1838
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910.
Pensacola.
Nach Konsulatsfragebogen Nr. 520 vom Mai 1898, Nr. 1361 vom Juli 1900; nach Fragebogen Nr. 921
und 1464 des Kapt. M. Reimers, S. »Elisabeth«, vom Januar 1899 und August 19C0; Nr. 2410 des
Kapt. F, Schäfer, D. »Pallanza«, vom Dezember 1902; Nr. 2769 des Kapt. G. Koopmann, D. »Asia«,
vom Juli 1903; Nr. 4427 des Kapt. N. Elingius, D. »Mendoza«, vom Februar 1908; Nr. 4598 des
Kapt. G. Bohndorf, S. »Hildegard«, vom Mai 1908, Ergänzt nach deutschen, amerikanischen und
englischen Quellen. Brit, Adm-Krt, Nr. 392, Gulf of Mexico; Nr. 1467, Cape San Blas to Vermilion
Bay; Nr. 2820, Entrance to Pensacola Bay, Letzte Veröffentlichung in »Der Pilote« Band I, S. 351.
Pensacola, einer der bedeutendsten Handelsplätze am Golf von Mexiko,
liegt an der Westseite der gleichnamigen Bucht, etwa 7!/, Sm innerhalb ihrer
Einfahrt. Nach Lotsenaussage können Schiffe bis zu 9.4 m Tiefgang zu jeder
Zeit unter normalen Verhältnissen über die Barre und bis zur Stadt hinauf
gelangen. Die geographische Lage des Leuchtfeuers von Pensacola nahe Fort
Barrancas an der Nordseite des Westendes der Pensacola-Bucht ist 30° 20’ 47” N-Br.
und 87°18’32” W-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt 4° O, die jähr-
liche Anderung ist gering.
Allgemeines. Die Pensacola-Bucht ist ein ausgedehntes Ästuarium von
etwa 12 Sm Länge in NO—SW-Richtung und durchschnittlicher Breite von
21/, Sm. Sie bildet einen der bedeutendsten Häfen der ganzen Golfküste der
Vereinigten Staaten, Die Bucht ist gut geschützt; sie ist beinahe überall vom
Lande eingeschlossen und bietet gute Ankerplätze. Nach See zu wird sie von
der 42 Sm langen Düneninsel Santa Rosa geschützt, die aber so schmal und
niedrig ist, daß bei starken südlichen Winden die See über sie hinwegspült.
Nördlich von dieser Insel führt eine etwa 30 Sm lange Wasserstraße nach Osten
und verbindet die Pensacola- mit der Choctawhatchee-Bucht; Schiffe von 4.6 m
Tiefgang können etwa eine Strecke von 13 Sm des westlichen Teiles, nur solche
von höchstens 1.5 m Tiefgang auch den östlichen Teil dieser Straße befahren.
Im Norden bilden die Escambia- und East-Bucht die Fortsetzung der Pensacola-
Bucht; sie können nur von kleineren Schiffen befahren werden.
Landmarken. Obwohl die Küste in der Umgebung von Pensacola keine
hervorragenden Landmarken aufweist, so bietet doch ihr ganzes Aussehen einen
Anhalt, um feststellen zu können, ob man sich westlich oder östlich der Einfahrt
zur Pensacola-Bucht befindet. Östlich von der Einfahrt zeigt die Santa Rosa-
Insel auf einer Strecke von 40 Sm weißen Sandstrand und niedrige, mit einzelnen
Bäumen bestandene Sandhügel; im Hintergrunde sind auf dem Festlande dichte
Waldungen, Westlich von der Einfahrt ist die niedrige Küste dicht bewaldet,
hat keine Lichtungen und nur sehr wenige Hügel. Auch das Lot gibt sehr
guten Anhalt. Die 18 m (10 Fad.) -Grenze geht Östlich von der Einfahrt viel
dichter an die Küste heran als westlich davon. Man kann darauf rechnen, wenn
man in mehr als 3 Sm Abstand von der Küste 18.3 m lotet, daß man sich vor
der Einfahrt befindet oder westlich davon steht. Beim Näherkommen ist die
Einfahrt zur Bucht leicht an dem Pensacola-Leuchtturm, der in der Nähe des
Barrancas-Forts steht, zu erkennen; auch Fort Pickens auf dem Westende der
Insel Santa Rosa und die Ruinen vom Fort Mc Ree an der Westseite der Ein-
fahrt bilden gute Landmarken. Als weitere Landmarken dienen drei rote, nicht
allzu hohe Küstenabhänge, die auf dem Festlande ungefähr gegenüber der Ein-
fahrt beieinander liegen, Eine gute Landmarke bildet auch infolge seiner eigen-
artigen Erscheinung der rötliche Küstenabhang an der Nordküste des westlichen
Endes der Santa Rosa-Insel. Zum Einsteuern über die Barre und hinauf zur
Stadt dienen Baken und Tonnen zur Orientierung. Bei Nacht bildet das Feuer
vom Pensacola-Leuchtturm eine gute Landmarke zum Ansteuern und die Feuer
auf den Baken Anhalt zum Einsteuern.
Ansteuerung. Die Ansteuerung von Pensacola bietet bei klarem Wetter
keine Schwierigkeit, Bei Nacht kann man das große Blinkfeuer von Pensacola
schon auf etwa 20 Sm Entfernung sehen, am Tage ist der kegelförmige, steinerne
Leuchtturm aus 17 Sm Abstand sehr gut auszumachen. Sichtet man den Turm
(oder das Feuer), so bringe man ihn in rw. 351° (mw. NzW!/W)-Peilung und
steuere so darauf zu, bis man die schwarz und weiß senkrecht gestreifte An-