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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans, 11 
hohen Temperaturen noch angedeutet. Etwas anders auf südlicher Breite: da 
ist der thermische Gegensatz zwischen Aquator und subtropischen Breiten im 
Bereich des westlichen . Viertels des Ozeans, also in den Gewässern vor der Ost- 
küste Australiens bis zu den Tonga-Kermadec-Inseln noch unverkennbar; unter 
dem Äquator sind Wärmegrade von 5° oder 6° gewesen, innerhalb des Bismarck- 
Archipels einmal sogar 4,8°, von 20° bis 35° S-Br. jedoch Wärmegrade von durch- 
weg 7°, 8° und etwas darüber, In den übrigen drei Vierteilen des südpazifischen 
Ozeans ist aber die Wärmeanordnung normal wie im. nordpazifischen, wir beob- 
achten eine. langsame, regelmäßige. Temperaturzunahme von rund. 3° (Kap 
Horn-Breite) bis etwa 5,5°, der Mitteltemperatur des äquatorialen Tiefenwassers. 
Das gleiche Bild in den wesentlichen Zügen bieten noch die Karten für 
1000 m und 1500 m Tiefe. (Taf. 7 u, 8.) Denn es herrscht ein allmäh- 
liches, geringes Temperaturgefäll vom Aquator sowohl nach Norden wie nach 
Süden hin; an und für sich ist also offenbar von diesem Niveau ab die .Bahn 
frei für einen 'arktischen und antarktischen, horizontal ‚zum Aquator ge- 
richteten Unterstrom; als arktische Gewässer wären dabei nur. das Ochots- 
kische und in gewissem Sinne das Bering-Meer in das Auge zu fassen. Ein Rest 
der subtropischen Warmwasserzone ist auf südlicher Breite noch vorhanden und 
dehnt sich .im Niveau ‚von 1000 m zwischen 25°. und 45° S-Br. östlich. von 
Australien, nördlich von Neuseeland aus, der relative Wärmeüberschuß dürfte 
nur 1° (5.5° gegen 4.5°) im Durchschnitt betragen. In der Tiefe von 1500 m 
ist mit Sicherheit nichts mehr davon nachweisbar, und’ der allgemeine Ausgleich 
der Temperaturen ist dort schon so weit vorgeschritten, daß im ganzen Bereich 
der Karte lediglich Werte zwischen 2°: und 4° beobachtet. sind, von einigen 
Messungen zwischen 1° und 2° bei den Kurilen abgesehen. . 
In 2000 m Tiefe (Taf. 9) beläuft sich die. Amplitude der geographischen 
Verschiedenheiten der. Tiefseetemperaturen gar nur noch auf rund 1.5°;. un- 
geheure Flächen weisen keine anderen Zahlen. als 2.0° bis 2,8° auf;- eine Gleich- 
Förmigkeit, die‘ - 
in 83000 m Tiefe (Taf, 10) auf 1° Amplitude sich steigert; .die absoluten 
Werte gehen von 1.6° bis etwa 2.6°. Damit haben wir zugleich schon ein Tiefen- 
niveau erreicht, das über erheblichen Flächen des Stillen Ozeans nicht mehr 
vorhanden ist, Die Besonderheiten der Bodengestaltung beginnen sich bemerkbar 
zu machen, noch mehr in 4000 m Tiefe (Taf. 11). In. einem zwischen den Fidji- 
Inseln. und Neuseeland vom offenen. Meer abgeschnürten Becken herrscht von 
3000 m ab Homothermie, die Temperatur bleibt daselbst bis zum Grunde etwa 
2.2°%, während draußen noch eine weitere Abnahme um etwa einen halben Grad 
erfolgt. - 
Am Boden (Taf, 12) ist die Temperierung des pazifischen . Wassers ganz 
ungeheuer einförmig und eintönig. Zwischen 1.6° und 1.9° liegen alle für etwa 
80 °% des ganzen Areals geltenden Beobachtungen der Grundtemperatur;. nur die 
australischen Gewässer vom Bismarck-Archipel ab südostwärts bis zu den Samoa- 
Tonga-Inseln einerseits, den Kermadec-Inseln und Neuseeland anderseits. bringen 
es, abgesehen von einer sehr tiefen und darum normal temperierten Rinne dicht ent- 
lang‘ der Ostküste Australiens, auf Bodentemperaturen von etwas über 2°. Und 
ähnliche Werte scheinen auch an der zentralamerikanischen Küste :bis' zu den 
Galapagos’ hin vorzuherrschen. Aber im übrigen finden wir, wie gesagt, eine 
beispiellose. Eintönigkeit, ganz im Gegensatz zu den Verhältnissen im Atlantischen 
Ozean; der daselbst so wichtige und ‚durchgreifende Unterschied der Boden- 
temperaturen des Brasilianischen.. Beckens von denen des Westafrikanischen 
Beckens fehlt hier, in den riesigen flachen Mulden .und Ebenen des Pazifischen 
Meeres, vollkommen. Vi . x 
Auch die polaren Grundtemperaturen des Stillen Ozeans auf nördlicher 
Breite haben einen anderen. Charakter.. als die ‚des Atlantischen Ozeans. Die 
tiefen Teile des Bering-Meeres ‚erscheinen unbeeinflußt von dem nördlichen Eis- 
meerbecken ‚und: treten daher mit. derselben Bodenwärme auf, die dem -benach- 
barten offenen Ozean zukommt, nämlich + 1.7°, Für das Ochotskische und das 
Japanische‘ Meer sind’ nirgends, auch bei Makaroff-nicht, brauchbare Bodentem-
	        
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