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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910.
Wassertiefe, die bis dahin 20 bis 30 Faden (36 bis 55 m) und noch mehr beträgt,
ab. »Hungaria« ankerte hier auf 4!/, Faden (8.2 m) Wassertiefe südlich von der
Landungsbrücke in der Peilung: Fort rw. 100° (mw. OzS), Abstand davon
etwa 11/, Kblg.
Dem Lotsen, der nur auf Verlangen herauskommt, sollte man unter
keinen Umständen völlig vertrauen, weil er unfähig ist.
Das Löschen und Laden geht ziemlich schnell. Es dürfte sich empfehlen,
von Bord aus eine Leine nach der kleinen Landungsbrücke zu bringen, damit
die Leichter daran längsseit holen können.
Die Ausfuhr besteht aus Dividivi, Aloe und Mineralsalzen.
Der Gesundheitszustand der aus etwa 5000 Köpfen bestehenden Be-
völkerung ist im allgemeinen gut. Zur Zeit der Anwesenheit der »Hungaria«
kamen allerdings einige Typhusfälle vor.
(Nach neuerer amtlicher Bekanntgabe sollte am 1. Mai d. Js. auf dem Nord-
ostende von Buen Ayre ein weißes Blitzfeuer in Betrieb gelangen mit kurzen
Einzelblitzen, Wiederkehr 55% das in 30.5 m Höhe über Wasser auf einem
weißen, runden steinernen Turm von 21m Höhe brennt und 16 Sm sichtbar
sein soll.)
7. Zu: Apparat zur graphischen Darstellung der Standlinien. Es wird
hiermit darauf hingewiesen, daß der unter diesem Titel im vorigen Heft dieser
Zeitschrift S. 253 und 254 durch Cochius beschriebene Apparat bereits in
dem Artikel: Die Marcq Saint Hilairesche Methode, kombiniert mit der aus
der Meridianhöhe erhaltenen Breite, von Paul Hagemann, II Offizier der
Hamburg-Amerika Linie »Ann. d. Hydr. usw.« 1902 S. 547 u. ff. und Tafel 20 in
übrigens technisch sogar vollkommenerer Weise dargestellt worden ist. (D. Red.)
Hierzu geht soeben vor Abschluß dieses Heftes der Schriftleitung noch
folgende Mitteilung zu:
Dieser vom Schiffsoffizier Cochius in Heft V, S, 253 d. J. der »Annalen
der Hydrographie und Maritimen Meteorologie« angegebene Apparat ist bereits
seit mehr als zehn Jahren an der hamburgischen Navigationsschule in Gebrauch.
Das Diagramm, auf dem die Lineale und Radien angebracht sind, ist im Lehr-
buch der Navigation, herausgegeben vom Reichs-Marine-Amt 1901 im 2. Bande
S. 200 unter Fig. 99 abgebildet und als Diagramm von Eckardt & Messtorff
auf S. 201 beschrieben.
Der Apparat wird hier nur bei der Einführung in die Lehre von den
Standlinien zu Demonstrationszwecken gebraucht, denn in der Nähe der Küsten,
wo Seekarten in großem Maßstabe zur Verfügung stehen, wird die Konstruktion
der Standlinien am besten in dieser selbst vorgenommen, während auf hoher See
die Konstruktion auf dem Diagramm oder auf beliebigem Papier mit Hilfe des
Plathschen Zelluloiddrucks ebenso schnell ausgeführt wird. L.
8. Sternbeobachtungen am Tage. Angeregt durch den Aufsatz des Herrn
Professor Dr. Kohlschütter in »Annalen der Hydrographie und Maritimen
Meteorologie« 1909, S. 563 u. ff. über Sternbeobachtungen am Tage haben wir,
Kapitän Willtermann und Schreiber dieser Zeilen, während der Reise von
Hamburg nach Brasilien im April 1910 fortlaufende Beobachtungen der Venus
sowohl zur Breiten- wie Längenbestimmung am Tage angestellt und ganz vor-
zügliche Resultate damit erzielt,
Bei Beobachtungen im Meridian wurde aus Besteckbreite und Deklination
die ungefähre Höhe berechnet, diese am Instrument eingestellt und schon nach
wenigem Tangieren dieser eingestellten Höhe am nördlichen bzw. südlichen
Horizont erschien der Stern als heller kleiner Punkt im Spiegel und gestattete
eine derartig scharfe Beobachtung, wie sie bei der Sonne nicht besser erzielt
werden kann.
- Bei Beobachtungen zur Längenbestimmung wurde für die bestimmte Zeit
Höhe und Azimut berechnet. Die Höhe fand ich immer sehr schnell und bequem
nach der Formel:
sinh = COS Zu - COS X