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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1910. 
so daß, wie sie an anderer Stelle sagen,!) »man nach diesen vorläufigen Unter- 
suchungen hoffen darf, den Charakter der Eisverhältnisse im Barents-Meer zwei 
Jahre im voraus vorhersagen zu können«, Vergleichen wir nun aber mit der 
Kurve IV z. B. die Angabe des Nautisk Meteorologisk Aarbog 1905 über die in 
diesem Jahre in der Barents-See herrschende Eisverbreitung: »Seit 1901, wo die 
Eisverhältnisse außerordentlich günstig zwischen Spitzbergen und Noweja-Semlja 
gewesen sind, sind sie nicht so günstig gewesen wie dieses Jahr (1905)«. Nach 
der Kurve würde man dagegen auf günstigere Verhältnisse in den Jahren 19038 
und 1904 schließen müssen wie 1901, während z, B. 1903 den ganzen Sommer 
schweres Eis in der Barents-See lag und 1904 im nördlichen Teil abnorm schlechte 
Eisverhältnisse herrschten. Wer die von der Deutschen Seewarte und dem 
Dänischen Meteorologischen Institut herausgegebenen Luftdruckkarten des Nord- 
Atlantischen Ozeans betrachtet, wird leicht erkennen, daß im Gebiet des Barents- 
Meeres die meteorologischen Verhältnisse sehr wechselnd sind und durchgreifende 
Unterschiede in den einzelnen Jahren aufweisen, die wohl den dominierenden 
Einfluß auf die Eisverteilung haben dürften. 
Fig, 3. 
ZT 
3°4 
5 
279 
19001907 
ZZ 
Cr 
Ed 
EEE 
908 
6 
wi 
EA 
_1°9a 
905 
1907 
s WEL U 
7907 
6 
Mittlere Temperatur des 
atlantischen Wassers im 
Sognefjord-Schnitt 
‘Mai) 1901 bis 1905. 
Mittlere Temperatur des 
atlantischen Wassers im 
Lofoten-Schnitt 
Mai) 1901 bis 1904. 
Mittel- Temperatur der 
100 bis 200 m-Schicht 
von 3 russisch. Stationen. 
IIIa Mittel- Temperatur zwi- 
schen Oberfläche und 
Boden bei denselben 
Stationen. 
Areale (in 100000 qkm) 
des eisfreien Wassers der 
Barents - See im Mai 
1900 bis 1908. 
Bei der von den Verfassern angestellten Untersuchung über die Beziehungen 
zwischen der Temperatur des Atlantischen Stromes und der Temperatur der Luft 
wird von ihnen zunächst darauf hingewiesen, daß die von Pettersson und 
Meinardus benutzten Wassertemperaturen von Ona und anderen Orten an der 
norwegischen Küste nicht einwandfrei seien, da sie nichts über die Temperatur 
des Atlantischen Stromes aussagten, sondern nur die Wirkung der meteorologischen 
Verhältnisse darstellten in ähnlicher Weise wie es die Temperatur der Oberfläche 
eines Sees tun würde,?) Auch hier gehen die Verfasser nach Ansicht des Refe- 
renten viel zu weit. Wenn auch zugegeben werden muß, daß die norwegischen 
Küstenstationen nicht frei von Landeinflüssen sind, und die Temperatur der Ober- 
fläche des Meeres durch die meteorologischen Verhältnisse zur Zeit selbst beein- 
flußt wird, so sind doch die Abweichungen bei Ona so ausgeprägt und stimmen, 
wie das nachfolgende Beispiel zeigt, in bestimmten Fällen oft für mehrere auf- 
einanderfolgende Jahreszeiten gut mit denjenigen von Thorshavn auf den Färöer- 
Inseln, die vom Atlantischen Strom umspült werden, überein, daß wir sie als 
einen Ausdruck für die Änderungen in der Wärmeführung der Strömung oder 
der Stromintensität ansehen müssen.?) 
1) Helland-Hansen und Nansen in »Intern, Revue der gesamten Hydrobiologie und Hydro- 
graphie« 1909, Bd. II, S. 345. 
2) The Norwegian Sea S. 193. 
3) Vgl. »Ann. d. Hydr. usw.« 1904, 8. 61.
	        
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