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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Nathansohn - Schott; Die ozeanographischen Verhandlungen zu Monaco usw. 219 
sonders eingehende ozeanographische Untersuchung des Mittelmeeres eine sichere 
Grundlage für die‘ spätere Ausarbeitung der Einzelheiten des Untersuchungs- 
programms zu schaffen. 
Am 1. April trat unter Anwesenheit einer Anzahl von Mitgliedern der 
Mittelmeerkommission die erwähnte Konferenz der Directoren zusammen, die 
ein inzwischen ausgearbeitetes detailliertes Arbeitsprogramm diskutierte und ge- 
nehmigte; die einzelnen Stationen sollen sich später nach reiflicher Erwägung 
der Einzelheiten darüber aussprechen, welchen Teil sie mit den ihnen zur Ver- 
fügung stehenden Mitteln auszuführen imstande sind. 
II. Die Kommission für den Atlantischen Ozean, 
Es waren behufs Teilnahme an den Verhandlungen anwesend der Fürst 
von Monaco und folgende 18 Herren: M, W. E. Archer-London (8, oben S. 218); 
Prof, Berget-Paris, der das Protokoll führte; J. Y. Buchanan aus Cambridge; 
Prof. Guido Cora-Rom; Kommandeur C. F. Drechsel, Generalsekretär der inter- 
nationalen Vereinigung zur Erforschung der nordwesteuropäischen Meere, Kopen- 
hagen; Kommandant A. de Gerlache-Brüssel; Kapt,z. S. Giavotto-Genua; Prof. 
N. M. Knipowitsch - St. Petersburg; Prof, O. Krümmel-Kiel; Dr. Hugh Robert 
Mill-London; Prof. Dr. A. Nathansohn-Leipzig; Kapt. z. 5. Navarette-Madrid; 
Prof. A. Penck-Berlin; Prof. O. Pettersson, Bornö-Station, Schweden, der 
Vizepräsident der internationalen Vereinigung zur Erforschung der nordwest- 
europäischen Meere; Prof. G. Platania-Catania; Prof. J. Thoulet-Nancy; Prof, 
G. Schott-Hamburg; Prof, D. Vineiguerra-Rom, und Baron F, v. Wrangel- 
St. Petersburg. 
Es kamen zunächst die zwei Herren, die in Genf den Antrag auf inter- 
nationale Erforschung der atlantischen Gewässer gestellt hatten, zum Wort; 
Pettersson mit einer Darlegung der allgemeinen Gesichtspunkte, Schott, indem 
er an der Karte die in Aussicht zu nehmenden Schnittlinien nach ihrer ver- 
schiedenen ozeanographischen Bedeutung erörterte und auch auf die Art und 
Weise, wie wohl die beabsichtigten Terminfahrten technisch-praktisch auszuführen 
seien, einging. Es herrschte Übereinstimmung darüber, daß die vorgeschlagenen 
Untersuchungen!) äußerst nützliche, ja notwendige seien, und eine naturgemäße 
Fortsetzung und Ausdehnung der westeuropäischen Terminfahrten 7 darstellen 
würden, sowohl im Interesse der Fischereien, als auch im Hinblick auf allgemeine 
klimatologische, neuerdings vielfach behandelte Fragen; man war sich aber auch 
klar darüber, daß das Unternehmen ein außerordentlich großes sein würde und 
schwieriges, selbst wenn man von vornherein auf eine ähnlich straffe, zentrale 
Organisation verzichte, wie sie durch das Kopenhagener Zentralbureau und die 
gesamte feste Vereinigung der beteiligten Staaten für die nordwesteuropäischen 
Meeresgebiete bereits erreicht sei. Man beschloß, den Südatlantischen Ozean 
zunächst außer Betracht zu lassen, alle Versuche also auf den Nordatlantischen 
Ozean zu konzentrieren, in welchem 4 bzw. 5 Linien die wichtigsten sein würden: 
von der Nordsee nach Island bzw. Südgrönland; vom Englischen Kanal nach der 
Ostküste Nordamerikas (tunlichst über die Neufundlandbank); von der Gibraltar- 
Straße nach der Ostküste Nordamerikas, vom Englischen Kanal nach dem Aquator 
oder Kap San Roque, und endlich (eventuell) vom Kap San Roque nach der Ost- 
küste Nordamerikas, Man beschloß weiter, daß die wissenschaftlichen Arbeiten 
an den einzelnen Stationen -— unbeschadet einzelner Ausnahmen — im allgemeinen 
nur bis auf etwa 1000 m im Maximum hinabzuführen seien, daß die Mitgabe von 
Spezialisten, falls Handelsdampfer zu gewinnen sind, unerläßlich sei, und daß die 
Planktonforschung ganz besondere Pflege zu finden habe; letztgenannter Punkt 
wurde mehrfach vom Fürsten und auch von Nathansohn hervorgehoben, 
Die Hauptschwierigkeit, über die eingehende Erörterungen stattfanden, liegt 
begreiflicherweise in der Frage: Welche Fahrzeuge können benutzt werden? Da 
viermal im Jahre in tunlichst gleichen. Zeitabständen die Aufnahmen stattfinden 
müßten, empfiehlt es sich, zunächst noch nicht an die Beteiligung von Kriegs- 
ı) Man vgl. hierzu wiederum diese Zeitschrift 1908, S. 401 ££.
	        
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