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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910.
Von den nun noch übrig bleibenden Kompensationsarten hat die Zügel-
kompensation am gleichmäßigsten gewirkt, hat sich auch am wenigsten ver-
schlechtert; die meisten Chronometer dieser Kompensationsart sind an Güte
gleich geblieben. Leider wird die Zügelkompensation seit 11 Jahren nicht mehr
geliefert.!)
Nach der Zügelkompensation folgt eigentümlicherweise die einfache Kom-
pensation, Bei dieser ist jedoch betreffs der Prozentzahl in Betracht zu ziehen,
daß bei den ältesten Chronometern das Alter vielfach unbekannt ist, die Angaben
unvollständig sind, daher auch die Prozentzahlen nur angenähert richtig sind,
Auch aus der Tabelle 1, welche die besten und zuverlässigsten Instrumente
aufführt, geht die Zügelkompensation als Siegerin hervor, demnächst folgt die
Hilfskompensation für Kälte. Desgleichen läßt die Tabelle 2 die Zügelkompensation
als die bewährteste Kompensationsart ersehen. Unter 15 Chronometern I. Klasse
sind allein 9 mit Zügelkompensation, nach dieser nimmt die Hilfskompensation
für Kälte die zweite Stelle ein.
Bis dahin ist das Alter der Chronometer nicht mit in Betracht gezogen
worden; wird dieses als Gewichtszahl mit in Erwägung gezogen, so erhält man
Folgendes Ergebnis:
An Güte
Kompensationsart
Einfache Kompensation ohne Nickelstahlunruhe
Einfache Kompensation, Nickelstahlunruhe
Hilfskompensation für Kälte . .
Hilfskompensation für Wärme. . . .
Hilfskompensation — Zügel — ,
Andere Hilfskompensationen
gleich- .
zehlieben | gebessert
707
80 130
38 0/0 100
50 % 15 00 |
so) 110
DS 9/ zo 9
169% S
| ver-
schlechtert
Anzahl
179% 5
490% 24
340% 102
18% 9
21% 33
47.08 71
Die Zusammenstellung ergibt einen ähnlichen Ausfall, wie vorher fest-
gestellt worden war; mithin ist auch bei Berücksichtigung des Alters die Zügel-
kompensation als die beste Kompensationsart anzusehen, Die einfache Kompensation
Ohne Nickelstahlunruhe erreicht dieses Mal einen sehr hohen Prozentsatz an
Chronometern, welche an Güte gleichgeblieben sind, einen sehr geringen bei denen,
die an Güte sich verschlechtert haben. Hier tritt in verstärktem Maße das über
3ie vorher bemerkte auf, da diese Instrumente namentlich in Gruppe I vorhanden
sind, in der das Alter, welches in dieser Gruppe ungenau ist, eine große Gewichts-
zahl bildet. In Gruppe II bis VII sind in Summa 14 Instrumente, eine kleine
Anzahl zur Gesamtsumme, Von diesen sind 7 Instrumente an Güte gleich geblieben,
7 hahen sich verschlechtert, keins sich an Güte gebessert,
Ergebnis. Die Art der Kompensation übt einen Einfluß auf die Güte der
Chronometer aus. Die beste Kompensationsart ist die Zügelkompensation; nach
ihr scheint die Hilfskompensation für Kälte — Kullberg — den günstigsten
Einfluß auf die Güte der Chronometer auszuüben.
Hafenanlage in Swakopmund.
Der Aufsatz im November-Heft der vorliegenden Zeitschrift zeigt, daß für
die Swakopmunder Hafenanlage noch immer ein berechtigtes theoretisches Inter-
esse vorhanden ist. Deshalb seien in Verfolg des Meinungsaustausches noch
einige Bemerkungen aus der Zeit der praktischen Erfahrungen gestattet, die bei
der Beurteilung der verschiedenen Projekte vielleicht von Interesse sein können.
1) Vergleiche die Arbeit des Korvetten-Kapitäns a, D. Nees v. Esenbeck: »Vergleichung
der Chronometer nach ihrer Kompensationsart« (>Ann. d. Hydr. usw.« 1891, ©. 503 u. f.). Gemäß
Jieser Arbeit kann die Vorzüglichkeit der Zügelkompensation nicht in Frage gestellt werden.