accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans. 
13 
es ist dies sehr wichtig, denn manche Erscheinung, die in den Karten aufdringlich 
bemerkbar wird, verliert im Profil bei Berücksichtigung der gesamten Mächtig- 
keit (d. h. Tiefe) der betreffenden Ozeangegend, und auch umgekehrt. Die Profile 
sind, wenn auch nicht in derselben Größe, so doch in dem gleichen relativen 
Verhältnis von Tiefe und Längenerstreckung wie die entsprechenden Profile des 
»Valdivia«-Atlas, Taf. XXVIII bis XXXI, entworfen. Das N—8S-Profil ist entlang 
dem 180. Längengrad gezogen und soll dem thermischen Profil des Atlantischen 
Ozeans entlang 30° W-Lg. entsprechen; die drei W—O-Profile berücksichtigen die 
zwei subtropischen Warmwasserzonen und die äquatoriale Kaltwasserzone, sind 
daher parallel zu 30° N-, 10° S-Br. und zu 10° N-Br. gelegt. Lediglich aus 
äußeren Gründen ist bei den drei W—O-Profilen der tiefer als 1000 m liegende 
Teil des Profils weggelassen. 
In dem nord-südlichen Durchschnitt auf 180° Lg. erkennt man die Züge 
wieder, die auch der Atlantische Ozean im wesentlichen zeigt, aber mit einem 
wichtigen Unterschiede: Nord und Süd, bzw. rechts und links in dem Profil 
sind vertauscht. Die Rolle des Südatlantischen Ozeans spielt hier der Nordpazifische, 
die des Nordatlantischen der Südpazifische Ozean. An dem Vertikalkreislauf der 
Gewässer ist also offenbar der südliche pazifische Ozean mindestens in seinem 
westlichen Teil erheblich stärker beteiligt als der Nordpazifische; die Ausbuchtung 
der Isothermen nach unten ist in dem Profilabschnitt zwischen dem Plateau der 
Chatam-Inseln und den Kermadeec-Inseln ungemein charakteristisch, während im 
nördlichen Stillen Ozean schon in 600 m bis 800 m Tiefe die Isothermen an- 
nähernd wagerecht verlaufen oder gar mit wachsender geographischer Breite 
bereits. von 20° N-Br, ab zur Oberfläche aufsteigen. Dieser nordpazifische Profil- 
teil entspricht also recht genau dem Profil, das Brenneckel) im »Planet«-Werk 
auf Taf. 19 für die östliche Hälfte des Südatlantischen Ozeans nach den neuesten 
und besten Quellen entworfen hat, wo auch der absteigende subtropische Ast 
der Vertikalzirkulation fehlt oder doch nur ganz unbedeutend ist, 
Bei den west-östlichen Durchschnitten sind zunächst die Unterschiede der 
drei Profile untereinander zu beobachten, An der verschiedenen Lage der Iso- 
thermen für 20°, 15° und 10° erkennen wir besonders gut die Auftrieberscheinung 
in. der Kaltwasserrinne (10° N-Br.) und die Anstauerscheinung in den zwei Warm- 
wasserzonen (30° N- und 10° S-Br.). Das oberste der drei Profile erweckt den 
Anschein, als ob der nordpazifische Anstau (im Profil links) stärker sei als der 
südpazifische, was im Widerspruch zu der soeben aus dem Längsprofil heraus- 
gelesenen Auffassung stehen würde; doch ist erstens die für 400 m Tiefe in 
150° O-Lg. eingetragene Zahl 16.3° höchstwahrscheinlich um 1° oder mehr zu 
hoch (die Beobachtung stammt von Makaroff, S. »Vitiaz«), und zweitens läßt 
doch auch der untere Rand des Profiles (1000 m) schon erkennen, daß von den 
großen Tiefen ab der südpazifische Warmwasserkern derjenige mit den höheren 
Wärmemengen ist. Wir werden dies auch nochmals zahlenmäßig bestätigt finden, 
wenn wir weiter unten (S. 22) den relativen Wärmeinhalt in Kalorien berechnen. 
— Außerdem beachten wir den verschiedenen Verlauf der Isothermobathen an 
der östlichen Grenze des Ozeans, an den Westküsten Amerikas: deutlich steigen 
da in 30° N-Br. und 10° S-Br. die Wärmelinien aufwärts, in 10° N-Br. aber ab- 
wärts. Hier ist also unter 10° N-Br. keine Spur eines Auftriebes mehr vorhanden, 
obschon diese Breite doch im übrigen, nämlich in der Mitte und im Westen, die 
Kaltwasserrinne beherbergt. Auch hierauf wird noch später bei den kleinen 
Charakterzügen der Wärmeverteilung (8 7) zurückzukommen sein. 
S$ 5. Die Normaltemperaturen der pazifischen Tiefsee 
enthält die nachfolgende Tabelle I; sie sollen die Ergänzung zu den entsprechen- 
den Reihen im »Valdivia«-Werk, S. 158ff,, bringen und sind daher auch von 
gleicher Anordnung, wenn man davon absieht, daß hier die Niveaus 50 m und 
150 m fehlen. 
\ Forschungsreise S. M. S. »Planet«, III. Band, Ozeanographie, Berlin 1904,
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.