256 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910,
Landmarke sein und HI = 4.7 Sm die bis zur Dwarspeilung noch gutzumachende
Fahrt. In entsprechender Weise findet man den Abstand der Landmarke bei
irgend einer Peilung und die bis dahin gutzumachende Fahrt. Das Feuer wird
10° achterlicher als dwars peilen, wenn man noch 2.1 Sm auf demselben Kurse
weiter gelaufen ist, der Abstand vom Feuer wird dann sein — 13.5 Sm. Durch
Wiederholung der Peilungen glaubt der Erfinder den auf das Schiff wirkenden
Strom ermitteln zu können, Ähnliche Bemerkungen findet man auch bei Strandungen
in nautischen Zeitschriften. Wie leicht zu beweisen, sind solche Schlußfolgerungen
falsch. Nach Peilungen ein und derselben Landmarke (sogenannten Doppel-
peilungen) kann man den Strom nicht ermitteln, Zur Ermittelung des Stromes
braucht man noch die Peilung einer zweiten Landmarke, Die Peilungen dieser
Landmarke könnte man auf dem zweiten Lineal einstellen, wenn man nicht vor-
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zieht, die Kreuzpeilungen direkt in die Karte einzutragen, Der Vorteil der Peil-
scheiben gegenüber der direkten Rechnung besteht darin, daß der Zeichner
deutlich sieht, welche Peilungen zur Abstandsbestimmung ungünstig sind.
Bringt man auf dem 90°-Radius eine Sinusteilung an, so kann man mit
leichter Mühe sphärische Dreiecke nach den Gaußschen Gleichungen auflösen
(vgl. »Ann. d. Hydr. usw.« 1905, S. 423). Das Instrument würde also gleichzeitig
zur Auflösung ebener und sphärischer Dreiecke dienen und teuere Azimutrechen-
stäbe (z. B. den von Nelting) vollauf ersetzen. Da eine Sinusteilung gleich-
mäßiger fortschreitet als eine logarithmische Tangententeilung, würde das
Lawson-Instrument sogar noch Vorteile bieten. Eine auf die Gaußschen
Gleichungen gegründete Azimuttafel (siehe Kurze Zeitazimut-Tafel für alle Gestirne
und beliebige Breiten, »Ann. d. Hydr. usw.« 1907, S. 26) versagt nie und bietet
mindestens die Genauigkeit, die man mit teueren Rechenstäben erreichen kann.
A, Wedemeyer.