Kleinere Mitteilungen.
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zu schicken. Im Besitze dieses verlegte ich am nächsten Morgen meinen Anker-
platz in die Peilungen: Kopf der Landungsbrücke rw. 70° (mw. ONO1/,0),
Leuchtturm rw. 79° (mw. OzN), Fort Antonio rw. 87° (mw. 0!/,N), Kapelle auf
dem Kirchhof rw. 124° (mw. SOzO). In diesen Peilungen ankerte ich auf 31m
Wasser über lehmigen Tongrund mit 100 m Kette zu Wasser. Vor dieser Ketten-
länge wird das Schiff immer klar schwaien.«
Gezeiten. Die Hochwasserhöhe beträgt 1.2 bis 1.5 m.
Klima. Von Juni bis Oktober herrscht intensive Hitze. Die Temperatur
beträgt am Tage gewöhnlich 32° bis 35° C und geht während der Nacht selten
auf 27° herunter. Der Gesundheitszustand ist jedoch im allgemeinen sehr gut,
wenigstens. ist er so im Herbst. ;
Hafenanlagen. Nach der. von Kapt. H. Lübcke beigefügten Skizze ist eine
250 m lange Landungsbrücke vorhanden; an ihrem Außenende steht 4 bis 5.3 m
Wasser, Das Laden von Kaffee geschieht aus Leichtern, die 60 bis 160 Säcke
fassen. Gearbeitet wird für venezuelanische Verhältnisse ausgezeichnet,
D. »Bolivia« konnte‘ fast 2000 Säcke Kaffee in gut zwei Stunden mit 2 Gängen
bequem übernehmen.
Die Stadt Cumanä liegt etwa 1 Sm von der Küste entfernt; nur das Zoll-
haus und andere für den Handelsverkehr in Betracht kommende Gebäude stehen
querab von dem Ankerplatze auf dem Festlande. Die Häuser sind im allgemeinen
nur niedrig gebaut, da die Stadt schon verschiedentlich von Erdbeben heim-
gesucht worden ist; im Jahre 1766 wurde sie ganz, im Jahre 1853 zum größten
Teil durch deren Gewalt zerstört. Verschiedene Kirchen, zwei oder mehrere
Klöster und ein Theater sind vorhanden.‘ Durch den kleinen Manzanares- Fluß,
der in zwei Armen in.die See mündet, wird die Stadt in zwei Hälften geteilt,
Der westliche Flußarm ist für Kanus befahrbar, und in der Regenzeit können
kleine Schiffe auf ihm bis zur Stadt hinauf gelangen. Die Einwohnerzahl beträgt
etwa 12000 Köpfe.
Handelsverkehr.. Ausgeführt wird hauptsächlich Kaffee, Kakao, Zucker,
Häute und Tabak.
Die Dampfer der Hamburg-Amerika-Linie laufen den Hafen nach Be-
darf an.
Schiffsausrüstung. Fische, wildes Geflügel und andere notwendige Sachen
sind zu billigen Preisen zu erhalten. Trinkwasser liefert. der Manzanares-
Fluß; man muß jedoch -1/, Sm flußaufwärts fahren, um gutes Wasser zu erhalten.
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutsches Konsulat ist nicht am Orte;
für Kapt. H. Lübcke stellte der Zolldirektor einen Gesundheitspaß aus, .
6. Ansteuerung der Insel Buen Ayre (Westindien). Nach Bericht Nr. 4368
des Kapt. Kotzte, D. »Hungaria« vom November 1907. Brit. Adm-Krt. Nr. 1966.
Tortuga to Cape la Vela; Nr. 3572, Plan: Buen Ayre, Kralendyk Road; Niederl.
Krt., Nr. 223, Curacao, Bonaire en Aruba; Nr. 211, Plan: Westkust Bonaire,
Reede Kralendijk. .
Die Reede von Buen Ayre (Bonaire) ist eine offene Seereede, die Schiffen
nur bei nordöstlichen und östlichen Winden Schutz bietet.
Bei ihrer Ansteuerung von Curacao her passiere man die Insel Klein Curacao,
diese an Steuerbord lassend, in genügendem Abstande, und steuere. dann mit
ostnordöstlichem Kurse auf die Insel Buen Ayre zu. Als gute Landmarke dient
der im nördlichen Teile dieser Insel liegende, etwa 265m (870’) hohe Berg
Brandaris, der sehr weit zu sehen ist. Bei der Annäherung an die Insel erblickt
man die Häuser der Stadt bereits, bevor die davor liegende Insel Klein Buen
Ayre auszumachen ist, Letztere ist ganz flach und erst in etwa. 5 Sm Abstand
davon mit Sicherheit zu erkennen, Man steuere durch die südwestliche Einfahrt
nach der Reede. Beim Aufsuchen des Ankerplatzes sei man sehr vorsichtig,
weil die Tiefen in der Bucht sehr verschieden sind. Wenn man beim Einsteuern
noch etwa 1 Sm von der gelben Oranje-Batterie entfernt ist, so nehme män
dieses Fort, auf dem auch eine Flagge weht, recht voraus, und dampfe mit ganz
langsamer Fahrt unter beständigem Loten darauf zu. Man steuere dann so .weit
an die Küste hinan, bis das Wasser helleorün erscheint; hier erst nimmt die