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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

FF: 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1910. 
Über die Bewegung des Barometers nach den Barographen gibt die fol- 
gende Tabelle Auskunft, in der wir die Zeiten der höchsten und der niedrigsten 
Barometerstände, sowie die am 13. November beobachteten niedrigsten Stände 
(reduziert auf Normalschwere und den Meeresspiegel), nebst der Größe und der 
Dauer des Steigens und Fallens zusammengestellt finden: 
Vovember 
1909 
Borkum | 
\WVilhelmas- 
haven 
Keitum » 
a. Sylt 
Hamburg 
Kiel 
Wustrow 
Swine- 
münde 
Rügen- 
walderm. | 
Neufahr- | 
wasser 
Memel | 
Zeit (Ortszeit) des 
höchsten |niedrigsten | höchsten LI niedrigsten |_ höchsten 
Größe der 
Barometeränderung 
(mm) 
Dauer des Steigens und des 
Fallens des Barometers (Std. 
Barometerstandes 
; ; Im 
= + —! + |gyanzep 
Im 
Fall. Steig, Fall. Steig. [xanze: 
17 
HT 
v ! 
I 11% 
N 
d— I 
V 
11% 
ah 
13. 
ßk 
Mm V O4 
733.4 14. 10b 12216 22 
yınlı2ı 3 15 21 
10—118| 8.118 24 
9—10 DE 25 
911% da 25 
10-110 71 18 26 
9 8 116 26 
9.100) 81 X 29 
119) 9016 28 
j10/ 011 29@)] 51 fs ‘21 Iı7 
OR 
66 
41 
ah 
191% 
97 
681, 
6b 
’h 
“bh 
19 
281 
64. 
168 
5—7 
6—7 
4—7b 
4— 60 
6b 
Ih 
3— 9 
$— 90 
8 12h 
N 
9b 
241 
641 
1414) 6 
154) 6 
200% 3 
2210 44 16 761, 
5 | an 16138 778 
be 
> 
X 
1. RR 
} 
Kh 
Qu 9 
C 
1431(?) 901%; 
Dem »Hamburgischen Correspondenten« sind die nachfolgenden Unwetter- 
meldungen aus dem Westen des Gebiets entnommen worden, um die vorangehende 
Darstellung in veranschaulichender Weise zu vervollständigen: 
Cuxhaven, den 13. November. Mit einer selten geschenen Wut tobte der Nordweststurm die 
yanze gestrige Nacht. Die Reede füllte sich rasch mit Schiffen, die von der Fortsetzung der Reise 
absahen. Heute früh hatte das Barometer einen so niedrigen Stand erreicht, wie lange Zeit nicht, 
Borkum meldet starken Weststurm und grobe oder hohe See. Ein Unfall ist bereits zu verzeichnen, 
Der schwedische Dampfer »Drott« aus Gefle, von Ornskolswik in Schweden nach Rouen hestimmt, 
mit Holzladung kam gestern nacht leck hier ein; er hatte gegen Mitternacht von seiner Deckladung 
zwei Standard Holz über Bord werfen müssen, Der Kapitän war gestürzt und hatte sich eine Rippen- 
verletzung zugezogen. Das Schiff hat etwa 25 Fuß Wasser im vorderen Kielraum, Heute mittag traf 
von Neuwerk telephonisch die Meldung hier ein, daß ein Dreimast-Vollschiff auf Groß-Vogelsand 
xestrandet ist. Die Seen überspülen fortwährend das Deck, Infolge des starken nord-nordöstlichen 
Windes treibt das Schiff immer höher auf. Sämtliche hier stationierten Schlepper dampften sofort 
hinaus, konnten jedoch wegen des hohen Seegangs eine Verbindung mit dem gestrandeten Schiff, dem 
Bremer Vollschiff »Marie Hackfekl« nicht herstellen. Die aus 25 Mann bestehende Besatzung wurde, 
wie eine spätere Meldung besagt, teils von dem Reitungsboot des Feuerschiffs »Elbe II«, teils von 
dem Büsumer Rettungsboot geborgen und hier gelandet. Schiff und Ladung sind völlig verloren, 
Cuxhaven, den 13, November, Der Sturm hat seit heute mittag etwas nachgelassen. Immer- 
hin pfeift’s noch tüchtig durch die Straßen, Ein großartiger Anblick bot sich heute morgen gegen 
Il Uhr von der Alten Liebe aus: Das Hochwasser. das erst 1 Uhr 30 Min, eintreten sollte, Bnıte 
bereits um 1/4212 Uhr seinen Höchststand erreicht. Die schäumenden Wogen überfluteteh die untere 
Plattform und den Seedeich, an dem sie vergeblich ihre verheerende Kraft versuchten. 5,60 m hoch 
stand das Wasser, also nicht ganz so hoch wie vor kurzem, wo wir sogar 5,77 m hatten. Aber weit 
großartiger war doch heute das Bild: Weithin ein tobendes, schäumendes Meer, ein ohrenbetäubendes 
Rauschen und Brüllen der Wogen., ; 
Bremen, den 13. November, Hier trat in verflossener Nacht ein starker Sturm auf, der auch 
heute vormittag mit Regenfällen begleitet noch herrschte. Der Sturm war von solcher Gewalt, daß 
er Fensterscheiben eindrückte. Viele Beschädigungen an Dächern sind zu verzeichnen, ohne daß 
glücklicherweise Personen durch die herabfallenden “Pfannen und Schieferplatten verletzt wurden, 
Harburg, den 14. November, Der Sturm aus Westsüdwest hat in der Stadt vielfach Schaden 
angerichtet; von den Häusern wurden mehrfach Schieferplatten und Dachsteine herabgeweht, von den 
Bäumen Äste abgebrochen. Besonders litt das Dach des Schulgebäudes der höheren Mädchenschule. 
wo von dem mittleren Turm ein Teil der Bedachung abgedeckt wurde. ; 
° Friedrichstadt, den 14. November. In der vorletzten Nacht herrschte im Eidergebiet ein 
furchthares Unwetter, das sehr viel Schaden anrichtete. Viele Strohdächer wurden beschädigt, Stroh-
	        
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