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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

298 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910, 
A stellt den Kompensationsfehler dar, B die sprungweise Gangänderung, befreit 
von dem Kompensationsfehler, und C den Wert der Beschleunigung des täglichen 
Ganges. Aus der Veränderung der Gütekoeffizienten bzw. der Summe derselben 
A+2B-+C1) kann auf die Veränderung des Verhaltens, also auf die Güte der 
Chronometer, geschlossen werden, Diese. Veränderung ist bei der vorliegenden 
Arbeit als Grundlage genommen worden, 
Die Angaben von 312 Chronometern standen zur Verfügung, Instrumente 
von einem Alter von 35 bis zu 3 Jahren. Chronometer, welche seit ihrem An- 
kaufe einer Reparatur oder Erneuerung wichtiger Werkteile, wie Spirale usw. 
unterworfen worden sind, wurden nicht berücksichtigt, 
Da nun nach dem Höchstbetrage der Gütekoeffizienten die Klasse bestimmt 
wird, zu der das betreffende Instrument gehört,?) nach der Veränderung der 
Klasse auch auf die Veränderung der Koeffizientensumme geschlossen werden 
kann, so ist hier nicht die Größe der Koeffizienten, sondern die Klasse berück- 
sichtigt worden, um aus dieser das Verhalten der Güte der Chronometer mit der 
Zeit oder mit anderen Worten die Leistung der Chronometer zu ersehen, ob sie 
sich im Laufe der Zeit gleich blieb, besserte oder verschlechterte, 
Bei Behandlung der Frage ergab sich eine zweite, ob nämlich die Art der 
Kompensation Einfluß auf die Güte der Chronometer hat. Diese Frage soll 
gleich nach der ersten abgehandelt werden, 
Um die Fragen mit dem vorhandenen Material beantworten zu können, 
sind die Angaben der 312 Chronometer in einer Liste zusammengestellt worden, 
Aus dieser Liste ist zu ersehen: die Kompensationsart, das Alter, die Klasse, in 
der das Chronometer beim Ankauf eingeordnet wurde, sowie die Klassen, welche 
das Instrument bei der jeweiligen Temperaturuntersuchung erhielt, nebst dem 
Verhalten der Chronometer während der ganzen Zeitdauer ihrer Zugehörigkeit 
zur Kaiserlichen Marine. Die betreffende Liste wird der Vereinfachung halber 
nicht mit veröffentlicht. 
I. Wie verhält sich die Güte der Chronometer mit der Zeit? 
Zur Erledigung der Frage wurden die Instrumente in Jahresgruppen zu- 
sammengestellt, und‘ zwar der Übersichtlichkeit halber je nach ihrem Alter in 
Gruppen von einem fünfjährigen Zeitraum, 
‚Gruppe | Gruppe | Gruppe | Gruppe Gruppe Gruppe Gruppe" Im 
; II, X IV V VI VII ganzen 
Alter — Jahre .......0..0.0+7 
Anzahl ‚0.000. 000040 40000 
In der Güte gleichgeblieben*) sind 
In der Güte gebessert*) sind. ... 
In der Güte verschlechtert*) sind 
Ausgemustert von den letzteren 
mußten werden ..........,1 WW 
* Bemerkungen zu: 
In der Güte gleichgeblieben. Hierzu rechnen diejenigen Chronometer, welche im großen und ganzen 
in ihrer Güte gleichgeblieben sind, Sie wurden einmal in die nächst höhere, ein andermal in die 
nächst niedere, zuletzt wieder in ihre ursprüngliche Klasse eingeordnet. 
In der Güte gebessert. Hierzu rechnen die Chronometer, deren Güte sich mit der Zeit gebessert hat. 
In der Güte verschlechtert. Hierzu rechnen die Chronometer, deren Güte sich mit der Zeit ver- 
schlechtert hat. 
Gruppe I. Das genaue Alter dieser Instrumente ist zum großen Teil nicht mehr nachweisbar, jeden- 
falls ist ein Teil älter wie angegeben. 
Gruppe I und IX. Bei diesen Instrumenten ist — mit ganz wenigen Ausnahmen — nicht festzustellen, 
zu welcher Klasse sie beim Einkauf gehörten. Aus’den Begleit- und alten Chronometertagebüchern 
ist zu ersehen, daß sich nur wenige erstklassige Chronometer darunter befanden, 
1) In der Güteformel erscheint B doppelt, weil die sprungweise Gangänderung in der Praxis 
am störendsten wirkt, sich in keiner Weise rechnerisch berücksichtigen läßt, 
2) Die Chronometer der Kaiserlichen Marine werden in vier Klassen eingeteilt. Der Höchst- 
betrag der Summe A+2B-+C muß sein: Für die Klasse I 2,50sek, für die Klasse II 5,00sek, für 
die Klasse III 6.50sek, für die Kasse IV 10.00sek.
	        
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