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Annalen der Hydrographie und Mariiimen Meteorologie, August 1910.
trift. Im allgemeinen wird somit die Bewegung der Wassermassen des Nord-
atlantischen Ozeans bedingt durch die vorherrschende Luftdruckverteilung.
Durch die Arbeiten von Teisserene de Bort, Hildebrandson und
J. Hann: »Die Anomalien der Witterung auf Island in dem Zeitraum 1851 bis 1900
usw.«1!) ist bewiesen, daß die im großen und ganzen geregelte jahreszeitliche Ver-
änderung der Luftdruckverteilung gewissen unperiodischen Schwankungen unter-
worfen ist, welche längere Zeit hindurch erhalten bleiben.
Bei dem vorher erwähnten innigen Zusammenhang zwischen der Luft-
druckverteilung und dem hydrographischen Zustand des Ozeans läßt sich ver-
muten, daß auch in der Temperatur sowie dem Salz- und Planktongehalt des
Wassers solche unperiodischen Schwankungen vorhanden sind. Für das Wasser
der Nordsee ist dieses bereits bewiesen durch O. Pettersson in der grund-
legenden Abhandlung: Ȇber die Beziehungen zwischen meteorologischen und
hydrographischen Phänomenen« (»Meteorol. Zeitschrift« 1896). Pettersson spricht
unter anderem in dieser Abhandlung die vorher nur dunkel in der Literatur an-
gedeutete Tatsache aus, daß eine barometrische Depression über dem Ozean an
relativ warmes Wasser gebunden ist. Diese Wechselbeziehung zwischen meteoro-
logischen und hydrographischen Elementen — die Einwirkung der Luftdruck-
verteilung auf den hydrographischen Zustand des Ozeans und die Einwirkung
der Wasserwärme auf die Luftdruckverteilung — veranlaßt eine Zweiteilung der
Frage nach dem Zusammenhang zwischen den Schwankungen beider, Für die
vorliegende Arbeit ist von den hydrographischen Elementen nur das wichtigste
und an Anzahl der Beobachtungen reichste, die Wassertemperatur, benutzt. Das
Ziel dieser Arbeit besteht demnach in der Beantwortung folyvender Fragen:
1. Ist die Temperatur des Nordatlantischen Ozeans in ihrem jährlichen Verlauf
als annähernd konstant zu betrachten, oder finden von Jahr zu Jahr ein-
greifende Veränderungen der Temperatur statt, und welcher Art sind diese?
Besteht ein Zusammenhang zwischen den Änderungen der Luftdruckverteilung
und den Schwankungen der Wassertemperatur ?
a) Rufen die Änderungen der Luftdruckverteilung durch die Wirkung auf
die Luftströmungen Schwankungen der Wassertemperatur hervor?
b) Üben die Abweichungen vom normalen Zustand der Wassertemperatur
einen merklichen Einfluß auf die Luftdruckverteilung aus?
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Der Wege zur Beantwortung der Fragen gab es nicht viele. Zunächst galt
es, im Atlantischen Ozean eine Reihe von charakteristischen Punkten aufzufinden,
die für eine Anzahl von Jahren genügend reiches Beobachtungsmaterial boten.
In dieser Hinsicht ist schon von verschiedenen Seiten auf die vereinbarten
Dampferwege vom Englischen Kanal nach New York hingewiesen.”) Auf diesen
für die eisfreie Zeit (August bis Januar) und die eisreiche Zeit (Januar bis
August) getrennt liegenden Wegen sind je 12 Stationen in Form von Eingrad-
feldern gewählt. Es war unmöglich, die Untersuchung auf nur einen dieser
Dampferwege zu beschränken, da eine auch nur annähernd ausreichende Anzahl
von Beobachtungen für den Verlauf eines ganzen Jahres auf einem Wege nicht
zu erhalten war. Während der eisfreien Zeit wird der südliche Weg so gut wie
gar nicht besucht, und nur in seltenen Fällen kreuzt ein Segler eine dieser
Stationen. Die Beobachtungen in den Monaten Januar bis August gelten dem-
nach für die a-Stationen des südlichen Dampferweges, diejenigen im August bis
Dezember für die b-Stationen auf dem nördlichen Wege, Die Lage der Beob-
achtungsstationen ist folgende:
1) J. Hann: »Die Anomalien der Witterung auf Island in dem Zeitraum 1851 bis 1900 usw...
(Sitzungsbericht der mathem. naturwiss. Klasse der Wiener Akademie 1904.)
2) Unter anderem Schott auf dem 9. Internat, Geogr. Kongreß zu Genf: »Die Bedeutung
einer internationalen Erforschung des Atlantischen Ozeans in physikalischer und biologischer Hinsicht. «
»Ann. d. Hydr. usw.« 1908. S. 406.