Neuere Veröffentlichungen.
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Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Budde, August, Kapitän, Lehrer an der Navigationsschule zu Hamburg: Die See-
straßenordnung, das Schiffstagebuch und andere wichtige Abhandlungen
aus der Seemannschaft. 2. Auflage. 8° 149 Seiten und 1 Tafel. Hamburg
1910. Eckardt & Messtorff.
Das für die Praxis und zum Gebrauch an Navigationsschulen bestimmte Buch umfaßt ab-
schnittsweise geordnet eine Zusammenstellung von gesetzlichen Vorschriften und Verordnungen für die
Seeschiffahrt sowie Anweisungen und Ergebnisse aus Erfahrungen. Zum Schluß sind die wichtigsten
Seeschiffahrts-Behörden und Institute sowie die Schiffsklassifikations-Gesellschaften aufgeführt. .
Der erste Abschnitt enthält die Seestraßenordnung, die Lotsensignalordnung, die Verordnung
über das Verhalten der Schiffer nach einem Zusammenstoße von Schiffen auf See, die Verordnung
betreffend das Ruderkommando, die Mindestsichtweiten der Laternen und einen Auszug aus dem
internationalen Vertrage zum Schutze der unterseeischen Telegraphenkabel. Als Anhang folgen Auf-
gaben zur Seestraßenordnung, Den einzelnen Artikeln der Seestraßenordnung sind wichtige Kommen-
fare aus der Rechtsprechung beigegeben, die besonders für Schiffsführer von großem Werte sind, aber
auch sonst zur Auslegung der Seestraßenordnung belehrend wirken... Die 115 Aufgaben zur See-
straßenordnung beziehen sich alle auf praktische Vorkommnisse in bezug auf die Seestraßenordnung
selbst wie auch auf die Nebenverordnungen. Zur Schulung für die Praxis erscheinen sie gut gewählt.
Im folgenden Abschnitt wird die Behandlung und Führung des Schiffstagebuches eingehend
besprochen, Zunächst wird der Zweck des Tagebuches im einzelnen behandelt, dann die auf das
Tagebuch Bezug habenden Gesetze und Verordnungen. Letztere sind auszugsweise, oder sofern sie sich
nur auf das Tagebuch beziehen, ganz wiedergegeben. Es kommen dabei in Betracht das Handels-
zesetzbuch, die Verordnung über die Führung und Behandlung des Schiffstagebuches, die Seemanns-
ordnung, das Gesetz über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung, das
See - Unfallversicherungsgesetz, die Unfallverhütungsvorschriften der See - Berufsgenossenschaft, die
Strandungsordnung, die Vorschriften des Bundesrats über Auswandererschiffe und die Bekanntmachung
betreffend Krankenfürsorge auf Kauffahrteischiffen. Es folgen dann Unterabschnitte über ‘die Ein-
tragungen in das Tagebuch während des gewöhnlichen Verlaufs einer Reise und über Eintragungen
bei außergewöhnlichen Vorfällen. Den Schluß dieses Abschnittes bilden Skalen für die gebräuchliche
Bezeichnung von Wind, Wetter und Seegang. Auch in diesem Abschnitte sind Kommentare und wert-
volle Winke für die Führung des Schiffstagebuches beigefügt.
Der weiter folgende Abschnitt behandelt das internationale Signalsystem, Nach einer Ein-
leitung nebst der Tafel mit den Signalflaggen des internationalen Systems wird die Einrichtung des
Signalbuches kurz dargestellt und dann näher auf Einzelheiten aus demselben eingegangen, Es folgen
darauf Unterabschnitte über die alphabetischen (Buchstabier-) und Zahlensignale, über das Signalisieren,
über die Zusammenstellung der Signale des internationalen Signalbuchs, über die Morsesignalzeichen,
über das vom Reichs-Marine-Amt herausgegebene Signalverkehrsbuch, sowie über das Signalisieren mit
Morsezeichen nach dem Signalverkehrsbuch. Diesen Angaben folgen Aufgaben aus dem Signalbuch
und Übungen für Morsezeichen. Den Schluß dieses Abschnittes bilden die Sturmwarnungssignale, wie
sie bisher einerseits in Deutschland, Dänemark und Holland, ferner in Großbritannien, Frankreich,
Belgien und Rußland üblich sind.
Der dann folgende Abschnitt behandelt die Rettungsmaßregeln bei der Schiffahrt. In einzelnen
Unterabschnitten werden näher beschrieben die Handhabung des Raketenapparates, die Verwendung
von Öl zum Glätten der See, die Handhabung offener Boote in schwerer See, und eine Anweisung
zur Rettung Ertrinkender durch Schwimmen. In diesen Abhandlungen sind sehr beachtenswert alle
auf große Erfahrung beruhenden Angaben, insbesondere die praktischen Winke für Bootsführer und
Bootsbesatzungen,
Es folgt darauf ein Abschnitt über das Lot und dessen Gebrauch. Nachdem zunächst der
Wert der Lotungen, insbesondere der von Reihenlotungen, für die Sicherheit in der Navigierung klar-
gelegt ist, werden die nach den Unfallverhütungsvorschriften der See-Berufsgenossenschaft an Bord zu
führenden Lote beschrieben, darauf die gebräuchliche Einrichtung der Lotleinen, und dann das Loten
selbst. Auch diese Ausführungen sind sorgfältig gemacht, dennoch ist hier eine Lücke geblieben,
Es fehlen Angaben über Patentlote und moderne Lotmaschinen, wie sie in neuerer Zeit auf größeren
Dampfern meistens gebraucht werden.
Der nun folgende Abschnitt behandelt die Dampffahrkunde. In diesem werden zunächst Er-
klärungen über technische Ausdrücke, die besonders bei Schraubendampfern gebräuchlich sind, gegeben,
wie Fahrstrom, Sog, Schraubenstrom, Ergänzungsstrom, Slip der Schraube, Seitenschub u. a. m. Dann
folgen Angaben über die Wirkungen des Ruders und der Schraube auf die Steuerung und Bewegung
des Schiffes unter allen möglichen Umständen sowohl für Ein- wie für Doppelschraubenschiffe, Da-
rauf folgen Angaben über den Einfluß des Windes, des Seeganges, der Stauung, der Krängung und
des Stromes auf die Steuer- und Manövrierfähigkeit der Schiffe. Es folgt dann ein Unterabschnitt,
der sonstige wissenswerte Eigenschaften über die Manövrierfähigkeit von Dampfschiffen behandelt.
Von diesen sind zu nennen die Schnelligkeit der Ausführung von Mäschinen-Manövern, das Fahrt-
moment und die Größe des Drehkreises der Schiffe. Zum Schlusse Kor eine gedrängte Übersicht
über den Einfluß enger oder flacher Gewässer auf die Geschwindigkeit und Steuerfähigkeit der Schiffe,
insbesondere auch über die Erscheinung des »Aus dem Ruderlaufens«. Der ganze vorstehend aufge-