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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1910,
Schiff »Cap Arkona«. 8b N (53,9° N, 7.2° 0) SW 9/10, beigedreht. Mitternacht Norderney F.
WzS 8/9. Am 4. 8h V bei Elbe I WSW 8/7.
D. »Hektor«. Am 3. nachmittags Wind und See immer zunehmend. Um 9b X wegen der
wilden und brechenden See beigedreht. Schiff konnte nicht auf der See gehalten werden, fiel 4 Strich
ab und dabei zertrümmerte ein Brecher Brücke und beide Kompasse, Steckten 90 Faden Ankerkette
mit einem Knoten am Ende und trieben so nach NO von 9b N am 3. bis 6h V, am 4, NO, etwa
37 Sm; 6h V Kette eingehievt. Um 10!/,k N trafen den von der Mannschaft verlassenen D. Marie aus
Christiania, Deck überflutet. Schwimmwesten, Segel und beide Boote trieben in See, Mannschaft
anscheinend geborgen.
Der Sturm hatte an der Ostküste der Britischen Inseln bereits am Nach-
mittag des 3. abgeflaut, wie dies die Beobachtungen von 7 N M.E. Z. (Aberdeen
NW 3, Shields WNW 6 und Skegneß W 4) anzeigen, Zufolge den vorstehenden
Beobachtungen ließ der Sturm in 55° N-Br. im Meridian von Gr, erst gegen
Mitternacht, und in etwa 5.5° Länge erst gegen 8ı V am 4. nach, während sich
das Abflauen nach der Helgolander Bucht hin noch weiter sehr erheblich
verspätete.
Auf den nordfriesischen Inseln war der Sturm um 8 V am 4. Dezember
meist noch nicht eingetreten, während die südöstlichen Winde über dem Süd-
westen der Ostsee zu dieser Zeit an exponierten Stellen, in Aarösund, Apenrade
(Stärke 9, aber wohl zu hoch geschätzt), Schleimünde, Friedrichsort, Marien-
leuchte, Barhöft, Göhren, sowie auch in Swinemünde stürmisch wehten, Hier
verschärften sich die Luftdruckunterschiede (gemessen durch die Gradienten)
bei dem Vordringen der Depression über der Nordsee, so daß zunächst stürmische,
südöstliche Winde eintraten; dann nahm die Windstärke etwas ab, um später bei
südwestlicher Richtung der Winde noch stärker anzuwachsen. Dasselbe Ver-
halten zweier durch schwächere Winde getrennter Perioden stürmischer Winde
zeigen auch die Registrierungen der Anemographen an der Nordseeküste, wie
die nachfolgende Zusammenstellung der registrierten größten durchschnittlichen
stündlichen Windgeschwindigkeiten in m per Sek. sowie der am Ende der Stunden
(nach Ortszeit) aufgezeichneten Windrichtung zeigt:
Borkum . . , . Oh bis 2h V SO SSO 17
Wilhelmshaven . . ll « 3b V SSO SO 10
Hamburg . . . , 42 « 6hV SSO 11
Keitum . . 3h « BY Se U
. 3b « 4b @) 1%
Kiel... +. 5b « 6VSO %,
Wustrow . . . . bh « 9b V SSWC) 9
Swinemünde. . . 77h «10h V SSO/S 10
Rügenwaldermünde 1ib » 12h V SSO 10
Neufahrwasser . . 2h « 3bhN SSO 8
Memel. ... . , 8h » 9hN SSO 11
Um ein klareres Bild von der Stärke des Sturmes an der Küste und von
seinem Fortschreiten zu geben, sind nachfolgend aus den zur Zeit der vollen
graden Stunden angestellten und teilweise durch Zwischenbeobachtungen er-
gänzten Beobachtungen der Sturmwarnungsstellen, soweit jene Beobachtungen
es zulassen, die Zeiten zusammengestellt, wo der Wind wenigstens Stärke 9
besaß, und in Klammern die Zeit und Stärke während der höchsten Entfaltung
des Sturmes auf den einzelnen Stationen hinzugefügt worden.
Borkum, Vor 8b V bis nach 9b N (0h N bis nachts Stärke 11).
Borkumriff Feuerschiff, Vor 84 V bis nach 10h N (10h V bis 8b N Stärke 11/12).
Norderney. Vor Sb V bis nach 8b N (2b N bis 4b N Stärke 10).
Nesserland Schleuse. Vor 6h V bis nach 6h N (2b N bis 4b N Stärke 10).
Wangeroog, Vor 2hN bis nach 8b N (4b N Stärke 10).
Schillighörn. 10b V bis nach 9b N (mittags bis 4b N Stärke 10/11).
Wilhelinshaven. Vor 2h N bis nach Mitternacht.
Bremerhaven. Vor 1ll V bis nach 8b N (112 V Stärke 11).
Hoheweg Leuchtturm. Vor Mittag bis nach 8b N Stärke 10 (6b N Stärke 11).
Helgoland. Etwa mittags bis nachts (Sh N Stärke 12).
Neuwerk, Mittags bis nachts.
Cuxhaven, Mittags bis 8h V am 4. (seit 4a N Sfärke 10).
Brunshausen, 3!/,b N Böe aus WSW, Stärke 10; 4b 25min N bis 7b 45min N WSW 11, dann
auf W 10. 10h 20min N auf SW 8.