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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Nassau (Bahama-Inseln). 
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Lotsenwesen. Zuverlässige Lotsen sind vorhanden. Sie kommen in einer 
Motorbarkasse Schiffen 3 bis 4 Sm außerhalb der Hafeneinfahrt entgegen, (Siehe 
auch Barresignale weiter unten.) Es besteht Lotsenzwang. Das Lotsgeld 
ist nach Taxe geregelt.‘ Diese beträgt für Schiffe 
bis 24m (8) Tiefgang £ 1 sh d O0 bis 43m .(14') Tiefgang £ ° sh 75 
7 « {MV} h 414 « (141) id 
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Für jede 0.15 m (!/,’) Tiefgang mehr als 5.2 m (17), muß 5sh mehr bezahlt 
werden; Dampfer bezahlen außerdem noch 5 £ Zuschlag. Nach anderen Quellen 
beträgt der Zuschlag für Dampfer 2 £ und braucht nur halbes Lotsgeld bezahlt 
werden, wenn ein Schiff außerhalb der Barre ankert. Für Lotsenhilfe nach der 
östlich von der New Providence-Insel gelegenen Douglas-Reede muß !/, mehr, als 
die oben angeführte Taxe bezahlt werden. 
Schleppdampfer. Nach Kapt. A. Rörden sollen Schleppdampfer zu haben 
sein; Graf Colloredo Mannsfeld dagegen berichtet, daß keine vorhanden sind, 
Sturmsignale. Wenn das Barometer 5 mm unter den normalen Stand fällt, 
so werden bei dem Leuchtturm eine blau und gelb karrierte Flagge und eine 
rote dreieckige Flagge darüber gezeigt; diese bleiben so lange wehen, bis das 
Barometer wieder anfängt zu steigen. | 
Quarantäne. Von verseuchten Häfen kommende Schiffe müssen außerhalb 
des Hafens die ärztliche Visite abwarten und dürfen erst nach erteilter Praktika 
einlaufen. Ein Gesundheitspaß. wird stets verlangt. In Quarantäne gelegte 
Schiffe ankern zwischen Hog-Eiland und Salt Cay. Ein Quarantänelazarett be- 
findet sich auf der östlich von Hog-Eiland gelegenen Insel Athol. 
Ankerplatz auf der Reede. Schiffe, die ihres Tiefganges halber nicht in 
den Hafen einlaufen können, oder solche, die nur Order halber anlaufen, finden 
bei südlichen Winden vorübergehenden Ankerplatz auf etwa 15m oder mehr 
Wasser nördlich von Hog-Eiland an der Kante der Bank, von wo das Regierungs- 
gebäude rw, 201° (mw. SzW7/W) und eben östlich frei von der christlichen 
Kirche (Kathedrale) peilt. Der Ankerplaätz ist unter beständigem Loten mit lang- 
samer Fahrt anzulaufen und der Anker zum sofortigen Gebrauch bereit zu 
halten. Im Winter müssen Schiffe darauf vorbereitet sein, den Ankerplatz sofort 
verlassen zu können, wenn der Wind umzuspringen droht. Guten Ankerplatz 
findet man auch nordwestlich von Hog-Eiland, auf 31m Wasser, von wo der 
Leuchtturm rw. 135° (mw. SO), 3, Sm entfernt peilt. 
Geschützten Ankerplatz finden zwei oder drei Schiffe von 4.3 bis 4.6 m 
Tiefgang unter dem Westende von Salt Cay, etwa 2 Sm östlich von dem erst- 
genannten Ankerplatz, H. M. S. »Buzzard« ankerte hier im Februar 1896 
während eines Nordweststurmes und lag vollkommen geschützt gegen die recht 
quer über die Einfahrt brechende See, Die Einfahrt zu diesem Ankerplatz be- 
findet sich zwischen den vor der Nordseite von Hog-Eiland gelegenen Porkfish- 
Klippen, etwa 1%, Kblg nördlich davon, und dem felsigen Riff, das sich von dem 
Westende von Salt Cay naclı Westen erstreckt. Das Fahrwasser nach dem 
Ankerplatze hat 5.5 bis 5.8 m Wassertiefe mit Ausnahme einiger Stellen, die zu 
meiden sind. Eine dieser Stellen liegt querab von dem Westende des sich von 
Salt Cay aus erstreckenden Felsenriffes und ist durch eine rote spitze Tonne 
gekennzeichnet; auf das Vorhandensein dieser Tonne kann man sich jedoch nicht 
immer verlassen. Beim Einlaufen bringe man, sobald man sich querab und 
östlich von den Porkfish-Klippen befindet, die Mitte der größeren der beiden 
Klippen in rw. 260° (mw. W7/,S)-Peilung mit dem Leuchtturm auf Hog-Eiland 
achteraus in Linie und steuere auf entgegengesetztem Kurs nach dem Ankerplatze, 
wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß starke Gezeitenströme quer zur Fahrt- 
richtung setzen. Beim Auslaufen nach steifen Ost- oder Nordostwinden wird an 
der Einfahrt wahrscheinlich, auch wenn der Wind schon 2 oder 3 Tage flau ge-
	        
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