Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans.
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es ist dies sehr wichtig, denn manche Erscheinung, die in den Karten aufdringlich
bemerkbar wird, verliert im Profil bei Berücksichtigung der gesamten Mächtig-
keit (d. h. Tiefe) der betreffenden Ozeangegend, und auch umgekehrt. Die Profile
sind, wenn auch nicht in derselben Größe, so doch in dem gleichen relativen
Verhältnis von Tiefe und Längenerstreckung wie die entsprechenden Profile des
»Valdivia«-Atlas, Taf. XXVIII bis XXXI, entworfen. Das N—8S-Profil ist entlang
dem 180. Längengrad gezogen und soll dem thermischen Profil des Atlantischen
Ozeans entlang 30° W-Lg. entsprechen; die drei W—O-Profile berücksichtigen die
zwei subtropischen Warmwasserzonen und die äquatoriale Kaltwasserzone, sind
daher parallel zu 30° N-, 10° S-Br. und zu 10° N-Br. gelegt. Lediglich aus
äußeren Gründen ist bei den drei W—O-Profilen der tiefer als 1000 m liegende
Teil des Profils weggelassen.
In dem nord-südlichen Durchschnitt auf 180° Lg. erkennt man die Züge
wieder, die auch der Atlantische Ozean im wesentlichen zeigt, aber mit einem
wichtigen Unterschiede: Nord und Süd, bzw. rechts und links in dem Profil
sind vertauscht. Die Rolle des Südatlantischen Ozeans spielt hier der Nordpazifische,
die des Nordatlantischen der Südpazifische Ozean. An dem Vertikalkreislauf der
Gewässer ist also offenbar der südliche pazifische Ozean mindestens in seinem
westlichen Teil erheblich stärker beteiligt als der Nordpazifische; die Ausbuchtung
der Isothermen nach unten ist in dem Profilabschnitt zwischen dem Plateau der
Chatam-Inseln und den Kermadeec-Inseln ungemein charakteristisch, während im
nördlichen Stillen Ozean schon in 600 m bis 800 m Tiefe die Isothermen an-
nähernd wagerecht verlaufen oder gar mit wachsender geographischer Breite
bereits. von 20° N-Br, ab zur Oberfläche aufsteigen. Dieser nordpazifische Profil-
teil entspricht also recht genau dem Profil, das Brenneckel) im »Planet«-Werk
auf Taf. 19 für die östliche Hälfte des Südatlantischen Ozeans nach den neuesten
und besten Quellen entworfen hat, wo auch der absteigende subtropische Ast
der Vertikalzirkulation fehlt oder doch nur ganz unbedeutend ist,
Bei den west-östlichen Durchschnitten sind zunächst die Unterschiede der
drei Profile untereinander zu beobachten, An der verschiedenen Lage der Iso-
thermen für 20°, 15° und 10° erkennen wir besonders gut die Auftrieberscheinung
in. der Kaltwasserrinne (10° N-Br.) und die Anstauerscheinung in den zwei Warm-
wasserzonen (30° N- und 10° S-Br.). Das oberste der drei Profile erweckt den
Anschein, als ob der nordpazifische Anstau (im Profil links) stärker sei als der
südpazifische, was im Widerspruch zu der soeben aus dem Längsprofil heraus-
gelesenen Auffassung stehen würde; doch ist erstens die für 400 m Tiefe in
150° O-Lg. eingetragene Zahl 16.3° höchstwahrscheinlich um 1° oder mehr zu
hoch (die Beobachtung stammt von Makaroff, S. »Vitiaz«), und zweitens läßt
doch auch der untere Rand des Profiles (1000 m) schon erkennen, daß von den
großen Tiefen ab der südpazifische Warmwasserkern derjenige mit den höheren
Wärmemengen ist. Wir werden dies auch nochmals zahlenmäßig bestätigt finden,
wenn wir weiter unten (S. 22) den relativen Wärmeinhalt in Kalorien berechnen.
— Außerdem beachten wir den verschiedenen Verlauf der Isothermobathen an
der östlichen Grenze des Ozeans, an den Westküsten Amerikas: deutlich steigen
da in 30° N-Br. und 10° S-Br. die Wärmelinien aufwärts, in 10° N-Br. aber ab-
wärts. Hier ist also unter 10° N-Br. keine Spur eines Auftriebes mehr vorhanden,
obschon diese Breite doch im übrigen, nämlich in der Mitte und im Westen, die
Kaltwasserrinne beherbergt. Auch hierauf wird noch später bei den kleinen
Charakterzügen der Wärmeverteilung (8 7) zurückzukommen sein.
S$ 5. Die Normaltemperaturen der pazifischen Tiefsee
enthält die nachfolgende Tabelle I; sie sollen die Ergänzung zu den entsprechen-
den Reihen im »Valdivia«-Werk, S. 158ff,, bringen und sind daher auch von
gleicher Anordnung, wenn man davon absieht, daß hier die Niveaus 50 m und
150 m fehlen.
\ Forschungsreise S. M. S. »Planet«, III. Band, Ozeanographie, Berlin 1904,