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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Pensacola. 
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abzuwarten. Die Quarantänestation befindet sich auf der Santa Rosa-Insel 
südwestlich von der Sabine-Huk. Zwei Anlegebrücken sind vorhanden, an denen 
auch Ballast gelöscht werden kann. Eine der Brücken ist für Schiffe bestimmt, 
die aus verseuchten Häfen kommen oder ansteckende Krankheiten an Bord 
haben. Den Verkehr zwischen Pensacola und den in Quarantäne liegenden 
Schiffen vermittelt eine Barkasse, die auf Bestellung auch Proviant besorgt. Ein 
Gesundheitspaß wird stets verlangt. 
Die Zollbehandlung ist sehr gut. Falls Ladung gelöscht wird, ist ein 
Beamter zugegen; die Zollabfertigung geht im allgemeinen schnell und glatt 
vor sich. An Schiffspapieren werden drei Provianflisten, Mannschaftslisten 
und das Ladungsmanifest verlangt. 
Die Gezeiten und Gezeitenströme sind sehr unregelmäßig; sie werden stark 
von der Windrichtung und Windstärke beeinflußt. In der. Regel findet nur ein 
Hochwasser in 24 Stunden statt. Der größte Tidenhub, 0.5 m, tritt ein bei Neu- 
und Vollmond, der geringste, 0.1 m, bei erstem und letztem Viertel, wenn der 
Mond im Aquator steht; der mittlere Tidenhub beträgt 0.3 m. 
Die Gezeitenströme sind sehr stark. Beim Einsteuern in den Hafen 
ist deshalb große Vorsicht und genaues Innehalten der Richtkurse geboten, da 
es vorkommen kann, daß die Gezeitenströme unter dem Einflusse des Windes 
quer über das Fahrwasser setzen. Auf der Barre und innerhalb setzen Flut- 
und Ebbstrom, soweit für die Einsteuerung die Fort Mc Ree-Richtlinie in Be- 
tracht kommt, immer quer zur Kurslinie, 
Auch Kapt. N. Elingius berichtet, daß zwischen den Einfahrtstonnen der 
Strom meistens quer zur Fahrtrichtung läuft, je nachdem der Wind aus west- 
licher oder östlicher Richtung geweht hat; mit tiefgehenden Schiffen ist deshalb 
gut auf das Steuern zu achten. 
Nach Kapt. G. Koopmann richtet sich der Strom stark nach den herrschenden 
Winden; nach dem Abflauen eines steifen Südwindes läuft starker Rückstrom 
aus der Bucht nach See. 
Die Barre von Pensacola wird durch die Caucus-Untiefe, die Ostbank und 
den Mittelgrund gebildet, ‚Eine geradlinige Fahrrinne von etwa 107 m Breite 
ist durch die Caucus-Untiefe gebaggert worden. Schiffe mit 9.4 m Tiefgang 
können unter normalen Verhältnissen dieselbe befahren. Im Winter sollen sogar 
Schiffe mit 10 m Tiefgang einlaufen können, ausgenommen, wenn der Wind 
mehrere Tage aus NW geweht hat. Die Fahrrinne ist an ihrer Westseite durch 
schwarze stumpfe Tonnen gekennzeichnet, an der Ostseite liegen rote spitze 
Tonnen. 
Wind, Wetter, Klima. Im Winter hat man durchschnittlich einmal im 
Monat ‚einen Norder, Dieser wird aber vor Anker liegenden Schiffen nicht ge- 
fährlich; er vermindert nur den Wasserstand in der Bucht und auf der Barre, 
Nach Kapt. 6. Koopmann herrschen während der Wintermonate meist östliche 
und westliche Winde, die nur wenig See verursachen; nördliche und südliche 
Winde mit heftigen Gewittern treten am häufigsten im Juli und August auf, 
Diese erregen manchmal in der Bucht hohe See, die sich aber sehr schnell 
wieder beruhigt, sobald der Wind abflaut. In den Monaten Februar und März 
findet man häufig Nebel, und zwar gewöhnlich bei südlichen Winden; nördliche 
Winde zerstreuen denselben. 
Klima. Nach Kapt. G. Koopmann ist die Temperatur im Sommer fast 
dieselbe wie in Mobile, jedoch ist die Luft hier immer viel frischer, wodurch 
sich die Hitze weniger drückend fühlbar macht. Trotzdem sollen nach seinen 
Angaben auch hier manchmal Fälle von Malaria-Fieber vorkommen, Nach 
Konsulatsbericht soll der Gesundheitszustand in der Stadt sehr gut sein und 
Fieber nur in sumpfigen Gegenden an den Flüssen herrschen. 
Einsteuerung. Die Heultonne vor der Barre passiere man dicht bei, 
Hierauf bringe man Cauecus Cut-Unterfeuer auf dem östlichen Ende vom Fort 
Mc Ree-Wellenbrecher mit dem nordnordwestlich davon am Strande stehenden 
Caucus Cut-Oberfeuer in rw. 341,5° (mw. NNW)-Peilung in Linie und steuere so 
durch die Fahrrinne über die Cauecus-Untiefe bis hinauf zur schwarzen stumpfen
	        
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