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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Brennecke, W.: Ergebnisse d, norwegischen Untersuchungen 1900/04 im Europäischen Nordmeer. 357 
norwegischen Beobachtungen vor Augen geführt wird. Die hier wiedergegebene 
Abbildung (s. Fig. 1) zeigt, daß die Verteilung der Dichte in Wirklichkeit ganz 
anders ist wie diejenige, welche Mohn seinerzeit annehmen mußte, Während bei 
ihm in den Tiefenschichten Dichtenunterschiede von 1.02840 bis 1.02795 vor- 
kommen, beträgt die größte Differenz in dem neuen Schnitt hier 1.02808 bis 
1.02812. Fast ausnahmslos wurde von den Verfassern festgestellt, daß die Dichte 
von der Oberfläche nach der Tiefe hin ständig zunimmt, während bei Mohns 
Schnitten und bei denen der meisten früheren Expeditionen häufig schweres Wasser 
über leichterem Wasser lagert, woraus ein System auf- und absteigender Ströme kon- 
struiert wurde. Die einzigen Ausnahmen von der Regel, daß die Dichte mit der Tiefe 
zunimmt, kommen nach den norwegischen Untersuchungen vor, wenn die Ober- 
flächenschicht sich infolge Ausstrahlung stark abgekühlt oder der Salzgehalt 
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Fig. 1. 
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3000m 
Schnitt von den Shetlands. nach 78° N-Br. Vertikale Verteilung der Dichte nach Mohn (1887). 
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2000 m 
3000m 
Derselbe Schnitt nach neuen Beobachtungen. 
der Oberflächenschicht durch Eisbildung stark vermehrt wird; die Dichteunter- 
schiede sind dann aber sehr gering. Die hier von den Verfassern betonte Regel- 
mäßigkeit in der vertikalen Verteilung der Dichte zeigen auch, worauf der 
Referent hinweist, die Beobachtungen $S. M.S. »Planet« in den verschiedenen 
Ozeanen,!) . 
Kap. VI. Anscheinende Unregelmäßigkeiten in der horizontalen Verteilung 
von Temperatur, Salzgehalt und Dichte. ; 
Bei den von den Verfassern entworfenen Schnitten zeigte es sich häufig 
— namentlich wenn die Stationen sehr zahlreich sind —, daß die Linien gleicher 
Temperatur oder gleichen Salzgehalts und Dichte in den oberen Schichten, meist 
bis zu 600 m Tiefe, einen wellenförmigen Charakter zeigen, Große und kleine 
Wellen kommen vor; die oft steile Neigung der Isopyknen zeigt an, daß eine 
beträchtliche Kraft zur Erzeugung der Wellen erforderlich sein muß, Die 
Wellen sind, wie wieder die Form der Isopyknen zeigt, wahrscheinlich eine 
-) Vgl, Forschungsreise S. M. S, »Planet« 1906/07, Bd. III, Ozeanographie.
	        
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