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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Nipe Bay (Cuba). 
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nahme der Balken. Für die längsseit gebrachte Ladung trug der‘ Verschiffer 
Kosten und Risiko. 
Schiffsboote müssen zum Verkehr mit dem Lande überall in der Bucht 
verwendet werden. Sie landen an den Landungsbrücken. 
Hafenunkosten. Tonnengelder betragen für Schiffe, die mit Ladung ein- 
oder auslaufen, jeden Weg 20c per R-T. netto, für solche in Ballast jeden Weg 
10 € per R-T. netto. Taxe für Verbesserung des Hafens beträgt für Dampfer 
8.50 $, für Segelschiffe 4.25 $. Maklergebühr für Ein- und Ausklarieren je 
nach Größe des Schiffes und Art der Dienstleistung 10; bis 25$%. Arbeitslohn 
für Stauer 2 bis 2.50 $, für gewöhnlichen Arbeitsmann 1.50 $ per Tag. Kapt. 
W. Lerche bezahlte 22.80 $ an den Zollbeamten, wovon 3 $ per Tag, 5$ per 
Nacht gerechnet wurden; auch mußten Überstunden nach 6PN extra bezahlt 
werden. 5% Vergütung wurde an das Lotsenboot bezahlt, das bei der Carenero- 
Huk den kubanischen Gesundheitspaß an Bord brachte. Die Ausstellung je eines 
Gesundheitspasses für Kingston und Havre kostete je 5 $. 
Die Städte Felton, Preston und Antilla sind, wie schon erwähnt, erst in 
neuerer Zeit angelegt. Felton besteht aus wenigen Häusern, von denen ein 
großes Lagerhaus, ein Hotel und eine große elektrische Lichtanlage hervorzuheben 
sind. Die Stadt wächst sehr schnell und hat eine große Zukunft. Sie dient als 
Verschiffungsplatz des aus den Minen in der Nähe gewonnenen Erzes, von dem 
man etwa 5000 t täglich zu verschiffen gedenkt. Preston ist Verschiffungsplatz 
für Zucker. Eine große Zuckerfabrik, die jährlich 250000 Sack Zucker her- 
stellen kann, ist vorhanden, die Anlage einer zweiten ist geplant. Antilla ist 
der Sitz des amerikanischen Konsuls. Die Einwohnerzahl an der ganzen Bucht 
besteht aus etwa 6000 Köpfen. 
Handelsverkehr. Die Einfuhr besteht aus Material für Eisenbahnen und 
Plantagen, Maschinen für Zuckerbearbeitung und Baumaterialien. Die Ausfuhr 
besteht aus Erz, Zucker, Zedern- und Mahagoniholz und Früchten, Das gebräuch- 
liche Geld ist der amerikanische Dollar wie auch spanische Münze. ; 
Dampferlinien. Die Dampfer der Hamburg-Amerika Linie und gelegentlich 
auch andere deutsche Dampfer laufen die Bucht nach Bedarf an. Ein Dampfer 
der Herrera-Linie kommt alle zwei Monate, und fünf Dampfer suchen wöchentlich 
die Bucht auf in der Fruchtsaison von März bis August. 
Bahnlinien. Von Felton führt eine Eisenbahn nach den Minen. Post 
und sonstige Sachen werden mit einem Fährboot nach Antilla befördert, von wo 
aus Eisenbahnverbindung mit Santiago de Cuba besteht. Von Preston führt eine 
Eisenbahn nach den Zuckerplantagen im Innern, Eine Telegraphenstation be- 
findet sich auf der Mayari-Huk, Telegraphische Verbindung besteht von hier 
aus mit der Quarantänestation auf der Carenero-Huk. 
Schiffsausrüstung. Bunkerkohlen sind nach Kapt. W. Lerche in geringen 
Mengen in Preston zu haben, wenigstens nahm an der Ladebrücke bei der Tabaco- 
Huk ein Küstendampfer solche, Nach anderen Quellen besitzt nur die elektrische 
Lichtanlage in Felton Kohlen. Dauerproviant ist nicht zu bekommen. Frischer 
Proviant ist in Felton und Preston in mäßigen Mengen zu erhalten, Fleisch ist 
teuer, Fische, Früchte und Grünwaren jedoch sind zu mäßigen Preisen zu er- 
halten. In Antilla sind nur ganz geringe Mengen an Proviant zu haben. 
Trinkwasser. In Felton kann man gutes Trink- und Kesselspeisewasser 
bekommen; das Wasser ist jedoch knapp. Eine Leitung befindet sich auf der 
Ladebrücke. Eine Pumpenanlage ist im Bau, mit der man Wasser in unbegrenzten 
Mengen zu gewinnen gedenkt. In Preston ist das Wasser ebenfalls knapp und 
fast keins zu erhalten. In Antilla ist kein Wasser zu bekommen, der Bedarf für 
die Stadt kommt mit der Eisenbahn in hölzernen Tanks von Santiago. 
Auskunft für den Schiffsverkehr. Es ist nur ein amerikanischer Konsul vor- 
handen, der seinen Sitz in Antilla hat. Das Zollamt befindet sich, wie schon 
erwähnt, nach Kapt. W. Lerche in Preston, nach amerikanischen Quellen in 
Felton, Kapt. W. Lerche hatte Joaquim Tellado als Agenten. Einrichtungen 
zum Vergleich von Chronometern, zur Kompaßregulierung sowie zum Ver- 
gleich und zur Untersuchung meteorologischer und nautischer Instrumente 
sind nicht vorhanden. Seekarten und nautische Bücher sind nicht zu kaufen.
	        
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