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Metadata: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Großmann: ‚Die Stürme. an. der ‚deutschen Küste‘ vom 12, bis 14. November usw. 341 
diemen‘ umgeweht und Vieh’in die Gräben geworfen. Das Wasser der Eider stieg zu einer seltenen 
Höhe, so daß. alle Vorländereien unter Wasser gesetzt wurden, Hierdurch sind. sehr viele Schafe er- 
trunken. Auf der Untereider wurden zwei Schiffe von ihrem Ankerplatz losgerissen; 6s gelang ihnen 
aber, festen Grund zu fassen, ehe sie an den: Eiderdeich geworfen wurden, : : Wetterkundige - Leute 
hatten ‚das Unwetter. schon. prophezeit; es gilt als ein untrügliches Zeichen nahenden. Unwetters, wenn 
das Helgoländer Blinkfeuer hier zu sehen ist, was in den letzten Tagen der Fall war. 
Kiel, den 13. November, . (Privattelegramm.) Am heutigen Jahrestage der großen Ostsee- 
Sturmflut des Jahres 1873 wurde unsere Küste wieder einmal von plötzlichem Hochwasser überrascht, 
das bei seinem Eintritt bedrohlicher aussah. als in seinem Verlauf. Nach dem Weststurm, der während 
der Nacht geweht, sprang der Wind in gleicher Heftigkeit nach Nordost um und trieb- gewaltige 
Wassermassen in die Förde, die namentlich unter den Fahrzeugen der vom Wetter überraschten 
Fischer viel Schaden anrichteten, Viel Fangmaterial wurde vertrieben und‘ zerrissen. In der Strander 
Bucht wurden zwei Ellerbeker Boote auf den Strand geworfen, andere Fahrzeuge brachen den Mast. 
Kine mit lebenden Fischen‘ beladene‘ dänische Schoner-Quase strandete bei Mönkeberg, eine zweite 
wurde noch eben rechtzeitig durch den Polizeidampfer »Greif« vor dem Zerschellen an der Mole der 
Kaiserlichen Werft gerettet. In der Wiker Bucht wurden verschiedene Marineboote vertrieben, die 
später geborgen wurden,. Von Laboe aus gingen der Bergungsdampfer‘ »Laboe« und das dortige 
Rettungsboot in See; um den Fischern Hilfe zu leisten, ‘Das Wasser stieg bis nachmittags 4 Uhr, 
um dann langsam abzufallen, ; . 
Schönberg i. M., den 13. November, Ein wahres‘ Unwetter‘ herrschte in der vergangenen 
Nacht. Ein Weststurm, der vielfach an den‘ Februar-Sturm im Jahre 1894 erinnerte, erhob sich und 
trieb ungeheure Regen- und Hagelschauer vor sich her, . An Dächern und Bäumen hat der Sturm 
großen Schaden angerichtet, 
Travemünde, den 13. November, Ein sehr böiger, teilweise zum Orkan ausartender Sturm 
aus nordwestlicher Richtung tobte während der Nacht und in den .ersten Morgenstunden, Alles was 
nicht niet-‘ und nagelfest war, wurde vom Sturm mit fortgerissen. ‘ Auch ' während‘ der Tagesstunden 
hielt die stürmische Witterung an. Zeitweilig gingen starke Regenschauer nieder; . 
Lübeck, den .14. November... Im Laufe des gestrigen Vormittags ging der Wind plötzlich von 
Nordwesten nach Nordosten herum, wodurch das Wasser in der Trave schnell stieg. Innerhalb kurzer 
Zeit war der Wasserstand ein Meter über Normal, dann aber ging zum Glück der Wind wieder in 
eine andere Richtung über, so daß am Nachmittag schon: wieder der Strom stark auslief, In der 
näheren und weiteren Umgegend hat: der -Sturm mehrfach: Schaden angerichtet, indem viele Bäume 
seiner Wut zum Opfer fielen, ne 
. Kopenhagen, den 13. November... Ein heftiger Schneesturm suchte in der letzten Nacht den 
Süden. der Insel Seeland schwer heim. Das Unwetter richtete großen Schaden an, Der Telegraphen- 
und Telephonverkehr ' mit. dem Auslande ist völlig, mit dem Inlande teilweise unterbrochen. Der 
Eisenbahnverkehr‘ ist‘ auf einzelnen Strecken eingestellt. Im hiesigen Hafen wurden‘ mehrere 
Schiffe beschädigt. Es wurde Militär aufgeboten, um den unterbrochenen Eisenbahn- und Telegraphen 
verkehr wiederherzustellen, ; 
- Rostock, den 14, November, ‘Das gestrige Hochwasser, das bei stürmischer, nordöstlicher Brise 
einsetzt, hat die Wiesen an der Warnowkante überschwemmt, jedoch nennenswerten Schaden nicht 
angerichtet, 
IX. Die Stürme vom 2. bis 5. Dezember 1910. 
Auf der Morgenkarte vom 2, Dezember erblicken wir ein nördlich von Schott- 
land liegendes Hauptminimum ‚unter 735 mm und ein Teilminimum von etwa der- 
selben Tiefe über Nordwestdeutschland, das seit dem Morgen des 1. Dezember 
nördlich von Irland her durch die Nordsee herangezogen war; ein anderes 
Minimum lag, seit dem vorangehenden Abend 8% wenig verändert, westlich von 
Schottland. Starkes Fallen des Barometers vom Morgen bis zum Nachmittag über 
Irland am 2. Dezember ließ: Wiedereintritt stürmischer Witterung befürchten, 
so daß auf. Grund der. Wetterkarte: vom Nachmittag ein Hängenlassen der 
Sturmsignale angeordnet wurde, Die Wetterkarte von 8% N (vgl. Taf. 32) zeigt uns 
bereits ein Teilminimum unter 725 mm über Irland und einen nach dem Kanal 
reichenden Ausläufer, wo das Barometer auch bereits sehr stark gefallen war; 
über dem Kanal und an der niederländischen Küste waren die Winde schon 
stark aufgefrischt, während über der Nordsee im übrigen schwache bis frische 
Winde aus südlichen Richtungen wehten, Am folgenden Morgen finden wir 
das Minimum mit einer Tiefe unter 710 mm über dem Westen der Nordsee etwa 
in der Breite von Shields und sehen weiter auf Taf. 32, daß es am 3. Dezember 
der südnorwegischen Küste zuschritt, um dann in der Nacht zum 4. Dezember 
nach Südnorwegen vorzudringen. ; ; . 
Unter der Einwirkung eines vor dem Minimum herziehenden Depressions- 
ausläufers, den wir auf der Wetterkarte vom Abend des 2, Dezember nach dem 
Kanal gerichtet erblicken, war das Barometer in Borkum seit 0—2% N, in Hamburg 
seit‘ 4h N, in Wustrow erst seit 10% N am 2, und im äußersten. Osten erst seit 
1b V.am 3. im Fallen und erreichte seinen niedrigsten Stand in Borkum, Wilhelms-
	        
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