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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 191 
Die Ruhe nach dem Sturme sollte aber nicht von großer Dauer sein, Auf 
der Wetterkarte vom Morgen des 4. (siehe Taf, 32), wo wir den Sturmwirbel, 
der die schweren Stürme herbeigeführt hatte, nach Südnorwegen verlagert er- 
blicken, naht bereits ein neues Minimum unter 725 von England her, das sich 
schon am Abend westlich von den Britischen Inseln angedeutet hatte. Das 
Minimum lag am Abend des 4. Dezember über der südlichen Nordsee als Teil- 
minimum innerhalb eines von dem norwegischen Meere nach der Biscayasee 
reichenden Ausläufers der Depression, die den Sturmwirbel der Vortage jetzt 
nördlich von der Nordsee aufwies; auf den folgenden Wetterkarten ist das 
Minimum innerhalb des bis zum Morgen des 6, Dezember von der Biscayasee nach 
Mittelskandinavien fortschreitenden Ausläufers der Depression nicht mehr zu 
verfolgen. 
In den Barographen-Registrierungen der Normal-Beobachtungsstationen an 
der Küste machte sich das neue Minimum zunächst in Borkum und Wilhelmshaven 
bemerkbar, indem das Barometer hier gegen 11% V am 4. wieder zu fallen be- 
gann, nachdem es in 27 Stunden um etwa 13 mm gestiegen war; mit einer Ver- 
spätung nach Osten setzte das Fallen des Barometers in Memel erst etwa 
12 Stunden später ein. 
Mit dem Heranziehen des neuen Wirbels drehten die Winde an der Küste 
nach SSW bis SSO zurück, um dann aus diesen Richtungen oder während nach- 
folgenden Rechtdrehens von neuem aufzufrischen und vielfach wieder stürmisch 
zu werden, Größere Stärken als 9 wurden aber im Bereiche des neuen Sturm- 
wirbels nur vereinzelt erreicht, und die Dauer der stürmischen Winde war meist 
nicht erheblich. Von den Sturmwarnungsstellen liegen die folgenden Beob- 
achtungen vom Abend des 4, Dezember und der folgenden Nacht vor: 
Borkum Riff-Feuerschiff. sh N 88. 
Nesserland Schleuse, 7RN S8. 
l’arolinensiel. Nachts stürmisch mit Regen. 
Helgoland, 512 V am 5. SWS, in Böen Stärke 9; 8h V WS. 
Neuwerk, Nachts 4/5 SO 7 bis SW 8, noch Sb V am 5. SWS. 
Cuxhaven. 8b V am 5. SW 8. 
Brunshausen. 5% N Wind auf SSW 8; nachts 4/5 SW 6 bis 8 
Brunsbüttelkoog. Sh V am 5. WSW 8. 
Büsum. 82 V am 5. SWS. 
Eider-Feuerschiff, Nachts Wind zunehmend bis St, 9; am 5. 88 V W 9, mittags noch W7/8 
Wyk a. FF. 8bN SSO8; am 5. 8h V bis mittags WNW SS. 
Amrum, 8h V am 5, SWS. 
Ellenbogen. Nachts SSW/SW 6/7; mittags, 2h N am 5. W838, 
Aarösund, 10h V SWS. 
Ferner um 8 V am 5. Apenrade SW 8, Eckernförde SSW 8 und Marienlenchte SWS. 
Barhöft, Nachts 4/5 SW-Sturm. 
Arkona. Bis gegen 2b N am 5. einzelne stürmische Böen; gegen 5b abflauend. 
Ostwärts von Rügen wurden stürmische Winde im Bereiche des zweiten 
Minimums nur noch an der preußischen Küste beobachtet, in Vogelsang am 5. 
um 2t N und 4 N S8/9 und in Elbinger Hafenhaus nachts 4/5 stürmischer SO; 
auch Windstärken 7 traten hier zufolge den Tagebüchern nur vereinzelt auf. 
Am Nachmittag des 5. drehten die Winde an der Westküste Schleswig- 
Holsteins teilweise nach nordwestlicher Richtung, aber nach kurzer Zeit erfolgte 
wieder ein Zurückdrehen nach SW, indem ein am Nachmittag vom Kanal ost- 
wärts vordringender Ausläufer einer über dem Süden der Britischen Inseln 
erschienenen neuen Teildepression ein Rückdrehen der Isobaren über der deutschen 
Bucht bewirkte. Dabei stieg das Barometer an der Küste aber zunächst noch 
im Rücken des nach Mittelskandinavien fortschreitenden Ausläufers, und zwar 
in Borkum bis 11% N am 5., in Memel aber bis gegen 11% N am 6. Unter dem 
Einfluß des neuen, am 6. Dezember wieder nach der Nordsee vordringenden 
Minimums frischten die Winde nochmals teilweise aus südwestlicher Richtung 
auf, aber nur ganz vereinzelt wurden Stärke 6 oder 7 erreicht, 
Über die Änderungen des Barometers gibt die folgende, den Barographen 
entnommene Zusammenstellung Aufschluß, indem sie die Zeit der höchsten und 
tiefsten Barometerstände, sowie die registrierten niedrigsten Werte darbietet:
	        
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