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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910. 
nach See erstreckt. Weitere Landmarken sind die !/, Sm vor dem Südwestende 
des Sea Horse-Riffes gelegene schwarze Glockentonne Nr. 3, und die schwarz 
und weiß senkrecht gestreifte Withlacoochee-Einfahrtstonne, die auf 28° 56’ N-Br. 
und 82° 59’ W-Lg. liegt. Die Fahrrinne zum Ankerplatz im Hafen ist durch 
Tonnen gekennzeichnet. Bei Nacht bilden Anclote- und Cedar Keys-Leuchtfeuer 
gute Landmarken, 
An- und Einsteuerung. Infolge des flachen Wassers und der verschiedenen 
Untiefen, die der Küste südlich und nördlich von Port Inglis vorgelagert sind, 
ist der fleißige Gebrauch des Lotes bei der Ansteuerung unbedingt notwendig. 
Schiffe mit größerem Tiefgang müssen, wenn sie an der Küste entlang laufen, 
auf 9.1 bis 11 m Wassertiefe bleiben. In der Nähe des Hafens angekommen, 
sollten vom Süden kommende Schiffe die Withlacoochee-Einfahrtstonne anlaufen, 
und von hier aus mit Hilfe der ausgelegten Tonnen durch die Fahrrinne nach 
dem Ankerplatz im Hafen fahren. Vom Nordwesten kommend steuere man 
Sea Horse-Riffglockentonne an, gebrauche jedoch große Vorsicht, um das gleich- 
namige Riff zu meiden, Von der Glockentonne laufe man dann nach der 
Withlacoochee-Einfahrtstonne und weiter nach dem Ankerplatz im Hafen. Zu 
berücksichtigen ist noch, daß zwischen diesen beiden Ansteuerungstonnen auf 
der Karte mehrere 5.2 und 5.5 m-Stellen mitten zwischen größeren Tiefen ein- 
gezeichnet sind, 
Kapt. F. Meyer schreibt: »Nach Port Inglis bestimmte Schiffe tun am 
besten, die Sea Horse-Riffbake und die vor diesem Riff liegende Glockentonne 
anzulaufen. Auch ich steuerte, da in meiner Karte die Lage von Port Inglis 
gar nicht bezeichnet war und die englische Segelanweisung nur eine kurze Be- 
merkung über den Hafen gibt, die Sea Horse-Riffbake an, die bei klarem Wetter 
schon in 10 Sm Abstand davon gesichtet wurde, Etwas später, etwa in 8 Sm 
Abstand davon, kam die Glockentonne vor dem Riff in Sicht, Da die »Calabria« 
nur 3.9 m Tiefgang hatte, passierten wir dicht bei derselben und fuhren in nord- 
östlicher Richtung weiter, um vielleicht bei Cedar Key einen Lotsen zu finden. 
Es wurde jedoch kein Lotse bemerkt. Allmählich kamen die auf Port Inglis- 
Reede ankernden Dampfer in Sicht. Ich fuhr mit ganz langsamer Fahrt unter 
beständigem Loten in ostsüdostlicher Richtung weiter, um die Withlacoochee- 
Einfahrtstonne zu suchen. Diese kam auch in OSO-Richtung in Sicht und ich 
hielt auf sie zu. In der Nähe der Tonne ankerten wir, um einen Lotsen abzu- 
warten. Als nach Verlauf von zwei Stunden kein Lotse zu sehen war, gingen 
wir Anker auf und dampften nach der zweiten schwarz und weiß senkrecht ge- 
streiften Tonne, die etwa 2 Sm weiter einwärts liegt; dort ankerten wir wieder, 
Wir sahen jetzt deutlich zwei Dampfer auf der Reede liegen, von denen der eine 
mit Laden beschäftigt war. Ferner sahen wir einen Schleppzug, der vom Lande 
auf die Dampfer zuhielt, Nachdem der Schlepper seinen Leichter an den Dampfer 
abgegeben hatte, kam er auf uns zu und brachte uns einen Lotsen. Die Fahr- 
rinne zum Ankerplatz ist durch vier schwarze, vier rote Tonnen und eine schwarz 
und weiß senkrecht gestreifte Tonne gekennzeichnet. Die schwarzen Tonnen 
bleiben einkommend an B-B., die roten an St-B., während man die schwarz und 
weiße Tonne an beiden Seiten dicht bei passieren kann.« 
Auslaufen. Derselbe Kapitän berichtet: »Wird der Tiefgang eines Schiffes, 
wenn beladen, über 6.9 m (22 6”), so kann es auf dem Ankerplatz von Port 
Inglis nicht voll laden, sondern muß nach der Ansteuerungstonne laufen und 
dort den Rest der Ladung nehmen. Wir fuhren bei Hochwasser, nachdem wir 
das Schiff bis zu 6.9 m Tiefgang beladen hatten, unter beständigem Loten vom 
Ankerplatz bis zur Außentonne, wobei wir nie weniger als 8.2 m (41, Fad.) 
Wasser loteten.« 
Leuchtfeuer. Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1910, Heft VI, Tit. VIL 
Nr. 174, 177, 181. 
Lotsenwesen. Wenn ein Schiff erwartet wird, hält der Lotse Ausguck auf 
einem der ladenden Dampfer. Kommt das Schiff in Sicht, so läßt er sich von 
einem Schlepper nach demselben bringen; eigenes Boot hat er nicht. Um recht- 
zeitig Lotsenhilfe zu bekommen, empfiehlt es sich, den Tag der voraussichtlichen
	        
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