v. Schaper, H.: Über die elementare Darstellung der fluterzeugenden Kräfte, E23
Der Druck des Punktes P auf seine. Umgebung
z=b-bh
wird nunmehr mit Benutzung von (1), (2) und (3)
_— Vo A ee —
X = & — 5-4 2m — (Em)o + 8s — (gs)o -
An diese Gleichung knüpfen sich wesentlich dieselben Bemerkungen wie an
die Gleichung (11) meiner Arbeit, S. 113 bis 115. - .
So erhält man für die fluterzeugende Beschleunigung — das Wort »Gezeiten-
druck« erscheint nicht unpassend — den Wert
= gm— (m)e-H8s— (Ep + +
beziehungsweise dessen tangentiale Komponente,
Will man die in (3) ausgedrückte Annahme ‚vermeiden — es erscheint dies
besonders mit Rücksicht auf das System Erde — Mond wünschenswert —, so hat
man zu setzen: L
De VMhı— vet
f= 8m — 7 Es —
(4.
Läßt man endlich die Voraussetzung kreisförmiger Bahnen fallen, so
bekommt man, wenn bey die Translations- (Revolutions-) Beschleunigung von E
um X und b; die des Punktes X um S bezeichnet, ganz allgemein:
Ti m-— bh \ (7)
In allen Fällen aber, man mag (5) oder (6) oder (7) zugrunde legen,
erweist sich der Gezeitendruck als eine reine Gravitationserscheinung
(vgl. die Bemerkung am Schlusse von II). -
V. Nachtrag.)
Durch die Ausführungen von A, Müller in seiner Arbeit »Über die Theorie
der Entstehung der Tiden in elliptischer Bahn« (8. 274f£f. dieses Heftes) sind meine
Gründe gegen die Anwendung der Zentrifugalkraft nicht entkräftet worden, wie
die folgende Besprechung einiger Stellen dieser Arbeit zeigen mag. ;
1. Seine Behauptung, auf einem in geradliniger beschleunigter Bewegung
begriffenen Körper könne eine Nadirflut nicht auftreten, sucht A. Müller auf
8. 277 u. 278 (2. Fall) zu beweisen. (Übrigens zeigt diese Behauptung sehr deutlich,
daß sich die vorliegende Meinungsverschiedenheit in hohem Maße auf die Sache,
nicht auf Worte bezieht!) Dieser Beweis ist hinfällig, wie jetzt‘ begründet
werden soll, .
Zunächst werden für die Gesamtbeschleunigungen im sonnennächsten und
sonnenfernsten Erdpunkte A und B ganz richtig die Werte —g + (f + df) und
—g — (f — df) angegeben; hierbei sind g, f, df absolute Zahlen, und es sind alle
Beschleunigungen vom Erdmittelpunkte O0 weg positiv, nach O hin negativ ge-
rechnet. Weiterhin aber unterläßt es der Verfasser — was er doch mit Recht
ausdrücklich in Aussicht gestellt hat —, die Beschleunigungen der Oberflächen-
punkte relativ zu O zu betrachten, Die Ausführung dieser Absicht hätte dazu
führen müssen, von den angegebenen Werten die Beschleunigung f des Punktes O0
zu subtrahieren. Hierbei wäre dann zutage getreten, daß die obige Vorzeichen-
festsetzung in hohem Grade unzweckmäßig war; denn welches Vorzeichen soll
die Beschleunigung f des Punktes O selbst erhalten? und mit welchem Vorzeichen
soll demgemäß dieses f zu den Werten der Gesamtbeschleunigung hinzutreten?
Um die Erörterung dieses Falles durchzuführen, muß daher eine andere
Festsetzung getroffen werden, etwa folgende: Jede Beschleunigung nach der
1) Die vorstehende Abhandlung ist bei der Schriftleitung an demselben Tage eingegangen wie
die Abhandlung von Herrn Aloys Müller, S, 274ff. Zu etwaiger Klärung der Ansichten ist die Ab-
handlung des Herrn Müller Herrn Dr. v. Schaper zur Kenntnis gegeben worden. der in dem Nach-
stehenden seine Stellungnahme dazu zum Ausdruck bringt. (D- Red.)