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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1910.
Über die Bewegung des Barometers nach den Barographen gibt die fol-
gende Tabelle Auskunft, in der wir die Zeiten der höchsten und der niedrigsten
Barometerstände, sowie die am 13. November beobachteten niedrigsten Stände
(reduziert auf Normalschwere und den Meeresspiegel), nebst der Größe und der
Dauer des Steigens und Fallens zusammengestellt finden:
Vovember
1909
Borkum |
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walderm. |
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Memel |
Zeit (Ortszeit) des
höchsten |niedrigsten | höchsten LI niedrigsten |_ höchsten
Größe der
Barometeränderung
(mm)
Dauer des Steigens und des
Fallens des Barometers (Std.
Barometerstandes
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Fall. Steig, Fall. Steig. [xanze:
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Dem »Hamburgischen Correspondenten« sind die nachfolgenden Unwetter-
meldungen aus dem Westen des Gebiets entnommen worden, um die vorangehende
Darstellung in veranschaulichender Weise zu vervollständigen:
Cuxhaven, den 13. November. Mit einer selten geschenen Wut tobte der Nordweststurm die
yanze gestrige Nacht. Die Reede füllte sich rasch mit Schiffen, die von der Fortsetzung der Reise
absahen. Heute früh hatte das Barometer einen so niedrigen Stand erreicht, wie lange Zeit nicht,
Borkum meldet starken Weststurm und grobe oder hohe See. Ein Unfall ist bereits zu verzeichnen,
Der schwedische Dampfer »Drott« aus Gefle, von Ornskolswik in Schweden nach Rouen hestimmt,
mit Holzladung kam gestern nacht leck hier ein; er hatte gegen Mitternacht von seiner Deckladung
zwei Standard Holz über Bord werfen müssen, Der Kapitän war gestürzt und hatte sich eine Rippen-
verletzung zugezogen. Das Schiff hat etwa 25 Fuß Wasser im vorderen Kielraum, Heute mittag traf
von Neuwerk telephonisch die Meldung hier ein, daß ein Dreimast-Vollschiff auf Groß-Vogelsand
xestrandet ist. Die Seen überspülen fortwährend das Deck, Infolge des starken nord-nordöstlichen
Windes treibt das Schiff immer höher auf. Sämtliche hier stationierten Schlepper dampften sofort
hinaus, konnten jedoch wegen des hohen Seegangs eine Verbindung mit dem gestrandeten Schiff, dem
Bremer Vollschiff »Marie Hackfekl« nicht herstellen. Die aus 25 Mann bestehende Besatzung wurde,
wie eine spätere Meldung besagt, teils von dem Reitungsboot des Feuerschiffs »Elbe II«, teils von
dem Büsumer Rettungsboot geborgen und hier gelandet. Schiff und Ladung sind völlig verloren,
Cuxhaven, den 13, November, Der Sturm hat seit heute mittag etwas nachgelassen. Immer-
hin pfeift’s noch tüchtig durch die Straßen, Ein großartiger Anblick bot sich heute morgen gegen
Il Uhr von der Alten Liebe aus: Das Hochwasser. das erst 1 Uhr 30 Min, eintreten sollte, Bnıte
bereits um 1/4212 Uhr seinen Höchststand erreicht. Die schäumenden Wogen überfluteteh die untere
Plattform und den Seedeich, an dem sie vergeblich ihre verheerende Kraft versuchten. 5,60 m hoch
stand das Wasser, also nicht ganz so hoch wie vor kurzem, wo wir sogar 5,77 m hatten. Aber weit
großartiger war doch heute das Bild: Weithin ein tobendes, schäumendes Meer, ein ohrenbetäubendes
Rauschen und Brüllen der Wogen., ;
Bremen, den 13. November, Hier trat in verflossener Nacht ein starker Sturm auf, der auch
heute vormittag mit Regenfällen begleitet noch herrschte. Der Sturm war von solcher Gewalt, daß
er Fensterscheiben eindrückte. Viele Beschädigungen an Dächern sind zu verzeichnen, ohne daß
glücklicherweise Personen durch die herabfallenden “Pfannen und Schieferplatten verletzt wurden,
Harburg, den 14. November, Der Sturm aus Westsüdwest hat in der Stadt vielfach Schaden
angerichtet; von den Häusern wurden mehrfach Schieferplatten und Dachsteine herabgeweht, von den
Bäumen Äste abgebrochen. Besonders litt das Dach des Schulgebäudes der höheren Mädchenschule.
wo von dem mittleren Turm ein Teil der Bedachung abgedeckt wurde. ;
° Friedrichstadt, den 14. November. In der vorletzten Nacht herrschte im Eidergebiet ein
furchthares Unwetter, das sehr viel Schaden anrichtete. Viele Strohdächer wurden beschädigt, Stroh-