Kleinere Mitteilungen.
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wurde bei dem herrschenden Ostwinde westlicher Strom auch direkt am Riffe
beobachtet, so. daß keine Gefahr vorlag, daß das Schiff auf das Riff treiben
konnte. Diese Strombeobachtungen stimmen auch mit den Angaben der auf den
Marshall-Inseln wohnenden Personen überein, die diesen Atoll besucht hatten,
Die Schuner der Jaluit- Gesellschaft und der Eingeborenen fahren einen‘ Anker
auf das Riff in der Nähe der Durchfahrt aus und liegen so in jeder Beziehung
sicher.
Die Durchfahrt ist bei Ebbe für Ruder- und Dampfboote mit eigener
Kraft unpassierbar, da die Geschwindigkeit des auslaufenden Stromes mehr als
6 Sm in der Stunde beträgt. Bei Hochwasser ist das Passieren der Durchfahrt
auch für Ruderboote unschwer und gefahrlos. Der Strom läuft dauernd aus der
Durchfahrt heraus, ausgenommen wahrscheinlich bei Springhochwasser, Die
Oberkante des das Atoll bildenden Riffes schneidet mit der Hochwasserlinie ab,
und es ist nur die 3 bis 5m breite Durchfahrt als Wasserausflußöffnung vor-
handen, Lage der Durchfahrt: Linke Kante der längsten Insel des Atolls peilt
OzN, die Richtung der Durchfahrt ist NO’'/,O. Diese Richtungslinie zeigt auf
die linke Kante der dritten Insel von Norden. ;
Am 13. November um 29 N dampfte das Schiff mit SO’'4S- Kurs nach
Bikar. Man sichtete diese Insel am 14, November 1b 55%in N in der Richtung
SS01/,„0 in etwa 12 Sm Abstand. Das Schiff dampfte bis zum Abend an der
Leeseite des Riffes entlang und nahm um 5% SSO!/,O-Kurs nach Mejit. Aus den
astronomischen Beobachtungen ergab sich, daß Bikar um 14 Sm nach der Rich-
tung NO02/,O0 falsch angegeben liegt. Der Kurs SO!/,O auf die südlichste Insel
führt auf die Einfahrt zu.
Mejit wurde am 15. November um 9b 50m V in 9 Sm Abstand gesichtet.
Nachdem die Lage des Riffes zu erkennen war, wurde an der Westseite desselben
entlang gesteuert. Kurz hinter der Südspitze bildet das Riff an der Südwest-
seite eine Bucht, in welcher gestoppt und mit dem Brandungsboot gelandet
wurde, Einige auf dem Riffe stehende Eingeborene gaben einen Platz an, an
dem das Boot auch bei Niedrigwasser gut mit dem Bug anlegen konnte, Ein
bestimmter Anhaltspunkt für die Stelle konnte nicht ausgemacht werden. Das
Landen ist bei Hochwasser mit flachgehenden Booten leicht ausführbar, da man
über das Riff hinweg fahren und direkt auf den Sandstrand laufen kann,
Um 12 N wurde der Kurs nach Jaluit aufgenommen und am 16. November
5h 20min N in der Lagune geankert.
Während der Fahrt waren bis zum 15. November 2h N zwei Kessel, und
von dieser Zeit bis zum Ende der Reise drei Kessel im Betrieb. Segel konnten
zeitweise geführt werden.
Die Strombeobachtungen im Gebiete der Marshall-Inseln in diesem Jahre
stimmen mit denen vom letzten Jahre überein. Der Oberflächenstrom läuft mit
dem einsetzenden Winde. Hört entweder der Wind auf, dann kann man auch
darauf rechnen, daß der Strom aufhört, oder ändert sich der Wind, so kentert
auch in kurzer Zeit der Strom. Diese Beobachtungen stimmen jedoch in der
Nähe der Atolle und in den Durchfahrten zwischen den Atollen nicht. Hier
herrschen unberechenbare, durch die Lage und Form der Atolle bedingte lokale
Strömungen.
4. Von Punta Arenas (Magellan-Straße) nach Corral. Bericht S. M.S.
»Bremen«, Komdt. F-Kapt. Goette, vom Februar 1910,
Am 13. Januar 1910, 12b 42"inN verließ S. M. S. »Bremen« die Reede von
Punta Arenas. Auf der Fahrt durch die Magellan-Straße und den Smith-Kanal wurde
in drei Buchten geankert, und zwar in der Borja-Bucht vom 13. Januar 8b 15”in N
bis zum 14, Januar 7% 30win V, in Puerto Bueno vom 14, Januar 9% 10" N bis
zum 17, Januar 8% 10%ian V, und in Eden Harbour vom 17. Januar 7h 23in N bis
zum 20. Januar 7% 30min V, Am 22, Januar 3% 50" N wurde im Hafen von
Corral geankert. ;
Gedampft wurde mit 10 bis 12 Sm, zeitweise mit 17 Sm Fahrt, um recht-
zeitig den vorgesehenen Ankerplatz zu erreichen.