accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

a 
a 
Kb 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910. 
Die Beschleunigungen zur Zeit t’+ dt’ sind dann 
in A: —g ++ d£B), in B: —g —(f—dfB). 
Also genau wie vorhin. Der Fall einer beschleunigten geradlinigen Be- 
wegung unterscheidet sich demnach nur dadurch von dem Fall der absoluten 
Ruhe, daß Ar = 7 nicht konstant, sondern eine Funktion der Zeit ist. Auch 
in diesem Falle hat A Flut, B Ebbe; die Höhe der Flut bzw. die Tiefe der Ebbe 
vergrößern sich kontinuierlich. 
8. Fall. Zur Zeit t = 1 beginne O um Q derart zu revolvieren, daß ein 
in der Masse festliegendes Koordinatensystem keine absolute Drehung ausführt. 
Damit O eine geschlossene Bahn um Q beschreibt, muß man jedem 
Punkte des ruhenden Körpers eine Beschleunigung f’ erteilt denken, die von Q 
weggerichtet und von einem derartigen absoluten Betrage ist, daß sie entweder 
die starre Verbindung des 1. Falles ersetzt, daß also | f’| = | f | = const ist oder 
daß ]f’| und |f| dasselbe Maximum und Minimum besitzen, dazwischen aber 
'f£f}| um einen größeren Mittelwert oszilliert als | f'!. 
Nimmt |f| vom Maximum |f| an stetig ab, so ist die Bahn nicht ge- 
schlossen. Diese Fälle bleiben außer Betracht. 
a. Erster Teilfall. 
[| = |f| = const. 
Die Bahn ist ein Kreis, Die Beschleunigungen sind 
in A: —g-+(£+df)—f oder —g--df, in Bi —g—(f—dfY)4+£ oder —g+df. 
| g | ist also in A und B verkleinert. An beiden Punkten ist Flut, 
b. Zweiter Teilfall 
|f'| und |f| oszillieren zwischen demselben Maximum und Minimum um 
verschiedene Mittelwerte, 
Die Bahn ist eine Ellipse, 
Die Richtung von f’ fällt in den Krümmungsradius, 
Da |f |= |f| cos w ist, so sind die Beschleunigungen 
in A: —g+(£+df)—fecosy oder —g--df-+fsin® 
in B: —g-—(f—df)+f'cosy oder — x + df— £ sin? 
Wir haben also dieselben Beschleunigungen wie im Falle a, nur mit den 
Zusatzgliedern -{- fsin* v, deren Größe von der Größe des Winkels w abhängt. 
Man sieht, daß diese Formeln Spezialfälle der Endformeln von (I) sind. 
4. Fall. Wir lassen nun die Beschränkungen, die für die ersten drei Fälle 
gelten sollten, fallen. Wir verstehen unter Q einen anziehenden Massenkörper 
und lassen die Masse O rotieren. Dann revolvieren O und Q um ihren Systems- 
schwerpunkt, und wir haben im Prinzip die Systeme Erde-Mond und Erde-Sonne. 
Die dynamischen Verhältnisse sind diejenigen des Falles 3b. 
II. 
Die vorstehenden Entwicklungen scheinen mir streng aus den Grund- 
begriffen der Dynamik zu folgen. Eine strittige Frage ist indes, welche physika- 
lische Vorstellung wir uns von der Beschleunigung f’ machen sollen. Sie wurde 
in (I) ohne weiteres unter dem Namen Zentrifugalbeschleunigung eingeführt. 
Damit soll aber durchaus nicht eine bestimmte Deutung dieses Vektors präjudiziert 
werden. Unter Zentrifugalbeschleunigung verstehe ich bloß den Vektor, 
der zu den Vektoren des ruhenden Systems hinzugefügt werden muß, 
damit die Bahnen der Glieder des revolvierenden Systems eindeutig 
bestimmt sind, 
Auf die physikalische Bedeutung der Zentrifugalbeschleunigung möchte ich 
hier deshalb nicht eingehen, weil sie mir, wie jedenfalls noch vielen anderen, nicht 
in allen Fällen klar ist und weil ich diese Darstellung mit nichts belasten will, 
über das sich streiten läßt. Die Schuld für diese Unklarheit liegt nicht an dem
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.