Kleinere Mitteilungen,
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wo :z, die aus Breite und Deklination gefundene Zenitdistanz bedeutet und x aus
der Formel:
semiv x = semivt-cosb-cosa-seczZg
leicht berechnet wird. .
Das Azimut entnahm ich den an Bord befindlichen Azimuttabellen mit
Hilfe des zur Berechnung der Höhe: erforderlichen Stundenwinkels und der
Deklination.
Wiederum wurde die berechnete Höhe am Instrument eingestellt und in
der Richtung des Azimut mit dieser Höhe am Horizont tangiert. Auch hier
zeigte sich bald der Stern als heller Punkt im Spiegel und ließ sich ohne Mühe
scharf beobachten. ;
An mehreren aufeinanderfolgenden Tagen beobachteten wir nun morgens
um 9 Uhr Sonne und Venus zu gleicher Zeit; fanden durch die Venus, die um
diese Zeit kulminierte, die Breite und berechneten mit dieser Breite aus der
Sonne die Länge. Mittags wurde dann dieselbe Rechnung umgekehrt ausgeführt,
d. h. aus der Sonnenhöhe die Breite, aus der Venushöhe die Länge berechnet.
So erhielten wir zwei von jedem Bestecksfehler freie Schiffsörter, die zu-
gleich in der besten Weise eine genaue Strombestimmung während der Zwischen-
zeit gestatteten.
Jedenfalls bei Ansteuerung einer Küste wie diejenige von Nord-Brasilien
in der Nähe der Mündung des Amazonenstromes, wo man immer mit starken
Stromversetzungen zu rechnen hat, ist dieses eine völlig einwandfreie Art der
Ortsbestimmung, und ihre Ausführung ist leichter, als wie es den ersten An-
schein hat. ;
: Ich selbst zweifelte erst an der Möglichkeit von Sternbeobachtungen am
Tage, ein einmaliger Versuch hat mich von seiner leichten Ausführbarkeit überzeugt.
Leider war es mir nicht möglich auch Jupiter-Beobachtungen am Tage
anzustellen, da derselbe zu dieser Zeit — Monat April — um 11% nachts kulminiert,
jedoch bin ich sicher, daß auch seine Beobachtungen nicht so schwer sein werden,
wenn auch seine Helligkeit der der Venus etwas nachsteht.
Der Erfolg wird den Versuch sicher lohnen. ;
Im April 1910. H. Fritsch, I. Offizier.
Neuere Veröffentlichungen.
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben.
Skobel, A.: Geographisches Handbuch. Allgemeine Erdkunde, Länderkunde
und Wirtschaftsgeographie. Herausgegeben unter Mitarbeit hervorragender
Fachmänner, Fünfte, neubearbeitete und vermehrte Auflage. In 2 Bänden,
Ba. I: 522 Abb., 12 Bilder, 1 Karte, 957 S. Bd. II: 244 Abb., 14 Bilder,
816 S. 8°% Bielefeld und Leipzig 1909 und 1910. Velhagen & Klasing.
Preis MM 20 ungeb.
Die Neubearbeitung des Skobelschen Handbuches, dessen erste Hefte, enthaltend die All-
gemeine Erdkunde, in dieser Zeitschrift 1908 S, 422 angezeigt wurden, liegt jetzt abgeschlossen vor.
Die beiden stattlichen Bände mit fast 700 Abbildungen von charakteristischen Landschaften, Spezial-
kärtchen, Plänen, Profilen und Diagrammen werden einem jeden, sowohl dem Laien wie auch dem
Fachgeographen, eine Fülle von Anregung und Belehrung bieten. Die Gesamtdarstellung ist im großen
durchaus gelungen, die prächtigen Landschaftsbilder — namentlich bei Mitteleuropa — sind „vor-
züglich ausgewählt, die Diagramme‘ erleichtern den Überblick über das wirtschaftsgeographische
Zahlenmaterial. | N
Die Länderkunde hat folgende Verfasser: Europa, Allgemeines und Mitteleuropa von L. Neu-
mann; Rumänien und die Südeuropäischen Halbinseln von Th. Fischer; West-, Nord- und Ost-
europa von F. Regel; Asien von Joh. Rein; Afrika von Osk. Lenz; Nord- und Mittelamerika von
Alb. Skobel; Südamerika von F. Regel und E. Ambrosius; Australien und Ozeanien von
K. Sapper; die Südpolargebiete und die subantarktischen Inseln von A. Skobel. Den dritten Teil
des Werkes bildet eine Darstellung der Weltproduktion und des Welthandels von Ernst Friedrich
nnd des Weltverkehrs von Mich. Geistbeck. . - 3
. Die einzelnen Beiträge zur Länderkunde sind, sowohl was Ausführlichkeit wie auch die Be-
handlung des Stoffes selbst angeht, recht verschieden. Fast ein Drittel des Werkes ist der Länder-