accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

368 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910, 
Nach Graf Colloredo Mannsfeld sind das Colonial-Hotel und der da- 
nebenstehende Schornstein hervorragende Landmarken. Diese Gebäude überragen 
bei weitem alle Häuser der Stadt, selbst die auf der Hauptreihe stehenden, In 
der Saison, von November bis März, ist das Hotel bei Nacht hell erleuchtet und 
weiter sichtbar, als das Leuchtfeuer. 
Ansteuerung. Vom Norden oder Nordosten kommende Schiffe, die durch 
die Providence-Nordost-Durchfahrt einlaufen, müssen in gutem Abstande von der 
Nordostecke der kleinen Bahama-Bank bleiben; die Insel Great Abaco ist nur 
niedrig, und Keys und Untiefen liegen hier noch in 6 bis 7 Sm Entfernung von 
ihr. Große Vorsicht ist auch geboten wegen des auf die Insel zu setzenden 
Stromes (siehe unter Küstenstrom), Segelschiffe sollten bei Winden aus südlicher 
Richtung während der Nacht, wenn sie nicht mit Hilfe der Leuchtfeuer den 
Schiffsort genau bestimmen können, von der Küste ab nach Osten liegen, da das 
Lot nicht rechtzeitig vor Gefahren warnt. 
Von Osten kommend trachte man danach, das Nordende der Insel Eleu- 
thera in Sicht zu bekommen und umfahre dann das westlich davon gelegene 
Egg-Riff in 3 bis 4 Sm Abstand. Kommt man bei Nacht, so kann man die Bank 
mit 22 bis 25 m Wassertiefe anloten, die sich von der Man-Insel, östlich vom 
Nordende der Insel Eleuthera gelegen, 5 Sm in nordöstlicher Richtung erstreckt, 
Ist man in solchem Falle jedoch sich seiner Breite nicht ganz sicher, so bleibe 
man immer in gutem Abstande vom Nordende dieser Insel, da die vorgelagerten 
Riffe und Untiefen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Schiffe bilden. 
Nach Passieren des Egg-Riffes, wenn Great Egg-Eiland rw. 90° (mw. O) peilt, 
führt südwestlicher Kurs nach der Nassau-Hafeneinfahrt,. 
Die Providence-Nordwest-Durchfahrt bietet keine Gefahren, wenn man sich 
in der Mitte des Fahrwassers hält. Die Strömungen in ihr sind im allgemeinen 
gering; nur nach nördlichen Winden findet man Oststrom von etwa 1 Sm Ge- 
schwindigkeit. Befindet man sich jedoch in der Nähe der Kanten einer der 
Bahama-Bänke, so ist der an- und absetzende Gezeitenstrom zu berücksichtigen, 
Werden Segelschiffe in einer der Providence-Durchfahrten von stürmischem 
Nordwestwind überrascht, so tun sie am besten, da dann die Barre vor der 
Nassau-Hafeneinfahrt unpassierbar ist, entweder in Lee des Südendes der Insel 
Great Abaco zu bleiben, oder unter der Westseite von Hole in the Wall, der 
Südosthuk von Great Abaco, zu ankern, bis der Wind nachgelassen und die See 
sich gemäßigt hat. Es kann zwar vorkommen, daß der Wind auch noch stürmisch 
weht, wenn er bereits nach Nordost gedreht hat, aber der Seegang legt sich ge- 
wöhnlich schnell auf der Barre, sobald der Wind aus dieser Richtung kommt. 
Küstenstrom, Vom Norden, Osten oder Südosten her die Bahama-Inseln 
ansteuernde Schiffe treffen gewöhnlich nordwestlichen Strom von 2 bis 3 Sm 
Geschwindigkeit. Nördlich von der Insel Eleuthera jedoch setzt nach Nordwest- 
und Nordwinden, wahrscheinlich auch nach ruhigem Wetter und bei zunehmendem 
Mond, manchmal der Strom nach entgegengesetzter Richtung; sicherer ist es je- 
doch, mit diesem Strom nicht zu rechnen. 
In den N. £f. S. Nr. 633 vom Jahre 1909 wird bekannt gegeben: »Der 
Arm des Nord-Äquatorialstromes, der nordwestlich außerhalb der kleinen Antillen 
vorbeiläuft, setzt auf die Ostseite der Bahama-Bänke. An der Ostseite der Insel 
Great Abaco zwischen Hole in the Wall und Elbow Cay sind seit November 1908 
mehrere Schiffe gestrandet. Lotungen geben keinen Anhalt, da die Tiefen in 
kurzer Entfernung von 3660 m (2000 Fad.) bis auf 366 m (200 Fad.) abnehmen 
und tiefes Wasser bis dicht an Land reicht. Der Strom läuft nach NW mit un- 
gefähr 1.5 Sm Geschwindigkeit in der Stunde; bei südöstlichen Winden aber ist 
er stärker und setzt in die Providence-Nordost-Durchfahrt hinein und auf das 
Abaco-Feuer zu«, 
Innerhalb der 180 m (100 Fad.) — Linie setzt starker Gezeitenstrom 
auf die Riffe zu und von denselben ab. 
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1910, Heft VI, Tit. VII, Nr.2509, 
92512, 2525 bis 2529, 2542 bis 2550.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.