Nipe Bay (Cuba).
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Nipe Bay (Cuba).
Nach Fragebogen Nr. 4417 des Kapt. W. Lerche, D. »Schaumburg«, vom Januar 1908, Ergänzt
nach englischen und amerikanischen Quellen, Brit, Adm-Krt. Nr. 2579, Cuba; Nr. 1360, Nipe Bay.
Nipe Bay liegt an der Nordküste von Cuba. Die geographische Lage des
Leuchtfeuers auf Punta del Sol (Mayari-Huk) an der Ostseite der Einfahrt zur
Nipe-Bucht ist 20° 48’ 30” N-Br. und 75° 31’ 30” W-Lsg. Die Mißweisung für das
Jahr 1910 beträgt 0.9°O, die jährliche Änderung ist gering.
Allgemeines. Die Nipe-Bucht ist 10 Sm lang in Ost—Westrichtung und
3 bis 7 Sm breit, Sie ist vollkommen geschützt gegen alle Winde, und Schiffe
jeder Größe können sie ohne Schwierigkeit aufsuchen. Die Einfahrt ist */, bis
8/. Sm breit, und die Wassertiefe im Fahrwasser beträgt nicht weniger als 51 m,
Auf den Ankerplätzen innerhalb der Einfahrt findet man zum großen Teil 9 bis
11m Wasser. An der Bucht sind in neuerer Zeit die kleinen Städte Felton,
Preston und Antilla angelegt worden. Felton liegt am Westufer der Cagimaya-
Bucht an der Südseite der Nipe-Bucht, Preston westlich davon auf der Tabaco-
Huk und Antilla auf der Corojal-Huk am nordwestlichen Teil der Nipe-Bucht,
Die Städte gewinnen immer an Bedeutung und ihr Verkehr. wächst in rapider
Weise. Das ganze Land in der Umgebung der Bucht ist mit Zuckerrohr und
Bananen bepflanzt, und ein Erzlager befindet sich in der Nähe der Bucht. In
Ensenada, an der Nordseite der Bucht, sind außerdem große Plantagen angelegt,
auf denen Versuche mit Apfelsinen, Zitronen und Ananas angestellt werden,
Landmarken. Das Land östlich von der Nipe-Bucht erscheint in der Um-
gebung des Hafens von Tanamo von See aus als eine Kette unebener Hügel von
zunehmender Höhe. Im Hintergrunde. erheben sich in etwa 14 Sm Entfernung
von der Küste die Sierras del Cristal bis zu 1200 m Höhe und bilden eine sehr
auffällige Landmarke, da westlich von ihnen keine Berge von solcher Höhe vor-
handen sind. Östlich von ihnen liegen die Cuchillas del Pinal. Eine gute Land-
marke bildet auch der Berg Pico Miguel, der östlich vom Abhange der Sierras
del Cristal zu einem spitzen Gipfel ansteigt. Zu erkennen ist der Berg an zwei
auffälligen, sattelförmigen Bergspitzen, die zwischen ihm und den Cuchillas del
Pinal liegen. Nördlich von der Nipe-Bucht liegen die Lomas de la Mula, ein
hoher Gebirgsrücken, der sich bei der Mulas-Huk erhebt und in dem weiter land-
einwärts gelegenen Pan de Sama 280 m Höhe erreicht, Dieser Berg ist von
runder Form, etwas langes Tafelland liegt nahe westlich, ein spitzer Hügel östlich
von ihm. Der Berg kann nicht gut verwechselt werden und wird auf etwa 20 Sm
Entfernung zu sehen sein. Sierras del Cristal und Lomas de la Mula sind durch
ein ausgedehntes Tal voneinander getrennt, wodurch ein weiterer guter Anhalts-
punkt geschaffen wird, Die Einfahrt zur Nipe-Bucht ist, wenn man von Osten
kommt, an der plötzlichen Unterbrechung des Hochlandes zu erkennen, das sich
an beiden Seiten der Bucht längs der Küste hinzieht, und beim Näherkommen
an der Brandung, die sich quer über die ganze Einfahrt zu erstrecken scheint,
Vom Norden kommend, ist die Einfahrt nur an einer Lücke in den Sierras del
Cristal, die durch das Tal des Flusses Mayari geschaffen wird, zu erkennen und
an der Brandung an beiden Seiten der Einfahrt. Ist man auf etwa 5 Sm Ent-
fernung herangelaufen, so wird man an den hohen Abhängen auf dem Festlande
an der Südseite der Einfahrt drei kahle, gelbe Stellen ausmachen, die als Land-
marken dienen können; es ist jedoch zu bemerken, daß diese Stellen in den ein-
zelnen Jahreszeiten ein etwas verschiedenes Aussehen haben. Kommt man näher
an die. Einfahrt heran, so bildet die rote, spitze Tonne, die die Außenkante der
von der Ramon-Huk vorspringenden Bank bezeichnet und auf mehrere Seemeilen
Entfernung zu sehen ist, eine gute Landmarke. (Nach Angaben in den N. f. SS.
Nr. 466 vom Jahre 1910 ist die Tonne vertrieben und liegt auf flachem Wasser
an der Südseite des Fahrwassers.) In der Einfahrt zur Bucht und in dieser
selbst dienen Tonnen und Pfahlbaken zur Orientierung. Außerdem bildet zur
Ansteuerung der Stadt Felton der Schornstein der dortigen Lichtanlage eine gute
Landmarke. Nach Kapt. W. Lerche bemerkt man, wenn man auf südlichen Kurs
einsteuert, an Land voraus einen auffälligen Einschnitt in Berge, der als gute