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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

240 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910. 
die Östlich von der Heultonne liegt. Einlaufend kam der Lotse dem Schiffe 
»Hildegard« etwa 2 Sm weit entgegen, auslaufend verlassen die Lotsen die Schiffe 
bei der Heultonne. Der Seelotse bringt das Schiff bis zur Doktor- oder 
Quarantänestation, woselbst der Hafenlotse kommt und das Schiff nach der 
Stadt an den Liegeplatz bringt. Bei größeren Dampfern kommt der Hafen- 
meister gewöhnlich selbst an Bord und bringt das Schiff an den geeigneten 
Liegeplatz. 
Die Lotsen werden als gut und zuverlässig bezeichnet. Es besteht Lotsen- 
zwang. Lotsengeld ist zu zahlen, auch wenn kein Lotse genommen wird, wenn 
sich der Lotse außerhalb der Verbindungslinie der Caucus-Untiefe mit der Ost- 
bank anbietet, Derselbe Lotse, der ein Schiff einbringt, hat auch den Anspruch 
darauf, es wieder auszulotsen. Jeder Lotse, der infolge von Quarantäne oder 
aus anderen Gründen auf einem Schiffe bleiben muß, erhält täglich 4 $ außer 
dem Lotsengeld, Im übrigen beträgt das Lotsengeld laut Taxe einkommend 
sowohl als auslaufend für Schiffe 
von 1.2 m (4) bis 1.7 m (51) Tiefgang 2 $ per 0.3 m ‘) Tiefgang, 
18 « (6°) « 29 « (91%) « 3 « 0.3« v) ’ 
3.0 « (10°) « 41 « (131%) « 4 « 03 « (1) 
43 « (14) « 59 « (191%) « 5 « 03 « (1) 
6.1 « (20°) und mehr “ 6 « 03 « (1°) 
Dampfer, die den Hafen nur anlaufen, um Bunkerkohlen einzunehmen, bezahlen 
jeden Weg 2.25 $ per 0.3 m (1’) Tiefgang. 
Schleppdampfer sind vorhanden; sie kommen Segelschiffen bis außerhalb 
der Heultonne entgegen. Der Schlepplohn ist für Segelschiffe durch Taxe 
geregelt; er beträgt 25 c per R-T. für alle Arbeit, wie Ein- und Ausschleppen 
und Verholen im Hafen, Dampfer bezahlen nach Übereinkunft. Kapt. F. Schäfer 
bezahlte für Schlepperhilfe beim Verholen an die Brücke 25 $ für jeden Schlepper. 
Für Dampfer ist Schlepperhilfe nicht notwendig; auch Segelschiffe können mit 
günstigem Winde über die Barre und nach der Reede von Pensacola segeln. 
Für größere Segelschiffe ist jedoch Schlepperhilfe empfehlenswert, 
Rettungswesen. Eine Rettungsstation befindet sich auf der Insel Santa 
Rosa 3 Sm östlich vom Fort Pickens; sie ist mit Booten, Raketen und Raketen- 
geschützen ausgerüstet und vom 1, August bis 1. Juni ständig mit sieben Mann 
besetzt 
{ 
Sturmsignale. Die in den Vereinigten Staaten üblichen Signale werden 
auf dem Zollhause in Pensacola bei Tage durch Flaggen, bei Nacht durch Lichter 
gezeigt. 
Quarantäne. In der Zeit vom 1. April bis 1. November, der Quarantäne- 
jahreszeit, werden einkommende Schiffe von dem Lotsen nach dem Quarantäne- 
ankerplatz gebracht, wo sie ärztlich untersucht werden, Dieser Platz befindet 
sich für Schiffe mit weniger als 5.5 m Tiefgang innerhalb der Santa Rosa-Insel 
und östlich von der Deer-Huk, für Schiffe mit mehr als 5.5 m Tiefgang etwa 
2 Sm westlich von der Deer-Huk. Innerhalb dieser Zeit werden Schiffe, die aus 
Westindien, Brasilien. oder einem in den Tropen gelegenen oder verseuchten 
Hafen kommen, einerlei ob sie 20 oder nur 4 Tage unterwegs gewesen sind, 
in allen Teilen desinfiziert, Sämtliche Effekten der Besatzung und das Kajüten- 
inventar müssen an Land gebracht werden und werden dort in einem Ofen 
durch Hitze desinfiziert. Dann wird das Schiff fünf Tage in Beobachtungs- 
quarantäne gelegt. Die Quarantäncvorschriften werden streng gehandhabt. Um 
jedoch Zeitverluste zu vermeiden, konnen Schiffe, die von der Nordküste Cubas 
kommen, die Ausräucherung schon in Habana oder auf Dry Tortugas vornehmen 
lassen; in diesem Falle wird ihnen die Reisezeit nach Pensacola als Quarantäne- 
liegezeit angerechnet, In der übrigen Jahreszeit kommt die Doktorvisite beim 
Fort Pickens an Bord, und es können Schiffe nach erteilter Praktika gleich 
weiter nach der Stadt fahren. Auch Kapt. G. Koopmann erhielt im Monat 
Juli die Doktorvisite beim Fort Pickens und konnte gleich nach der Stadt fahren, 
da er von Mobile kam. Kapt. N. Elingius ankerte vor der Stadt, um die Visite
	        
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