Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans, 11
hohen Temperaturen noch angedeutet. Etwas anders auf südlicher Breite: da
ist der thermische Gegensatz zwischen Aquator und subtropischen Breiten im
Bereich des westlichen . Viertels des Ozeans, also in den Gewässern vor der Ost-
küste Australiens bis zu den Tonga-Kermadec-Inseln noch unverkennbar; unter
dem Äquator sind Wärmegrade von 5° oder 6° gewesen, innerhalb des Bismarck-
Archipels einmal sogar 4,8°, von 20° bis 35° S-Br. jedoch Wärmegrade von durch-
weg 7°, 8° und etwas darüber, In den übrigen drei Vierteilen des südpazifischen
Ozeans ist aber die Wärmeanordnung normal wie im. nordpazifischen, wir beob-
achten eine. langsame, regelmäßige. Temperaturzunahme von rund. 3° (Kap
Horn-Breite) bis etwa 5,5°, der Mitteltemperatur des äquatorialen Tiefenwassers.
Das gleiche Bild in den wesentlichen Zügen bieten noch die Karten für
1000 m und 1500 m Tiefe. (Taf. 7 u, 8.) Denn es herrscht ein allmäh-
liches, geringes Temperaturgefäll vom Aquator sowohl nach Norden wie nach
Süden hin; an und für sich ist also offenbar von diesem Niveau ab die .Bahn
frei für einen 'arktischen und antarktischen, horizontal ‚zum Aquator ge-
richteten Unterstrom; als arktische Gewässer wären dabei nur. das Ochots-
kische und in gewissem Sinne das Bering-Meer in das Auge zu fassen. Ein Rest
der subtropischen Warmwasserzone ist auf südlicher Breite noch vorhanden und
dehnt sich .im Niveau ‚von 1000 m zwischen 25°. und 45° S-Br. östlich. von
Australien, nördlich von Neuseeland aus, der relative Wärmeüberschuß dürfte
nur 1° (5.5° gegen 4.5°) im Durchschnitt betragen. In der Tiefe von 1500 m
ist mit Sicherheit nichts mehr davon nachweisbar, und’ der allgemeine Ausgleich
der Temperaturen ist dort schon so weit vorgeschritten, daß im ganzen Bereich
der Karte lediglich Werte zwischen 2°: und 4° beobachtet. sind, von einigen
Messungen zwischen 1° und 2° bei den Kurilen abgesehen. .
In 2000 m Tiefe (Taf. 9) beläuft sich die. Amplitude der geographischen
Verschiedenheiten der. Tiefseetemperaturen gar nur noch auf rund 1.5°;. un-
geheure Flächen weisen keine anderen Zahlen. als 2.0° bis 2,8° auf;- eine Gleich-
Förmigkeit, die‘ -
in 83000 m Tiefe (Taf, 10) auf 1° Amplitude sich steigert; .die absoluten
Werte gehen von 1.6° bis etwa 2.6°. Damit haben wir zugleich schon ein Tiefen-
niveau erreicht, das über erheblichen Flächen des Stillen Ozeans nicht mehr
vorhanden ist, Die Besonderheiten der Bodengestaltung beginnen sich bemerkbar
zu machen, noch mehr in 4000 m Tiefe (Taf. 11). In. einem zwischen den Fidji-
Inseln. und Neuseeland vom offenen. Meer abgeschnürten Becken herrscht von
3000 m ab Homothermie, die Temperatur bleibt daselbst bis zum Grunde etwa
2.2°%, während draußen noch eine weitere Abnahme um etwa einen halben Grad
erfolgt. -
Am Boden (Taf, 12) ist die Temperierung des pazifischen . Wassers ganz
ungeheuer einförmig und eintönig. Zwischen 1.6° und 1.9° liegen alle für etwa
80 °% des ganzen Areals geltenden Beobachtungen der Grundtemperatur;. nur die
australischen Gewässer vom Bismarck-Archipel ab südostwärts bis zu den Samoa-
Tonga-Inseln einerseits, den Kermadec-Inseln und Neuseeland anderseits. bringen
es, abgesehen von einer sehr tiefen und darum normal temperierten Rinne dicht ent-
lang‘ der Ostküste Australiens, auf Bodentemperaturen von etwas über 2°. Und
ähnliche Werte scheinen auch an der zentralamerikanischen Küste :bis' zu den
Galapagos’ hin vorzuherrschen. Aber im übrigen finden wir, wie gesagt, eine
beispiellose. Eintönigkeit, ganz im Gegensatz zu den Verhältnissen im Atlantischen
Ozean; der daselbst so wichtige und ‚durchgreifende Unterschied der Boden-
temperaturen des Brasilianischen.. Beckens von denen des Westafrikanischen
Beckens fehlt hier, in den riesigen flachen Mulden .und Ebenen des Pazifischen
Meeres, vollkommen. Vi . x
Auch die polaren Grundtemperaturen des Stillen Ozeans auf nördlicher
Breite haben einen anderen. Charakter.. als die ‚des Atlantischen Ozeans. Die
tiefen Teile des Bering-Meeres ‚erscheinen unbeeinflußt von dem nördlichen Eis-
meerbecken ‚und: treten daher mit. derselben Bodenwärme auf, die dem -benach-
barten offenen Ozean zukommt, nämlich + 1.7°, Für das Ochotskische und das
Japanische‘ Meer sind’ nirgends, auch bei Makaroff-nicht, brauchbare Bodentem-