Temperatur- und Salzgehaltsbestimmungen aus den Oberflächen- und Tiefenschichten usw, 397
Nachprüfung des von Schott hier angenommenen Salzgehaltmaximums von über
36%.) nicht möglich war.!) Wahrscheinlich überschreitet aber hier im südwest-
lichen Gebiet des Stillen Ozeans der Salzgehalt nie oder nur selten 36°/,,, worauf
die Beobachtung am 28. Juni 1909 mit nur 35.28 °/;, sowie frühere Beobachtungen
des »Planet« vom 19. Juni 1908?) mit 35.75%.9 hinweisen. Östlich der Neu-
Hebriden-Gruppe lagen bislang überhaupt keine Beobachtungen des Oberflächen-
Salzgehaltes vor. Die jetzt vom »Planet« hier gesammelten Proben ergaben
einen auffallend. niedrigen Salzgehalt, indem fast durchweg Werte von
34.5 bis 85.0%o festgestellt wurden. Diese niedrigen Werte sind nicht nur auf
die Nähe der Küste beschränkt, sondern auch bei den über 100 Sm von Land
entfernten Punkten werden im Maximum nur 35,1%, gemessen. Die von Schott
vor acht Jahren entworfene Karte für die Oberflächenverteilung des Salzgehaltes
wird hier im südwestlichen Stillen Ozean noch manche Verbesserungen erfahren,
wenn erst ein besseres Beobachtungsmaterial, welches die Seewarte‘ anstrebt,
vorliegt; auch werden gegebenenfalls jahreszeitliche Schwankungen des Salz-
gehaltes zu berücksichtigen sein.
Die- Beobachtungen zwischen den Neu-Hebriden und Neu-Pommern (1. bis
19. VIL) ergeben einen Salzgehalt von 34.9 bis 35,0°% g und stimmen mit früheren
Beobachtungen gut überein. Sehr niedrige Werte wurden von »Planet« im
August 1909 in 4 bis 8° N-Br. zwischen 134 und 143° O-Lg. angetroffen, der Salz-
gehalt schwankte zwischen 38.9 und 34.3°% . Dieses steht in guter Uberein-
stimmung zu den im Januar 1907 an Bord S. M. S. »Planet« gemachten Messungen, 3)
so daß anzunehmen ist, daß sich eine Zone niedrigen Salzgehaltes von 34°/,, im Durch-
schnitt quer über den ganzen Ozean von der amerikanischen Westküste bis zu den
Philippinen zu allen Jahreszeiten ausdehnt. Der geringe Salzgehalt dieser Zone,
deren Achse im Westen in etwa 6° N-Br. liegt, dürfte veranlaßt sein durch reich-
liche Niederschläge verbunden mit der Zone vorwiegender Kalmen, wie klar aus
den von Westermann entworfenen Karten der Regenhäufigkeit und der Wind-
gebiete des tropischen Stillen Ozeans hervorgeht.*‘)
Von den fünf letzten Beobachtungen weist die Beobachtung vom 31. VHIIL
einen außerordentlich hohen Salzgehalt ‚auf im Vergleich zu früheren Beob-
achtungen, so daß sie fraglich erscheint; der niedrige Salzgehalt bei Unea kann
durch Küstenwasser verursacht sein. Br.
Unperiodische Temperaturschwankungen im Golfstrom und deren Be-
ziehung zu der Luftdruckverteilung.
Von Johannes Petersen,
(Hierzu Tafeln 35 und 36.}
Die beiden großen atmosphärischen Aktionszentren des Nordatlantischen
Ozeans, das Azoren-Maximum und das Island-Minimum, werden zusammen ‚mit
dem den Äquator umgebenden Depressionsgürtel als die Ursache des nordatlan-
tischen Windsystems und der damit korrespondierenden Wasserzirkulation an-
gesehen. Die durch den regelmäßigen Nordostpassat in Bewegung gebrachten
Wassermassen werden von der südwestlichen in westliche bis nördliche Richtungen
weitergetrieben durch die antizyklonalen Winde des Azoren-Maximums, Bei der
Neufundlandbank beginnt dann die Wirkung der isländischen Zyklone, die durch
konstante Westwinde einen starken Oststrom erzeugt, die sogenannte Golfstrom-
Petermanns Mitteilungen 1902, Tafel 19.
Vgl. »Ann. d, Hydr. usw.« 1909, S. 492,
Vgl. Forschungsreise S. M.S. »Planet« 1906/07, Bd. III: Ozeanographie, S. 121.
Westermann: Der meteorologische Äquator im Stillen Ozean, Aus dem Archiv der
Seewarte. 1906. Heft 1
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Deutschen