374 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1909.
soll man wegen der Unzuverlässigkeit des Feuers auf der Mayari-Huk nicht ver-
suchen, einzulaufen. .
Kapt. W. Lerche schreibt über die Einsteuerung: »Beim Öffnen des
Leuchtturmes auf der Mayari-Huk und der Ramon-Huk kamen die Häuser von
Carenero und bald darauf die Ansteuerungstonne und Lotsenstation in Sicht.
Beim Aufdrehen nach Süd bemerkt man an Land voraus einen auffälligen Ein-
schnitt im Berge, den man an B-B. hält und so von den Sänden bei der Ramon-
Huk freikommt. Sobald man die Tonne vor der Ramon-Huk passiert hat, kann
man nach Belieben nach Landpeilungen weitersteuern. Strom, der die Einsteuerung
und später auch die Aussteuerung beeinflußt hätte, wurde nicht bemerkt. Nach-
dem bei der Carenero-Huk geankert worden war, wurde mit dem Lotsenboote
der Arzt geholt, denn weder bei der Quarantänestation noch irgendwo anders
sind Boote vorhanden, und es muß der ganze Verkehr mit dem Lotsen- oder
Schiffsboot gemacht werden. Von hier aus ging es zum HEinklarieren nach
Preston auf der Tabaco-Huk, wo das Zollhaus liegt. Dann wurde die Reise
nach Antilla in der Corojal-Bucht fortgesetzt. Mittlerweile war es 4 N geworden,
und ich konnte endlich mit meinem Agenten in Verbindung treten. Die Anker-
plätze waren überall gut und die Wassertiefen stimmten, Am nächsten Morgen
ging es wieder zurück nach Preston, um dort die Erlaubnis zum Laden zu holen,
und dann nach dem Ladeplatz bei der de los Cobos-Huk, wo ich dann endlich,
nachdem 1*/, Tage verflossen waren, anfangen konnte, meine Ladung überzunehmen.«
Auslaufen, Derselbe Kapitän berichtet: »Am 18. Januar 7® V hievten
Anker, holten uns einen Lotsen und fuhren nach Preston zum Ausklarieren. Von
hier aus fuhren wir nach Antilla, um unsere Gesundheitspässe zu holen und
setzten um 4? N die Reise nach Kingston fort. Beim Passieren der Carenero-
Huk brachte uns das Lotsenboot den kubanischen Gesundheitspaß.«
Ankerplätze in der Bucht. Den besten Ankerplatz findet man eben westlich
von der Carenero-Huk auf 18 bis 26 m Wasser, Sicheren Ankerplatz auf nicht
weniger als 9.1 m Wasser findet man auch westsüdwestlich von West Shoal, Im
übrigen kann man auch überall vor den Niederlassungen ankern. Kapt. W. Lerche
ankerte auf dem Ladeplatz westlich von der Huk de los Cobos in den Peilungen:
Huk de los Cobos rw. 96° (mw. 03/5), Tabaco-Huk rw. 253° (mw. WSW */,W)
mit St-B.-Anker und 55 m Kettenlänge, und B-B.-Anker und 27 m Kettenlänge, Der
Ankerplatz war gut mit Schlickgrund, nur ziemlich nahe beim Wrack »Jorge Juan«,
Hafenanlagen. In Felton ist eine 244 m lange Ladebrücke vorhanden, die
an ihrem Ende 7m und von ihrem Außenende bis 61m weiter nach innen 6.1 m
Wasser längsseit hat. Bahngleise und elektrische Lichtanlagen sind auf der Brücke
angelegt. Ein verschiebbarer Kran mit 15 Tons Hebekraft ist vorhanden, aber
für größere Schiffe nicht zu gebrauchen. Zwei Festmachetonnen liegen vor der
Brücke. Eine große Ladebrücke ist im Bau; zu ihr führt ein Kanal, der auf
8.2 m Tiefe ausgebaggert wird. Löschen und Laden geschieht an der Brücke
oder auf dem Ankerplatze mit Hilfe kleiner Leichter, von denen eine geringe
Anzahl vorhanden ist; die Schiffe müssen ihr eigenes Ladegeschirr benutzen,
Arbeitsleute vom Lande sind zu haben, sie sind gut, aber knapp. Boots-
landungsstelle befindet sich an einer kleinen Brücke, die eben nördlich von
der zuerst genannten Ladebrücke errichtet ist. Zwei Ladebrücken befinden sich
an der Westseite der Carenero-Huk. In Preston ist eine 580 m lange Lade-
brücke von der Tabaco-Huk aus in NzW-Richtung erbaut; dieselbe hat 4,6 m
Wasser nahe ihrer Mitte und 6.4 m an ihrem Ende, Sie ist elektrisch beleuchtet
und mit Bahngleise versehen. Zum Löschen und Laden muß das Schiffs-
geschirr benutzt werden, In Ensenada an der Nordseite der Nipe-Bucht sind
an verschiedenen Stellen Brücken, die zum Verladen von Früchten dienen. In
Antilla ist an der Nordwestseite der Corojal-Huk durch Ausbaggerungen ein 6,7 m
tiefes Becken geschaffen worden. Eine 91 m lange Ladebrücke mit 6.7 m Wasser
längsseit ist vorhanden, Auf dem Ankerplatz westlich von der Huk de los Cobos
mußte Kapt. W.Lerche die in Flößen längsseit gebrachte Ladung Zedernholz
mit eigener Mannschaft und dem Schiffsgeschirr übernehmen. Arbeitsleute waren
hier zu der Zeit nicht zu bekommen und mußten auch Leute von Bord aufs Floß,
um die Balken anzuschlingen. Kurze kabbelige See behinderte stark die Über-