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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen, 
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Meeresgrunde zu verhindern. Die FPhosphat-Gesellschaft beabsichtigt, 200 m 
nördlich von dieser noch eine zweite Festmachetonne auszulegen, um stets eine 
derselben für den Postdampfer bereit zu haben. 
Das Schiff lag hier in einem Abstande von 300 m vom Lande auf absolut 
ruhigem Wasser, Leichter von je 3 Tons Tragfähigkeit waren in genügender 
Anzahl vorhanden, so daß die Entlöschung des Schiffes glatt von statten ging. 
Während des SW-Monsuns, der Mitte Juli einsetzt, können keine Schiffe 
an der Westseite der Insel liegen, weil dann schwere See und Dünung vom SW 
laufen und die Entlöschung oder Beladung der Schiffe unmöglich machen, Zu 
dieser Zeit müssen die Schiffe nach der Nordostseite der Insel gehen, wo auch 
ein Verladeplatz eingerichtet wird, Es ist beabsichtigt, auch hier eine Fest- 
machetonne in 300 m Abstand vom Verladeplatz auf etwa 150 m Wassertiefe 
auszulegen. 
Sofern Schiffe keine Ladung zu löschen oder zu laden haben, können sie 
vor der Südspitze der Insel ankern, wo in etwa 300 m Entfernung vom Lande 
guter Ankergrund ‚vorhanden ist. Zur Zeit der Anwesenheit des »Prinz Sigis- 
mund« ankerten dort das Regierungsschiff »Delphin« und der Österreichische 
Frachtdampfer »Maria« von 5000 Tons Größe, letzterer wartend, um in Angaur 
Phosphat zu laden. 
Für die Dampfer der Japan— Austral—Linie bietet Angaur große Vorteile 
gegen Yap. Bei einigermaßen gutem Wetter können in Angaur in etwa 10 Stunden 
150 bis 200 Tons Ladung bewältigt werden, wogegen es in Yap häufig vorkam, 
daß schlechten Wetters wegen die für Yap bzw. für Angaur bestimmte Ladung 
nicht gelandet werden konnte. 
Angaur ist durch Funkspruchstelle mit Yap verbunden und hat außerdem 
Dampferverbindung damit durch den Dampfer »Langeoog«. 
29, Wind-, Wetter-, Strom- und Gezeitenverhältnisse im. Bismarck- 
Archipel. Nach Bericht S. M. S. »Planet«, Komdt. K-Kapt. v. Trotha, vom 
Dezember 1909.) 
Wind- und Wetterverhältnisse. An der Nordküste Neu-Guineas wurde 
schon am 18, September ausgeprägter NW-Monsun konstatiert. Bei den Witu- 
Inseln setzte der NW-Monsun am 22. Oktober ein, wurde dann aber noch häufig 
von SO-Wind unterbrochen, und wehte erst. mit ziemlicher Regelmäßigkeit im 
Dezember. Bei den Witu-Inseln wurde im Monat Oktober häufiger Wetterleuchten 
und Gewitter beobachtet. 
Strömungen. Anfang Dezember war zwischen dem Kap St. Georg und 
der Insel Buka nördliche Versetzung zu bemerken. In der Mitte des St. Georgs- 
Kanals setzte Mitte November und anfangs Dezember südlicher Strom in Stärke 
von fast 1 Sm in der Stunde. Im Gebiete der Witu-Inseln herrschte im Oktober 
noch ausgesprochener NW-Strom vor in Stärke von kaum !/ Sm. 
Gezeiten und Gezeitenströme. In der großen Bucht der Südostküste 
Neu-Pommerns wurde dicht unter der Küste in der Nähe der Brown-Insel Ge: 
zeitenstrom festgestellt, der durchweg längs der Küste lief, 
Die Gezeiten an der Ostküste von Bougainville richten sich nach dem 
Stande der Sonne und sind Halbtagstiden, die von dem ersten bzw. letzten Mond- 
viertel bis ungefähr vier Tage nach diesen Mondphasen von Eintagstiden unter- 
brochen werden. Sie werden wahrscheinlich in der Hauptsache erzeugt durch 
eine eintägige Sonnen- und eine halbtägige Mondflutwelle, 
Die Zeiten des höchsten Wassers sind bei nördlicher Deklination der Sonne 
von 2b bis 7h V, bei südlicher Deklination von 2b bis 7b N. Sobald nach dem 
ersten oder letzten Mondviertel die Halbtagstiden wieder einsetzen, also am 5. Tage 
nach diesen Mondphasen, ist die Zeit des höchsten Hochwassers 2b V oder 2b N, 
je nach der Jahreszeit, und bei dem nächsten ersten oder letzten Mondviertel 
6h V oder 6b N. Zur Zeit des Voll- oder Neumondes tritt das Hochwasser stets 
gegen 3h V oder 38 N ein. | 
1) Vgl. die Berichte vom August 1905 (Der Pilote 1905, S. 238) — und vom Jahre 1908 — 
(Der Pilote 1909, 8. 56 und 57). 
Ann d. Hydr. usw... 1910. Heft VII.
	        
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