accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen. 
255 
Die praktischen Versuche, die ich mit dem Apparat anstellte, fielen ebenso 
genau, wie Rechnung oder Konstruktion aus. Da bei einigermaßen Geschicklichkeit 
ein Jeder in der Lage ist, sich den Apparat selbst herzustellen, so hoffe ich, daß 
derselbe: häufig angewandt werden wird. Ich selbst hoffe den Apparat bald 
durch einen Optiker käuflich verbreiten zu können, 
Anwendung, 
Der Kreismittelpunkt ist der gegißte Schiffsort. 
Beobachte zwei Sternhöhen; der Azimutalunterschied sei möglichst um 
90° herum. 
Berechne für den gegißten Ort die wahren Höhen. 
Bilde den Unterschied A h, und. A h, aus wahren und berechneten Höhen, 
Schlage das Azimut der Gestirne in einer Tafel auf, 
Stelle die Zeiger auf der Gradeinteilung des Kreises auf die Gradzahl des 
Azimutes. 
Stelle die Lineale auf die Ah, und A h, entsprechende Zahl des Zeigers. 
Jetzt ist der Schnittpunkt der Lineale der richtige Schiffsort. 
Lies ab auf dem Gradnetz, um wieviel Seemeilen Breitenunterschied und 
Abweichung der richtige Schiffsort vom gegißten entfernt ist, und verwandle 
Abweichung in Längenunterschied, wie folgt: 
Stelle einen der Zeiger auf die Gradzahl der Mittelbreite auf der Peripherie 
des Kreises ein. Markiere (in Gedanken) auf der N—S-Linie die Abweichung 
und gehe parallel zu den O—W-Linien bis an den eingestellten Zeiger heran; 
wo diese gedachte Parallele den Zeiger trifft, lies die Zahl auf dem Zeiger ab; 
diese Zahl ist der Längenunterschied in Minuten. 
Beispiel. 
Gegißter Schiffsort = 50° 10’ Nord, 20° 17 Ost. 
wW. Ch, beob. 1 = 30° 15° w.Az = S46°0, W.Xh, beob. 2 = 20917 w.Az.S = S44°W 
why, berech. = 30 1. w. X h, berech, 2 = 20° 13.37 
Ah = +28 ; Ab =-+3.7 
Also Zeiger 1 gestellt auf S 46°0, Zeiger 2 gestellt auf S 44°W; die Lineale 
gestellt auf 2.6’ und gestellt auf 3.7’ der Zeigerzahlen, 
Abgelesener Breitenunterschied = 4.4 Sm Süd und Abweichung = 0.7 Sm 
West (auf 50° N-Br.) 1’ West Längenunterschied, 
Demnach steht das Schiff in 50° 5.6’ Nord und 20° 16’ Ost. 
v. Cochius, Offiz. d. H. A. L. 
5. Die Peilscheibe von Lawson. Bennett Lawson, erster Offizier des 
britischen Dampfers »Minnesota«, hat eine Peilscheibe konstruiert, dessen leichte 
Handhabung, namentlich bei Nacht und stürmischem Wetter, in der Küstenschiffahrt 
gute Dienste leisten kann und gegenüber den in der »Marine-Rundschau« 1908, 
Dezember, beschriebenen Peilscheiben Vorteile aufweist, Vgl. »Ann. d. Hydr, usw.« 
1910, S. 51. 
Die Peilscheibe besteht aus einer Anzahl konzentrischer Kreise, die von- 
einander gleichen Abstand haben. (In der Figur sind 27 gewählt.) Durch 
360 Radien sind sämtliche Kreise in 360 gleiche Teile geteilt. Längs des vier- 
eckigen Rahmens der Peilscheibe bewegt sich ein Parallel-Lineal mit zwei geteilten 
Skalen parallel zum Nullradius, Die Skalen sind in ebensoviel gleiche Teile 
geteilt, wie die Radien, 
Zum Gebrauch stellt man den Nullradius parallel zum Schiffskurse und 
markiert am Außenrande die Peilung einer Landmarke. Ebenso markiert man 
eine nach geraumer Zeit genommene zweite Peilung derselben Landmarke. Dann 
verschiebt man Parallel-Lineal und Skale so lange, bis die der Fahrt des Schiffes 
in Seemeilen entsprechende Anzahl Skalenteile genau zwischen die Radien nach 
den Randmarken fallen. Hat man z, B. die Feuer in 51° und in 70° (vom Kurse) 
gepeilt, so macht man die Marken A und B. GH = 6 Skalenteile sei die Fahrt 
{6 Sm) des Schiffes zwischen den Peilungen. Dann ist CG der Abstand des 
Schiffes bei der ersten Peilung, CH bei der zweiten Peilung, also CG = 17 Sm, 
CH=14Sm. CI=183 Sm wird dann der Querabstand des Schiffes von der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.