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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910.
Sonne Q hin soll positiv, jede von Q weg soll negativ heißen, Dann werden die
Gesamtbeschleunigungen
in A: —g+£-+df, in B: +g+f—df, in O0: A
Hieraus folgen die Relativbeschleunigungen von A und B in bezug auf O
durch Subtraktion von + f, nämlich
in A: —g-+df, in B: + g—df£.
Diese Ausdrücke besagen aber: In A sowohl als auch in B wirkt nach O
hin die Beschleunigung g— df, in beiden Punkten ist die Erdschwere ver-
mindert oder, kurz gesagt, Flut.
2, Wenn der Verfasser den von mir gebrauchten Ausdruck »negativ ge-
nommene mittlere Anziehungskraft« nicht klar findet, so ist darauf zu erwidern,
daß dieser Ausdruck lediglich dazu dienen soll, den Inhalt der Gleichung
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in Worte zu fassen. Und das vom Verfasser bezweifelte Recht, »einen positiven
Vektor negativ zu nehmen und zu den übrigen zu addieren«, ist nichts weiter
als das Recht, an Stelle der obigen Gleichung die folgende
= G G
= at)
zu setzen, was auf Grund der Begriffe der Vektorenaddition und -subtraktion
ohne weiteres gestattet ist.
Übrigens ist der Ausdruck »negativ genommene mittlere Anziehungskraft«
ganz nebensächlich; er wird vermieden, wenn man sagt: f ist die Differenz der
Anziehungsbeschleunigungen im betrachteten Oberflächenpunkt und im Erd-
mittelpunkt,
3. Unhaltbar endlich sind die am Schluß der Arbeit von A, Müller be-
handelten Zerlegungen von Vektorsummen, die die Einführung der Zentrifugal-
kraft rechtfertigen sollen. Vor allem ist nicht ersichtlich, welche Bedeutung der
Verfasser dem Ausdruck »Vektorsumme« beilegt. — Von den drei für elliptische
Bahnen gegebenen Zerlegungen erscheint die zweite »in einen normalen und einen
tangentialen Vektor« nicht klar infolge der Anmerkung, nach welcher der tan-
gentiale Vektor nicht identisch mit der Tangentialbeschleunigung sein soll; die
erste und dritte entsprechen den beiden für Kreisbahnen angegebenen, auf die
ich mich daher im folgenden beschränken darf, — Die erste Zerlegung »in
einen Vektor der Gravitationsbeschleunigung und einen dazu senkrechten
Geschwindigkeitsvektor« widerspricht den einfachsten Regeln des physi-
kalischen Denkens. Denn Zusammensetzung und Zerlegung sind nur bei gleich-
artigen Vektoren denkbar; niemals kann bei einer solchen Zerlegung die eine
Komponente eine Beschleunigung, die andere eine Geschwindigkeit sein! — Die
zweite Zerlegung »in den zentripetalen Vektor der Gravitationsbeschleunigung
und einen dem absoluten Betrag nach ihm gleichen, zentrifugalen Vektor« ist
zwar an sich denkbar (sofern man auch den letztgenannten Vektor als. eine
Beschleunigung ansieht), sie widerspricht aber den Tatsachen. Denn zwei entgegen-
gesetzt gleiche in ein und demselben Punkte angreifende Vektoren haben die
Resultante Null,‘ und wenn man diese an einem ruhenden System anbringt, wie
Müller es verlangt, dann bleibt das System in Ruhe; unmöglich kann eine
Kreisbahn durch die genannten Vektoren dargestellt werden,