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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910.
Wenn es gestattet ist, Stellung zu der anfangs erwähnten Studie des Herrn
Geheimrats Rottok zu nehmen, so ist es allerdings als »glücklicherweise« zu
bezeichnen, wenn sich die Marine noch ziemlich frei von Rechenknechten und
von Hilfsapparaten, wie z. B. der Peilscheibe, gehalten hat, Sieht man sich das
Bild einer solchen Peilscheibe auf S, 302, Bd. I des »Lehrbuchs der Navigation«
an, so ist schwer zu verstehen, wie man zur Lösung einfacher rechtwinkliger
Dreiecke einen solchen Apparat bauen konnte. Ist mit der zu lösenden Aufgabe
die Seekarte in Verbindung zu bringen, so wird selbstverständlich die Lösung
durch Zeichnung auch direkt in der Seekarte ausgeführt. Ohne Seekarte aber
sind die Hilfsmittel Transporteur, Maßstab, Zirkel, Dreieck häufig noch zu um-
ständlich, Ich möchte der Lösung durch Zeichnung eine Lösung derselben Auf-
gaben (auf S. 50 bis 54) durch den unentbehrlichen, allbekannten »Rechenknecht«,
die Grad- oder Strichtafel, gegenüberstellen. Zwar enthalten die Lehrbücher der
Navigation die Lösungen der meisten dieser Aufgaben; bei vielen Seeleuten findet
aber die Gradtafel noch nicht die ausgedehnte Verwendung, deren sie fähig ist.
Deshalb seien die folgenden Beispiele in Erinnerung gebracht.
Lösung rechtwinkliger Dreiecke,
Beispiel 1, 8. 50. «=40° d=—78Sm, gibt a = 45 Sm = Abstand beim Passieren.
<« b=— 5.4 8m = Distanz bis zum Passieren.
Beispiel 2, 8. 50, 51. d=75m a = 45Sm, gibt a = 359, somit Kurs S (30° 435°)0 = S65°0
<« b= 5.7 Sm = Distanz bis zum Passieren.
Beispiel 4, 8. 51. u=—60° b = 3.5 Sm, gibt a = 6.1 Sın = Querabstand.
Beispiel 6a, S. 52.
Lösung schiefwinkliger Dreiecke durch Koppelung.
Scheinbarer Weg S56°W 84 Sm, gibt b — 47.08 a = 69.6 W
Strom N45°W 725m, « b= 51N a= 51W
Wahrer Weg b= 41.95 a = (4.7 W
S61°W 85.5 Sm,
Wahrer Weg N 60°0 9.5 Sm, gibt b=—48Na2= 820
Entgegenges, scheinb. Weg S45°W 8.0Sm, « b= 578 a=57W
Strom b=—=0952=250
S70°0O 2.7 Sm.
Scheinb. Windrichtung und Stärke NNW 103m, gibt b=95N a = 39W
Entgegenges. Kurs und Fahrt SW 62m, « b= 445 a = 44W
Wahre Windrichtung und Stärke b=51Na=83W
N 58S°W 9.8 m = etwa NWzZW, Beaufort 6.
Lösung schiefwinkliger Dreiecke durch Zerlegung.
Hierher gehören die Fälle, wo gegeben sind eine Seite und zwei Winkel
(3 und 7a) oder zwei Seiten und ein gegenüberliegender Winkel (6c und 8). Die
Lösung ist nicht so klar und übersichtlich wie vorhin, aber immerhin noch ein-
fach genug.
Beispiel 3, Winkel zw. I. Plg. und Kurs « = 6%, Str. d = 4, gibt a ==3.9 b=1.0
8, 51, Winkel zw. beiden Peilungen x = 21, Str. a =—3.9, gibt b= 7.3 d,=5.2
d; =83
I. Abstand = 8.3 Sm, II. Abstand = 8.2 Sm.
Will man nur den zweiten Abstand erfahren, so wird das Schema
a — 6, Str. d= 4, a= 39 z= 21, Str... d = 832 Sm.
Beispiel 7a, Winkel zwischen Kurs Ihe Rs Br —
8.53. und scheinb. Windrichtung f * = 6 Str, d = 5, gibt a = 46 b=19
Winkel zwischen beid, Wind- F nn . nn —_Q:
Kehtunsen } x =3 Str. a= 46, gibt b= 69 dw =83
ds = 88
alco wahre Windstärke — 8.3 m, scheinbare Windstärke — 8.8 m.