306 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910.
Saugbagger-Einrichtung am Molenfuß erzielt werden, die unverhältnismäßig viel
einfacher und billiger arbeiten könnte als wie irgend ein Schwimmbagger in der
Dünung oder Brandung vor der Moleneinfahrt. Der Bagger sollte den Sand
einfach in einer längeren Leitung über die Mole weg nordwärts pumpen, wo der
Sand infolge der natürlichen Abwanderung unschädlich sein müßte, Für das
Hineinspülen des wandernden Sandes in das Baggerloch würden Brandung und
Strom schon Sorge tragen. Diese Idee konnte aber damals keine festen Formen
mehr gewinnen, weil, wie schon oben ausgeführt, in dem Jahre die Versandung
ausnahmsweise schnell fortschritt, so daß für diese vorbeugende Maßregel Hilfsmittel
gar nicht mehr rechtzeitig beschafft werden konnten.!)
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Schematische Darstellung der stationären Baggerungsanlage.
Wie bald nun für die Theorie einer Hafenanlage der Schritt von der
stationären Baggereinrichtung zum Rockbay-Prinzip (ich lernte die Rockbay
mit ihren günstigen Verhältnissen erst später kennen) gemacht war, liegt auf
der Hand.
Wert eines Hafens für das mittlere Schutzgebiet,
Das derzeitige entschiedene Eintreten für die Landungsbrücke könnte mir
in Verbindung mit den beiden Aufsätzen im Dezember- und März-Heft der
»Marine-Rundschau« dahin ausgelegt werden, als ob ich den großen Wert eines
geschützten Seeschiffhafens verkennen würde, Im Gegenteil, ich habe die
großen Vorzüge einer geschützten Hafenanlage und deren günstigen Einfluß auf
Minenindustrie, Handel und Verkehr bereits im Jahre 1904 gelegentlich der
Berichte über die Landungsverhältnisse in Swakopmund ganz besonders hervorgehoben.
Ich glaube nur nicht, daß der Umschlagverkehr in absehbarer Zeit
die Unterhaltungskosten einer derartig teuren Seeschiffs-Hafenanlage wird aufbringen
können. Deshalb trete ich zunächst für das billigere, d. i. die Landungsbrücke
ein, die sich voraussichtlich selbst wird unterhalten können,
Colombo, im Februar 1910. Connemann, Kapitänleutnant.
ty Ob dies aber nicht der Punkt war, an dem die Arbeiten zur Wiederfreilegung und späteren
Freihaltung der an sich baulich gut erhaltenen und nur eingesandeten Mole zuerst wirksam hätten
angesetzt werden können, entzieht sich jetzt leider meiner Beurteilung, da ich nach meinem Weggange
im Dezember 1904 zu sehr die Fühlung verloren habe. Man sollte aber glauben, daß es nach
Abwanderung der Hauptsandmassen zur Wiederfreilegung der Mole zweckmäßig gewesen wäre, der
Versandung vor der Molenzufahrt in erster Linie neue Nahrung zu entziehen und dann zu sehen, wie
sich die dort abgelagerten Sandmassen gegenüber der Fortbewegung durch Wellenschlag und Strom
verhalten würden. Wahrscheinlich würde nach Entziehung des weiteren Nachschubs ein großer Teil
von selbst wieder abwandern. Dann würde sich aber auch ein Versuch des weiteren Freilegens von
innen heraus verlohnen, der seinerzeit mit Schwimmbaggern meines Erachtens so lange ziemlich aussichtslos
war, als man die weitere Zufuhr nicht unterbunden hatte.