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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910. 
Hätte man die Beobachtungen nicht an einem Punkte angestellt, sondern 
inzwischen etwa rw. 45° 12 Sm gutgemacht, so entnimmt man aus der Gradtafel 
mit 45° als Kurswinkel und 12’ als Distanz BB (Breitenunterschied) == 8,5’ und 
90° 89° 
9) Ce 
88° 87° 862, 
85° 
a) Nullradius 
N (Abweitung) = 8.5. Aus der Gradtafel findet man mit A = 8.5’ und 5 = 85.4°, 
D — 100. Durch den Punkt a’, der 8.5’ = 0.14° nördlicher und 100’ = 1.67° 
östlicher liegt als a, zieht man die zweite Standlinie senkrecht zum Radius a’. 
In die Figur sind der Raumersparnis wegen nur Halbkreise eingezeichnet, 
1 em == 1°. Die Methode ist bis auf 85° Breite anwendbar. 
Astronomische Ortsbestimmung nach Horizontalwinkeln. 
Ein Beitrag zur Kolonialvermessung. 
Von Oberst v. Kobbe, 
(Hierzu Tafel 29.) 
Die Ergebnisse aller trigonometrischen Höhenmessungen — astronomischer 
wie terrestrischer — werden beeinträchtigt durch die Unsicherheit, welche der 
Strahlenbrechung stets anhaftet, Wo eine feste Aufstellung des Meßinstruments 
nicht möglich ist, wie z. B. auf Schiffen, sind allerdings Höhenmessungen noch 
die zuverlässigsten, auch fällt hier der erwähnte Nachteil weniger ins Gewicht, 
weil allein schon durch die Art der Beobachtung Fehler mit in Kauf genommen 
werden müssen, die der Ungenauigkeit der Strahlenbrechung gleichkommen, 
Dient aber der Theodolit auf festem Stativ als Meßinstrument, so ist die Messung 
von Horizontalwinkeln mit erheblich größerer Genauigkeit auszuführen, als eine 
solche von Höhenwinkeln, Der Kollimationsfehler ist durch sorgfältige Revision 
des Instruments und sachgemäße Anordnung der Beobachtungen so gut wie aus- 
zuschalten. Hinsichtlich der »seitlichen Refraktion« verweise ich auf die »Zeit- 
schrift für Vermessungswesen«, Jg. 1879, Heft 3, Seite 129, Fußnote, Als unver- 
meidlich bleiben dann nur noch der Kreisteilungsfehler und der nackte Beob- 
achtungsfehler. 
Die Beobachtung von Horizontalwinkeln zwischen je zwei Gestirnen zum 
Zweck der astronomischen Ortsbestimmung läßt sich zweckmäßig für eine Stand- 
linienmethode verwerten. Ist A der zwischen den Orten der Sterne S, und S, 
gemessene Horizontalwinkel, so ist die Kurve, welche die beiden auf die Erd- 
oberfläche projizierten Sternorte verbindet und den sphärischen Winkel A als 
Peripheriewinkel einschließt, eine Ortslinie. Bei geeigneter Wahl der Sterne ist 
der Krümmungshalbmesser der Kurve so groß, daß der in Betracht zu ziehende
	        
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