Kleinere Mitteilungen.
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Die praktischen Versuche, die ich mit dem Apparat anstellte, fielen ebenso
genau, wie Rechnung oder Konstruktion aus. Da bei einigermaßen Geschicklichkeit
ein Jeder in der Lage ist, sich den Apparat selbst herzustellen, so hoffe ich, daß
derselbe: häufig angewandt werden wird. Ich selbst hoffe den Apparat bald
durch einen Optiker käuflich verbreiten zu können,
Anwendung,
Der Kreismittelpunkt ist der gegißte Schiffsort.
Beobachte zwei Sternhöhen; der Azimutalunterschied sei möglichst um
90° herum.
Berechne für den gegißten Ort die wahren Höhen.
Bilde den Unterschied A h, und. A h, aus wahren und berechneten Höhen,
Schlage das Azimut der Gestirne in einer Tafel auf,
Stelle die Zeiger auf der Gradeinteilung des Kreises auf die Gradzahl des
Azimutes.
Stelle die Lineale auf die Ah, und A h, entsprechende Zahl des Zeigers.
Jetzt ist der Schnittpunkt der Lineale der richtige Schiffsort.
Lies ab auf dem Gradnetz, um wieviel Seemeilen Breitenunterschied und
Abweichung der richtige Schiffsort vom gegißten entfernt ist, und verwandle
Abweichung in Längenunterschied, wie folgt:
Stelle einen der Zeiger auf die Gradzahl der Mittelbreite auf der Peripherie
des Kreises ein. Markiere (in Gedanken) auf der N—S-Linie die Abweichung
und gehe parallel zu den O—W-Linien bis an den eingestellten Zeiger heran;
wo diese gedachte Parallele den Zeiger trifft, lies die Zahl auf dem Zeiger ab;
diese Zahl ist der Längenunterschied in Minuten.
Beispiel.
Gegißter Schiffsort = 50° 10’ Nord, 20° 17 Ost.
wW. Ch, beob. 1 = 30° 15° w.Az = S46°0, W.Xh, beob. 2 = 20917 w.Az.S = S44°W
why, berech. = 30 1. w. X h, berech, 2 = 20° 13.37
Ah = +28 ; Ab =-+3.7
Also Zeiger 1 gestellt auf S 46°0, Zeiger 2 gestellt auf S 44°W; die Lineale
gestellt auf 2.6’ und gestellt auf 3.7’ der Zeigerzahlen,
Abgelesener Breitenunterschied = 4.4 Sm Süd und Abweichung = 0.7 Sm
West (auf 50° N-Br.) 1’ West Längenunterschied,
Demnach steht das Schiff in 50° 5.6’ Nord und 20° 16’ Ost.
v. Cochius, Offiz. d. H. A. L.
5. Die Peilscheibe von Lawson. Bennett Lawson, erster Offizier des
britischen Dampfers »Minnesota«, hat eine Peilscheibe konstruiert, dessen leichte
Handhabung, namentlich bei Nacht und stürmischem Wetter, in der Küstenschiffahrt
gute Dienste leisten kann und gegenüber den in der »Marine-Rundschau« 1908,
Dezember, beschriebenen Peilscheiben Vorteile aufweist, Vgl. »Ann. d. Hydr, usw.«
1910, S. 51.
Die Peilscheibe besteht aus einer Anzahl konzentrischer Kreise, die von-
einander gleichen Abstand haben. (In der Figur sind 27 gewählt.) Durch
360 Radien sind sämtliche Kreise in 360 gleiche Teile geteilt. Längs des vier-
eckigen Rahmens der Peilscheibe bewegt sich ein Parallel-Lineal mit zwei geteilten
Skalen parallel zum Nullradius, Die Skalen sind in ebensoviel gleiche Teile
geteilt, wie die Radien,
Zum Gebrauch stellt man den Nullradius parallel zum Schiffskurse und
markiert am Außenrande die Peilung einer Landmarke. Ebenso markiert man
eine nach geraumer Zeit genommene zweite Peilung derselben Landmarke. Dann
verschiebt man Parallel-Lineal und Skale so lange, bis die der Fahrt des Schiffes
in Seemeilen entsprechende Anzahl Skalenteile genau zwischen die Radien nach
den Randmarken fallen. Hat man z, B. die Feuer in 51° und in 70° (vom Kurse)
gepeilt, so macht man die Marken A und B. GH = 6 Skalenteile sei die Fahrt
{6 Sm) des Schiffes zwischen den Peilungen. Dann ist CG der Abstand des
Schiffes bei der ersten Peilung, CH bei der zweiten Peilung, also CG = 17 Sm,
CH=14Sm. CI=183 Sm wird dann der Querabstand des Schiffes von der