20
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910,
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1910, Heft VI, Tit. VII,
Nr. 1588 und 1590.
Ankerplatz auf der Reede. Die gebräuchlichen Ankerplätze befinden sich
nach der Karte nordwestlich von der Stadt auf 11 bis 15 m Wasser, von wo
das Leuchtfeuer etwa rw. 146° (mw. SO°/,S), 5 bis 8 Kblg entfernt peilt. Bei der
Wahl des Ankerplatzes ist jedoch darauf zu achten, daß man reinen Sandgrund
trifft, wovon man sich leicht überzeugen kann, da das Wasser klar und der
Grund schon auf 18 m Wassertiefe zu erkennen ist, In den Monaten Dezember
bis Februar, wenn nordwestliche Winde vorherrschen, sind diese Ankerplätze
jedoch nicht gut, da nordwestliche und nördliche Winde, wenn sie auch nicht
immer mit solcher Heftigkeit wehen, um Schiffen gefährlich zu werden, so hohe
See aufwerfen, daß ein Landen unmöglich ist. Dunkle Wolkenbank im SW und
Blitze im WSW kündigen das Auftreten solcher Winde an.
Gezeiten. Die Hafenzeit ist 9% 25"in, die Hochwasserhöhe beträgt bei
Springtide 0.4 m,
Klima. Das Klima auf Grand Cayman ist warm, die sanitären Verhält-
nisse sind gut.
Hafenanlagen. Ein kleiner Kai, der an seinem inneren Ende 0.9 m Wasser
längsseit hat, ist in der Bucht nahe beim Leuchtfeuer angelegt worden. Hölzerne
Ladebäume, mit denen bis zu 250 kg Gewicht gehoben werden kann, sind vor-
handen. Festmachetonnen für einheimische Küstenfahrer sind ausgelegt.
Kleinere Reparaturen an hölzernen Schiffen können ausgeführt werden.
Schuner von 90 t Tragfähigkeit werden gebaut.
Die Stadt Georgetown besitzt eine presbyterianische Kirche, ein Gerichts-
gebäude, eine Schule und ein Gefängnis,
Handelsverkehr, Auf Grand Cayman werden Farbhölzer, Mahagoni, Zedern
und andere Nutzhölzer gewonnen. Pferde, Rindvieh, Schweine werden gezüchtet
und gedeihen der vorzüglichen Weide halber sehr gut. Phosphatlager von be-
deutendem Werte sind vorhanden, wurden aber in letzter Zeit nicht ausgebeutet,
Schildkröten werden in der Nähe der Keys und Bänke von Mittelamerika ge-
fangen.
Die Ausfuhr besteht aus Schildkröten, die besonders nach Jamaica aus-
geführt werden, aus Rindvieh, Pferden, trockenen Häuten, Blauholz, Kokosnüssen,
Muscheln, Perlen und Schildpatt. Der Wert der Ausfuhr betrug im Jahre 1905/06
15204 £.
Eingeführt werden Futterstoffe, Zucker, Mehl, Reis, Preserven und
Kurzwaren. Der Wert der Einfuhr belief sich im Jahre 1906/07 auf 28 000 £.
Die englische Münze ist das gebräuchliche Geld.
Regelmäßige Dampferverbindung besteht mit dem Hafen nicht. Post-
sachen gehen über Jamaica und werden von zwischen dieser Insel und Grand
Cayman verkehrenden Schunern befördert. Ein Postamt ist vorhanden,
Schiffsausrüstung. Holz und übliche Schiffsausrüstung ist in begrenzten
Mengen zu erhalten. Vieh ist jedoch nicht immer zu bekommen, Brot nach
24stündiger Vorherbestellung, Fische sind immer reichlich, Schildkröten in der
Saison vorhanden. Wasser kann man in geringen Mengen aus Quellen ent-
nehmen, die etwa 100 m von der Küste entfernt liegen.
Kleinere Mitteilungen.
1. St. Thomas (Westindien). Berichtigungen zu der Beschreibung dieses
Hafens im »Piloten«, Heft 53 (Bd. VIII), S. 135 ff, nach Bericht des Hafenrats
von St. Thomas vom 14. Oktober 1909.
i. Lotsenwesen. Die Angabe, daß die Lotsen eben außerhalb des Hafens
an Bord kommen und ausgehend wieder von Bord gehen, ist nicht richtig. In
der Regel erhalten die Dampfer der regelmäßig hier verkehrenden Linien den
Lotsen eine kleine Seemeile außerhalb des Hafens, die fremden Dampfer oft bis