na.
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910.
5, Cumand (Venezuela). Nach Bericht Nr. 4607 des Kapt. H. Lübcke,
D. »Bolivia«, vom September 1908. Ergänzt nach englischen und amerikanischen
Quellen. Brit. Adm-Krt. Nr, 3273, The West Indies; Nr. 1480, Tobago to Tortuga;
Nr. 1523, Ports and Anchorages on the North Coast of South America, Plan:
Cumanä Anchorage. (Hierzu Tafel 30.)
Cumanä in Venezuela ist die Hauptstadt und zugleich der bedeutendste
Einfuhrhafen des Staates Bermudez. Die geographische Lage des Leuchtfeuers
nahe der Küste an der Südseite des nach Cumanä führenden Weges ist
10° 28’ 0” N-Br.; und 64° 11’ 30” W-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt
0.2° O, die jährliche Änderung ist gering.
Landmarken. Von der Küste an der Südseite des Golfes von Cariaco er-
streckt sich eine Ebene bis zu dem 10 Sm landeinwärts gelegenen Gebirgszweig
des Cerro de Bergantin, der 25 Sm südlich von der Einfahrt zum Golfe zu
1500 m Höhe ansteigt; eine Anzahl Hügel liegen für sich allein auf der Ebene,
Auf dem nordwestlichsten derselben, der nur 1 Sm innerhalb der Carenero-Huk
an der Einfahrt zum Golfe liegt, steht 55 m über dem Meere das Fort San An-
tonio; etwas niedriger liegen am Südwestabhange des Hügels die Ruinen der
Festung Santa Maria. Östlich von dem Hügel erhebt sich ein höherer, aber
unbefestigter Hügel. Von der Carenero-Huk an verläuft die sandige Küste 2 Sm
weit in südlicher Richtung bis zum Morro Colorado oder Escarpado Roxo,
einem kleinen Hügel mit rotem Küstenabhang, von wo aus sie dann bis zur
Piedras-Huk in südwestlicher Richtung hinzieht.
An- und Einsteuerung. Um nach dem Ankerplatze auf der Reede zu laufen
bringe man die Südseite des Hügels, auf dem Fort San Antonio steht, mit dem
Kirchturm westlich von der Festung in rw. 87° (mw. O1/,‚N) Peilung in Linie
und steuere auf dieser Peilung ein. Segelschiffe, die nach dem Ankerplatze
kreuzen müssen, dürfen nicht weiter nach Süden stehen, als bis das Fort San
Antonio rw. 77° (mw. ONO7/,0) peilt, um die Bank zu meiden, die sich vor dem
roten Küstenabhang des Morro Colorado nach See zu erstreckt,
Kapt. H. Lübeke schreibt: »Bei der Ansteuerung des Ankerplatzes von
Cumanä empfehle ich das schon von weitem sichtbare Fort San Antonio auf
etwa rw. 87° (mw. O1/,‚N)-Kurs anzulaufen und fast recht vor der Landungs-
brücke zu ankern, so daß man von der Kommandobrücke aus den Leuchtturm
rw. 79° (mw. OzN) peilt. Da das Ufer sehr steil abfällt, ist es ratsam, sich der
Küste langsam zu nähern, während man einen Anker mit etwa 37 m Ketten-
länge zu Wasser geführt hat. Sobald der Anker Grund faßt, bringe man das
Schiff, Kette steckend, zum Rückwärtsgang.«
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1910, Heft VI, Tit. VII,
Nr. 1790.
Lotsen sind nicht vorhanden,
Zollbehandlung ist sehr gut.
Ankerplatz auf der Reede. Der Ankerplatz auf der Cumanä-Reede ist auf
den Platz vor dem Zollhause beschränkt. Man ankert am besten in 2 bis 3 Kblg
Abstand vom Lande, da weiter draußen, namentlich nördlich vom Fort San An-
tonio, die Tiefen schnell zunehmen. Es ist zu empfehlen, vom Heck aus einen
Stromanker in südwestlicher Richtung oder nach dem Lande zu auszubringen,
um das Schiff zu stützen. Im allgemeinen weht der Wind zwar vom Lande her,
aber es tritt auch oft Land- und Seebrise auf; letztere setzt ungefähr aus
WNW-Richtung ein.
Kapt. H. Lübcke berichtet darüber: »Der Segelanweisung im West India
Pilot Vol. I, sixth Edition, 1903, folgend, verankerte ich das Schiff auf 46 m
Wasser auf der in der Karte querab vom alten Zollhaus angegebenen Stelle,
Die südwestlich davon gelegene Bank scheint sich weiter westlich herausgeschoben
zu haben, denn während des Schwaiens ergaben die Lotungen auf rw. 387°
(mw. NNW)-Kurs etwa 100 m hinterm Heck 3.7 m Wassertiefe. Die abkommende
Visite erklärte mir, daß der Ankerplatz zugleich mit dem Zollhause weiter
nördlich verlegt worden sei, und man versprach mir einen kürzlich von dem
Ingenieur, der den Brückenbau geleitet hatte, aufgenommenen Plan über Cumanä