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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1910. 
2, Verdunstungsmessungen auf der Fahrt Tocopilla— Hamburg. 
Auf der Rückreise der Hamburger Viermastbark »Pangani« von Tocopilla 
zum Kanal hat in dankenswerter Weise der I. Offizier, Herr H. Siemer, jetzt 
Kapitän des Vollschiffes »Pirna«, die Messungen fortgeführt. Natürlich mußte es 
in abgeänderter und vereinfachter Weise geschehen. Als Gefäß diente ein weiß- 
lackiertes Blechgefäß von 419 qem Verdunstungsoberfläche, das auf dem Achter- 
deck hing und um 8 Uhr morgens mit 3000 ccm Seewasser beschickt wurde. 
Früher war schon der durch Größe hervorgerufene Unterschied in der Ver- 
dunstung dieses Gefäßes mit dem ursprünglich benutzten, jetzt als Normalgefäß 
angesehenen bestimmt. 
Tabelle 1, 
Normalgefäß 
Blechgefäß 
Oberfläche 288 cm? 
Inhalt 2400 em? 
Verdunstung 4.0 mm 
4.67 mm 
Oberfläche 419.1 cm? 
Inhalt 3000 cm® 
Verdunstung 4.07 mm 
482 « 
Die Zahlen mußten also für Vergleichszwecke um etwa 2,5% er- 
niedrigt werden, 
Um 6 Uhr nachmittags wurde die Wassertemperatur im Gefäß gemessen, 
Sonnenscheindauer notiert, Regenwetter abgelesen, durchschnittliche Windstärke 
am Gefäß, wie auf dem Meer, festgestellt. Ebenso am nächsten Morgen 8 Uhr 
beim Entleeren. Fortlaufend wurden ferner Änderungen der Windrichtung und 
Stärke, Regenschauer, Nebel, Salzstaubführung der Luft usw, aufgezeichnet. Die 
Lufttemperatur wurde nur im Schiffsjournal wie stets alle 4 Stunden aufgeführt. 
Feuchtigkeitsmessungen konnten nicht gemacht werden. Die Proben wurden in 
Medizinflaschen von etwa 200 cem Inhalt, verschlossen mit paraffinierten Korken, 
mitgenommen und später von mir titriert und ausgewertet. Der äußere Verlauf 
der Fahrt selbst möge kurz geschildert werden. 
Mit flauem Passat ab Tocopilla am 17. Januar 1909 bis 30° Süd, 83° West, 
dann Stille und südliche Mallung. Ab 40° Süd 90° West mit meist steifen oder 
stürmischen WNW bis SW-Winden um das Kap und bis etwa 30° Süd 32” West in 
zusammen 35 Tagen, Dann wieder Mallung bis 20° Süd und nun frischer und 
steifer Passat 6 bis 7, Die Linie wurde in 28° West am 55. Tage geschnitten 
und schon auf 1° Nord setzte der Nordost ein, der bis 20° durchstand. Weiter 
mit erst Südost- und dann Nordwestwinden in flotter Fahrt nach Lizzard, das am 
77. Tage, am 4. April, passiert wurde. 
Auf der Reise wurden im ganzen 46 Beobachtungsreihen erzielt. Die 
Werte fallen vornehmlich in den Südost-Passat beider Ozeane und in das Nord- 
atlantische Gebiet, Es fehlt fast ganz das Gebiet 40 bis 50° Süd und das dies- 
mal nicht vorhandene Stillengebiet am Äquator, Die Mittelwerte für die ein- 
zelnen Zonen ergaben folgendes Bild der Verdunstung in 24 Stunden, wobei die 
zweite Reihe die Zahlen der Ausreise darstellen. 
Tabelle 2. 
his 
30° Süd (SO-Passat) 
30 bis 40° 8-Br. . 
0 « 590 
a0 x 4 
40 « A 
X) 0° 
A Ro 
402 
(SO-Passat) . . 
N-Br. (NO-Passat) 
Heimreise 
5.1 mm 
3.11) « 
18 « 
172) « 
g 
L z 
3) « 
53 
Ausreise 
4.9 mm 
2.0 « 
385 « 
5A 
7.7 
5.1 
5.5 
;) Nur vier Beobachtungen, von denen außerdem eine fchlerhaft, da Wasser verschüttet. 
?) Nur eine Beobachtung. 
3 11 einwandfreie Beobachtungen.
	        
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