accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

316 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910. 
de Navios, die zwischen den Inseln Chacachacare und Huevos hindurchführt, der 
Golf von Paria verlassen und von querab von Punta Mexillones mit westlichem 
Kurse die Insel Margarita angesteuert. 
Am Sonntag den 28, November 2b 15°in V kam das Feuer von Carupano in 
etwa 16 Sm Abstand davon in Sicht und war um 3b 11”in V in 10 Sm Abstand 
querab an B-B. Mit Hellwerden erschienen die Berge von Margarita. Die Orts- 
bestimmung ergab eine‘ Stromversetzung während der Nacht von 5 Sm in süd- 
östlicher Richtung. Um 8% V wurde in den Kanal zwischen den Inseln Margarita 
und Coche eingesteuert, nachdem durch einwandfreie Ausmachung der Peilobjekte 
am Lande eine zweifelfreie Ortsbestimmung sichergestellt war. Als solche Objekte 
kamen zunächst in Betracht: 
1. die Inseln Los Frayles; 
2. die Huk Morro de Punta Moreno mit drei charakteristischen Buckeln, 
die, vor Port la Mar liegend, diese Stadt verhältnismäßig lange dem 
Blick entzog, während Pampatur mit seinen weißen Häusern — be- 
sonders hervorspringend die Fassade einer alten Kathedrale — schon 
längst zu sehen war; 
der Leuchtturm von La Mar, der, entgegen der Bemerkung im Ver- 
zeichnis der Leuchtfeuer aller Meere, gut zu sehen war; 
die Blanco-Insel, die sich mit ihrem grauen Felsgestein gut von der 
Umgebung abhebt; 
5. die Huk Punta de Mosquitos. 
Die Insel Coche bietet wenig Unterstützung für die Ortsbestimmung. In- 
dem alle 10 Minuten der Schiffsort eingetragen und gleichzeitig gelotet wurde, 
wurde eine Lotungslinie durchgelegt, die eine Bestätigung der befremdlichen 
Tiefenangaben der Brit. Adm-Krt. Nr. 230 -— Tit. VII, Nr. 9 —, auf der die Tiefen 
unmittelbar nebeneinander von 7 auf 37 Faden (12,8 bis 68 m) schwanken, nicht 
ergab. Nach dieser nehmen die Tiefen einen regelmäßigen Verlauf, Punta Carnero 
erwies sich, besonders je mehr das Schiff querab davon kam, als schlecht auszu- 
machen, wogegen Punta de Mangles von jeder Seite her als grüne vorspringende 
Ecke erscheint und gute Dienste leistete. Je weiter man in den Kanal einsteuert, 
um so besser tritt auch die Insel Cubagua hervor, deren nördlich vorspringender 
Ansatz eine gute Vorausmarke bietet. Einen ganz anderen Anblick, als auf der 
Karte, gibt der nordwestliche Teil der Insel Coche. Er läuft von schroff ab- 
fallender Höhenlinie in eine schmale Sandbank aus, auf der ein Fischerdorf mit 
Hütten, ausgespannten Netzen und Salzpyramiden liegt, 
Nachdem von dem an dieser Stelle der Insel Coche ausgehenden, durch 
die Färbung des Wassers auch aus der Ferne wahrnehmbaren Haken gut frei- 
gehalten war, wurde mit südlichem, dann südöstlichem Kurs in die Chacopata- 
Bucht eingelaufen und dort außerhalb der Hoheitsgrenze von Venezuela um 
102 30min V auf 24 m Wasser geankert. 
Die Lobos-Inseln sind frühzeitig auszumachen, die Tuna-Inseln dagegen 
erst auf geringere Entfernung davon, weil sie sich von der hinter ihnen liegenden 
venezuelanischen Küste wenig abheben. Die Küste von Venezuela bietet an dieser 
Stelle keinen besonders charakteristischen Punkt, die Huken der Insel Coche sind 
ihrer Lage nach auch unsicher, so daß hier die Ortsbestimmung nicht besonders 
genau ist, 
Am 30. November 10% 30min V wurde wiederum Anker gelichtet zur Fahrt 
nach Curacao. Die Ausfahrt erfolgte durch den zwischen den Inseln Cubagua 
und Margarita hindurch führenden Kanal. Orts- und Tiefenangaben wurden wie 
bei der Einfahrt vorgenommen. Als Landobjekte kam ein Teil der bereits er- 
wähnten Punkte in Betracht. Außerdem der Zwillingsberg bei der Laguna Grande 
auf Margarita (ein Name dafür ist in der Karte nicht angegeben) mit sehr 
charakteristischen Formen, und die Cerros del Macanao. Die Lage der letzteren 
ist von der Einzeichnung auf der Karte insofern verschieden, als sie sich nicht 
für sich aus dem erhöhten Plateau herausheben, sondern nach allen Seiten in 
Hügelketten abdachen. 
4
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.