept, Okt, Nov, Dez. Jan. Febr, Mürz
Durch ungewöhnlich große Ausnahmeerscheinungen, die derartig bei den
Temperaturschwankungen nicht auftreten, kann man jedoch bei dieser Mittel-
berechnung zu irreführenden Resultaten gelangen. Ein einziger Wert z. B. von
der Größe 15 bis 20 unter 19 anderen von der Größe 3 bis 6 — was wiederholt
beobachtet ist — verändert das Resultat um eine ganze Einheit. Ein Verfahren,
das unter diesem Fehler nicht leidet, ist die Darstellung der Prozentwerte der
Erhaltungsdauer des Vorzeichens (Fig. 4), (von Herrn Prof. Großmann-Hamburg
zuerst angewandt.!) In dieser Art der Darstellung wird für unsern Fall be-
sonders der Monat November ein anderes Aussehen erhalten, Das Maximum in
der vorherigen Darstellung ist durch die wenigen Fälle (20°) entstanden, in
denen sich das Vorzeichen über sechs Monate erhält. Die Art der Darstellung
sei kurz erläutert. Zunächst ist für jeden Monat ausgezählt, in wieviel Prozenten
aller Fälle sich das Vorzeichen bis zum nächsten, zweiten, dritten usw. folgenden
Monat erhält. Dann sind diese Prozentwerte als Ordinaten in ein Koordinaten-
system eingetragen, dessen Abszissenachse die Folge der Monate erhält, Nachdem
auf jeder Ordinate die Punkte mit 80° ,, 70°, usw. Erhaltung — teilweise durch
graphische Interpolation — bestimmt sind, sind die Punkte mit gleichen Er-
haltungsprozenten durch Kurvenzüge miteinander verbunden. Das so entstandene
Diagramm zeigt alle Tatsachen in gewünschter Schärfe. Zunächst konstatieren
wir ein Maximum der Erhaltung im April und Mai. Sehr deutlich tritt vom
April ab das Bestreben des Vorzeichens hervor, sich bis zum August und Sep-
tember zu erhalten. Vom April ab bleibt es in 65°, bis zum Anfang August
bestehen. Im Juni und Juli erhält sich das Vorzeichen in 90°, mindestens einen
Monat lang. Also nur einmal in zehn Jahren tritt der Fall ein, daß im Juli das
Vorzeichen der Temperaturabweichung ein anderes ist als im vorhergehenden
Juni. Im August drängen sich die Kurven gleicher Erhaltungsprozente stark
nach unten hin zusammen, d,. h, die Erhaltungstendenz ist hier am geringsten,
Nur in 50%, der Fälle bleibt das Vorzeichen bis zum Ende des September er-
halten. Diese Tatsache, daß im August und September ein Bruch in der
Kontinuität des Vorzeichens stattfindet, der aus den Tabellen der Temperatur-
abweichungen nicht ohne weiteres zu erkennen ist, kommt in dieser Art der
Darstellung in ausgezeichneter Weise zum Vorschein. Es ergibt sich demnach,
daß der Wechsel im Vorzeichen der Temperaturabweichungen im Ost-
atlantischen Ozean in der allergrößten Zahl der Fälle im August und
September eintritt. Ein solcher Bruch in der Kontinuität des Vorzeichens im
Monat September ist bereits von Pettersson, Meinardus und Großmann
nachgewiesen, Prof. Großmann (a. a. O.) fand aus den Beobachtungen der
norwegischen Küstenstationen einen zweiten, weniger hervortretenden Bruch im
Mai und Juni. Im Ozean selbst. tritt innerhalb unseres Bereiches kein Anzeichen
; 1) Prof. Großmann, »Die Beziehung zwischen den Temperaturen des Nordatlantischen Ozeans
und von Nordwest- und Mitteleuropa«. »Ann. d. Hyvdr, usıw.« 1908. S. 333.