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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1910. 
100 m, zeigen den Einfluß der Gezeiten. Von den im Sommer ausgeführten 
Strommessungen in den Fjorden sei kurz erwähnt, daß im allgemeinen der Strom 
in den Oberflächenschichten aus dem Fjord heraussetzt, während in den Tiefen- 
schichten ein Strom von See, teils als Gezeitenstrom, teils als Reaktionsstrom des 
Oberflächenstromes in den Fjord, eintritt. 
Das Volumen und der Salzgehalt des Küstenwassers Norwegens wird be- 
einflußt durch den Regenfall und die Schneeschmelze der verschiedensten Gebiete 
Nord- und Zentral-Europas, die in die Nord- und Ostsee entwässern; auch wird 
die Lufttemperatur und die Strahlung sich an der Küste selbst geltend machen. 
Die jährlichen Änderungen des Volumens des Küstenwassers untersuchen die 
Verfasser wieder wie beim Atlantischen Strom an den im Mai der verschiedenen 
Jahre ausgeführten Sognefjord-Schnitten, querab von Feje, indem sie das Areal 
des von der 349/00 Isohaline umschlossenen Querschnittes ausmessen. Sie erhalten 
dabei folgende beträchtliche Unterschiede 
Jahr 1901 1902 1903 1904 1905 
Areal in akm 38 5.2 2,9 6.0 50 
Eine Vergleichung mit dem Regenfall von Norwegen und Deutschland 
ergibt, wie die nebenstehenden Kurven zeigen (vgl. Fig. 5 auf S. 365) eine sehr 
gute Übereinstimmung mit dem obigen, indem der Regenfall des Jahres vorher be- 
stimmend für das Volumen des Küstenwassers im Mai bei Feje sich erweist; 
namentlich der Regenfall im Oktober—Dezember in Norwegen scheint aus- 
schlaggebend zu sein (Kurve V). N 
Interessant sind auch die Beziehungen der Änderungen des Volumens 
des Küstenwassers zur Menge der gefangenen Sprotten und Heringe, wie sie uns 
Fig. 6 auf S. 365 zeigt, indem eine kleine Ausdehnung des Küstenwassers kleinen 
Fängen von Sprotten (gefangen bei Bergen) in demselben Jahr und von Heringen 
(gefangen im nördlichen Teil von Norwegen) im folgenden Jahr entspricht. 
Die jahreszeitlichen Änderungen der Temperatur des Küstenwassers werden 
durch die Beobachtungen des Jahres 1903 bei der Station I, 10 Sm seewärts 
vom Sogne-Fjord gezeigt, die hier wiedergegeben sind: 
Tiefe 
Temperatur 1908 
Februar | Mai | August 
0m 4.8 
20 m 5.0 
50 m 5,7 
100 m 6,8 
200 m 7.9 
300 m 6.3 
350 m 56.3 
73 
6,3 
52 
6.4 
7) 
55 
13.8 
3.6 
6.8 
5.9 
6.7 
6.4 
Bi 
‘November 
8.7 
9.1 
9.2 
9.3 
79 
63 
Salzgehalt 1903 
Februar | Mai | August 
38.56 
33.58 
34.02 
34.79 
35.24 
3519 
32.30 
32.906 
29.56 
34.43 
34.96 
35.20 
35.19 
nz 09 
35.02 
35.23 
35.17 
November 
33.70 
35.20 
35.30 
35.23 
34.85? 
35.06 
Die Minimaltemperaturen jeder Schicht sind Kursiv gesetzt, und man 
sieht, wie die Oberflächenschicht im Februar, die 50 bis 100 m Schicht im Mai, 
die 200 m Schicht im August und die tiefsten Schichten im November und 
Februar am Kkältesten sind; die winterliche Erkaltung schreitet also im Lauf 
des Jahres langsam nach der Tiefe fort. Der Salzgehalt zeigt an der Oberfläche 
ein ausgeprägtes Minimum im August und ein Maximum im November; dies 
ist eine Folge der seitlichen Oszillation des Küstenwassers, das im Sommer sich 
weit nach See hin erstreckte, so daß das atlantische Wasser im August erst in 
187 km Entfernung von der Küste getroffen wird, indessen im Winter die Grenze 
schon in 70 km Entfernung liegt. Die verschiedenartige Tiefenlage der 35% 09 
Isohaline (in der Tabelle durch einen dicken Strich gekennzeichnet), zeigt aber,
	        
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