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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Großmann: Die Stürme an der deutschen Küste vom 12, bis 14. November usw. 339 
Zeit noch anhielten. Ostwärts bis Mecklenburg. hörten die stürmischen Winde 
nach 2b N, über Rügen nach 6b N auf, während weiter ostwärts bis zum Westen 
der Kurischen Nehrung um 8% N noch stürmische Witterung fortdauerte und diese 
weiter nach. Osten hin erst in der Nacht zum 14. einsetzte; diese Nacht führte 
ostwärts von. Rügen meist schwere Nordweststürme von der Stärke: 9/10 und 
mehrfach bis 11 herbei,. die über Pommern noch um 8% V am 14, beobachtet 
wurden und an der preußischen Küste meist bis zum Nachmittag, im Osten des 
Frischen Haffs sowie an der Küste des Samlands meist unter Zurückdrehen nach 
Südwest bis zum späten Abend fortdauerten. Vielfach ließen die Windstärken 
während des Nordoststurmes etwas nach, um dann bei Wind aus Nordwest wieder 
zuzunehmen. ; 
Über die Zeit der größten Stärke des Sturmes liegen die folgenden An- 
gaben vor: Brake am 13. 4% bis 5% V (orkanartige Böen 10 bis 11), Büsum 2b V 
(Stärke 10), Darsserort 101/,® bis 1% N (NNO 8, aber schon morgens WSW 9), 
Stralsund 11% bis 1 N (N bis NO 8/9), Arkona 101/,b bis 11/„% N (NO 9), Saßnitz 
12h bis 1? N (NO 8), Hela 10 N (NW 9 bis 10), Neukuhren Mitternacht bis 21/,b V 
am 14. (NW 11 bis 12) und im äußersten Osten allgemein etwa 8 bis 10% V 
(NW 8 bis 10) am 14. 
Die Stürme im Osten in der Nacht zum 14. und am folgenden Vormittag 
wurden dadurch hervorgerufen, daß sich im Rücken der Depression ein Gebiet 
hohen Luftdrucks über Continentaleuropa einstellte, das ostwärts vordrang und 
sich nordwärts ausbreitete; das Rückdrehen der Winde von NO nach NW war 
eine Folge der Lage der Achse des Minimums der Depression und ist des weiteren 
auf deren Rechtsdrehung zurückzuführen. Die unter teilweisem Zurückdrehen 
der Winde nach Südwest noch am Abend des 14. November im Osten beob- 
achteten Stürme wurden durch einen im Rücken der abziehenden Depression auf 
der Morgenkarte vom 14, über dem Kattegat hervortretenden Ausläufer verur- 
sacht, der auf der Abendkarte dieses Tages als eine leichte Einbuchtung der die 
preußische Küste berührenden Isobare hervortritt- Dieser Ausläufer brachte das 
Barometer an der ganzen Küste wieder zum Fallen, nachdem es meist 27 bis 
33 Stunden gestiegen war; das Barometer wandte sich zum Fallen ostwärts bis 
Mecklenburg in der Zeit von 9% bis 11% V, in Swinemünde zwischen 6% und 9b N, 
in Rügenwaldermünde zwischen 9% bis 10% N und in Neufahrwasser um 11% N; 
in Memel machte sich der Ausläufer auf der Barographenregistrierung nicht 
bemerkbar, 
Die von den Anemographen registrierten größten stündlichen Wind- 
geschwindigkeiten in m per Sek,, zusammengestellt mit den am Ende der Stunde 
bzw. Stunden registrierten Windrichtung und der in der betreffenden weiteren 
Umgebung beobachteten Windstärke (in eckigen Klammern), sind die folgenden: 
Borkum. Am 12, 7h bis 8h V NW 17 [8] und am 12, 8b N bis 13. 10 (?) V, mehr als 17 m 
da der Apparat von Mitternacht bis zum Morgen die Stundenmarken nicht angab, so ist 
der größte Wert nicht zu entnehmen gewesen. . 
Wilhelmshaven. Am 12. 7h bis 8b V N 10 [8] und am 13. 2h bis 3h V WSW 14. 
Keitum. Am 12. 11t bis 12b N SW 12 und am 13, 7h bis 9h V N bis ONO 11 [6/7]. 
Hamburg. Am 13. Oh’ bis 4h V WSW 16 und 8h bis 9ı V WSW 18 [8/9]. 
Kiel. Am 13. 2b bis 44 V WSW 11 und 10h bis 11b V NNO 13 [8). 
Wustrow. Am 13. 6h bis 89h V WSW 13 [7/8] und 11% bis 12b V NNO 13 [7/8]. ; 
Swinemünde.. Am 13, 2b bis 3h N NNW 9 [7/8]. 
Rügenwaldermünde, Am 13. 2h bis 38 N NNO 20 {10], am 14, 3b bis 4b V NW 17 [8/9] 
und Oh bis 3h N SW 10 [4/7]. 
Neufahrwasser. Am 13. 4h bis 5b N 15 [7/9]. SC 
Mm A ED bis 23V W bis WNW20, 7b bis 10h V NW 17 [8/9] und 10% bis 
Die Beobachtungen auf den Sturmwarnungsstellen gestatten es nicht, die 
Dauer der stürmischen Winde für die verschiedenen Teile der Küste abzuleiten, 
da Angaben über den Beginn und das Nachlassen der stürmischen Winde für 
die Nacht nur ganz vereinzelt vorliegen und auch am Tage meist fehlen; dazu 
kommt, daß vielfach getrennte Perioden stürmischer Winde auftraten. Die 
größte Dauer erreichten die Stürme jedenfalls im äußersten Westen und im Osten 
unserer Küste:
	        
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