Nathanson - Schott: Die ozeanographischen Verhandlungen zu Monaco usw. 221
Inseln, Flüsse und Seen sollen nachgetragen werden, unter Beisetzung der Namen
in feiner Schrift.
2. Getilgt werden die Angaben der Beschaffenheit des Meeresbodens, S0o-
weit die erste Auflage solche überhaupt enthielt. Thoulet wies auf die Un-
sicherheit dieser Angaben hin und darauf, daß die Karte eben doch nur eine
»bathymetrische« sein solle,
3. Am Rande jedes Blattes sollen die Quellen, die benutzt werden, und
das Datum des Abschlusses eingetragen werden,
4. Einige von Schott stammende und die Linienführung der Isobathen
an den Küsten und bei Untiefen oder Bänken betreffende Vorschläge fanden
Billigung, desgleichen sein Antrag, in bestimmten Fällen auch Lotungen ohne
Grundberührung, wie in den Seekarten gekennzeichnet, aufzunehmen,
5. Ein Katalog der Lotungen soll alljährlich veröffentlicht werden, in dem
die seit der Neuausgabe der Tiefenkarte bzw. seit dem Erscheinen des letzten
Katalogs bekannt gewordenen Tiefenmessungen vereinigt werden, so daß jeder
Interessent in der Lage ist, seine Karte auf dem laufenden zu halten. Den Mit-
gliedern der Konferenz wurde bereits ein stattlicher Band!) von Lotungslisten
überreicht, er enthält auch die Angabe der Quellen, die bei der ersten Auflage
der Karte benutzt wurden, sowie Nachträge und Korrekturen zu dieser Karte,
6. Vor dem Druck soll jedes einzelne Blatt der künftigen Neuauflage zur
Revision einigen Kommissionsmitgliedern vorgelegt werden, und zwar Schott
zur Prüfung der Isobathen, de Margerie hinsichtlich der Isohypsen und Supan
hinsichtlich der Benennung der Bodenformen,
Den Schluß der Verhandlungen bildete die Bekanntgabe von zwei Vor-
schlägen Petterssons; und zwar ging der eine Vorschlag dahin, einen Globus
im Maßstab von 1 : 20 Millionen mit Isobathen und Isohypsen herstellen zu lassen;
der andere Vorschlag war, im Sinne von Thoulet die Angaben der Boden-
beschaffenheit aus der großen Welttiefenkarte zwar wegzulassen, aber eine kleine,
im Umschlag des Kartenwerkes unterzubringende Karte der Bodensedimente anzu-
fertigen, und zwar sollte die Kolorierung entsprechend den natürlichen Farben
der frisch heraufgeholten Sedimente gehalten werden, etwa so, wie Schmelck
seine Karte der Bodenbeschaffenheit des europäischen Nordmeeres veröffentlicht
hat. Die Versammlung nahm mit Interesse von diesen Vorschlägen Kenntnis,
doch mußte bei der vorgerückten Zeit eine Erörterung dieser Pläne auf eine
andere Gelegenheit verschoben werden,
Meereskunde und Menschheit.)
Rede des Fürsten Albert von Monaco gelegentlich der Einweihung
des ozeanographischen Museums in Monaco am 29. März 1910.
Die Feier, die hier vor einer glänzenden Versammlung sich abspielt, ist
ein Beweis für den Fortschritt eines zwar noch jungen, aber im Bereiche der
Geisteswissenschaften schon fest gegründeten Forschungsgebietes. Die Meeres-
kunde zieht in dieses Palais ein, dem der Architekt den Stempel genialer Ge-
staltungskraft aufgedrückt hat, und bei dessen Herstellung die zwei Triebkräfte
der Zivilisation, Kunst wie Wissenschaft, in gemeinsamer Arbeit bereits sich
betätigt haben. .
Die Ozeanographie besitzt jetzt Schiffe, um die Tiefen des Weltmeeres zu
erkunden, Gelehrte, um seine Reichtümer zu heben, Lehrkanzeln, um Schüler
und Meister heranzubilden und derart eine immer wachsende Ausbreitung sich
1) Cabinet seientifique de S. A. S. le Prince de Monaco: carte generale bathymetrique des
oc6ans. Listes pour chaque feuille. 325 Seiten. Paris 1910, N
2) Dieser Titel für die Rede des Fürsten stammt vom Übersetzer; er dürfte dem Grundzuge
der Ansprache entsprechen. Die Übersetzung ist ganz frei gehalten, auch sind einige kleine Weg-
Jassungen erfolgt.