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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

290 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910. 
Koordinaten g und A als Annahmen ist daher erforderlich. (Vgl. Kontrollrechnung 
des weiter, unten durchgeführten Beispiels.) Zur Herleitung der Formeln unter 
2 und 3 (vgl. Fig. 2, 3 und 4, Tafel 29) ist zunächst angenommen, die Winkel ww, 
und , seien bekannt, Vorausgesetzt, daß @ im Verhältnis zu z, und zu zZ, 
klein, ist: 
0 C08 4, = SL 1825 0008 > — 5 IB Zi 
&, == ocotg zZ, COS w; Io = 0 COLg Z, COS wa 5 
Et = A—A, = 0(cotg z, COS 9, -- COtg Zy COS wa). 
Zur Abkürzung wurde gesetzt: 
Yı = COLlg Z, COS di; 72 == COLlg Z, COS 25 
A—A, = (7 + 7); oA 
Dieselbe Formel würde entstehen, wenn man sich die Figur 3 in der 
Ebene gezeichnet denkt, nur tgz, anstatt z, und tg z, anstatt z,. 
Diese Übertragung in die Ebene (Figur 4) ist zur Bestimmung des Näherungs- 
wertes z benutzt, und es wird, vorausgesetzt, daß ww, und ı hinreichend klein sind: 
sin , 1 sin 4 = Li = EI Zae 
Ferner 
Yıl;va = 180° — An. 
Daraus folgt: 
_ 180° — Ay yyz m 10° Az 
YO a ie 8 ve 2 A 
und nach Figur 2 oder 4: 
= 090° — 9, = 0 — 90° pp. 
Die Formeln unter 2 und 3 geben also Näherungswerte. Um den Grad 
der erreichten Näherung zu prüfen, ist mit der ermittelten Breite und Länge, 
als neuer Annahme, die Rechnung zu wiederholen, 
Die Formeln unter 4 folgen aus den Gleichungen der beiden Standlinien, 
wenn O als Anfang rechtwinkliger Koordinaten, die Nordrichtung als positive 
U-Achse und die Ostrichtung als positive V-Achse gewählt wird (Figur 5). 
Die Güte einer Standlinie ist wesentlich bedingt durch die Größe von 7, + 7% 
(Formelgruppe 3). Je größer dieser Wert, desto geringeren Einfluß hat ein Beob- 
achtungsfehler, der dem gemessenen Winkel A anhaftet. Daraus folgt: Kleine 
Zenitdistanzen und kleine w-Werte sind günstig. Andererseits aber dürfen zum 
Messen von Horizontalwinkeln die Zenitdistanzen nicht zu klein sein. Aus Vor- 
stehendem ergeben sich folgende 
ınd 
so wird 
Bedingungen für die Güte der Bestimmung.) | 
1. Die Zenitdistanzen sollen möglichst zwischen 30° und 60° liegen, 
2. Die Zenitdistanzen eines Sternpaares sollen nicht sehr verschieden sein, 
3. Der Azimutunterschied eines Sternpaares soll möglichst 150° bis 210° 
betragen, 
4. Der Winkel zwischen den beiden Standlinien soll möglichst wenig von 
90° abweichen, 
Beispiel. Am 30. Dezember 1909 zwischen 12 und 1 Uhr nachts, etwa in 
22° 50’ Süd-Breite und 17° 20’ Ost-Länge sei beobachtet: 
Winkel zwischen Achernar und Regulus == 198° 59’ 18” 
und zwar Achernar um 12b 42min 188ek, 
Regulus « 122. 42 24 . 
Winkel zwischen «* Centauri und Aldebaran = 157° 3’ 48” 
und zwar &«? Centauri um 12h 54min 16sek 
Aldebaran « 12 54 48 . 
Jedes Ergebnis ist das Mittel aus vier unabhängigen Messungen. 
m. Gr. Zt. — Uhr — — 1h 11min 998sek 
1) Bei Aufstellung der Bedingungen hat mir eine sehr charakteristische Zeichnung der Azimut- 
yleichen von Herrn Dr. Wedemeyer vorgelegen.
	        
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