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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910. 
Die Tabelle läßt erkennen, daß mit Ausnahme der Breitenzone 5 bis 13° N 
überall die Windrichtungen in der Höhe keineswegs die große Stetigkeit auf- 
weisen wie der Passat unten; es wurden vielmehr in derselben Schicht sehr ver- 
schiedene Richtungen beobachtet und, wie aus Tabelle 4 hervorgeht, auch sehr 
verschiedene Geschwindigkeiten. Das läßt sich auch nicht etwa auf den Einfluß 
der Jahreszeit zurückführen, denn sowohl Winter und Frühling als Sommer und 
Herbst zeigen dieselbe Erscheinung. Ja es wurde sogar, entgegen dem, was man 
nach unserem bisherigen Wissen erwarten mußte, das niedrigste Herabreichen 
südwestlichen Windes über dem Passat an seiner Nordgrenze nicht im Winter, 
sondern im September beobachtet (Aufstieg Nr. 6). Natürlich ist das nur dem 
Zufall und der geringen Zahl der Beobachtungen zuzuschreiben, aber es beweist, 
alles zusammen, eine unerwartet große Veränderlichkeit der Luftströmungen über 
dem Passat, die die Sammlung eines viel größeren Materials nötig macht, ehe 
man allgemeine Gesetze aus demselben ableiten darf. In Mitteleuropa liegt die 
Sache bekanntlich anders: die auch hier nach oben abnehmende Häufigkeit der 
Ostwinde bewirkt es, daß die hier vorwaltende westliche Richtung in der Höhe 
viel stärker ausgeprägt ist als am Erdboden, 
Nur in dem Breitengürtel zwischen 5 und 14° N wurden überhaupt keine 
westlichen Luftströmungen über dem Passat beobachtet; aber auch in der ganzen 
Zone von da bis 15° S-Br. waren sie sehr selten und kamen sie nur in Höhen von 
2 km an vor, während sie weiter vom Äquator als 13° N und S schon von 1 km 
an zu finden waren. Zwischen 5 und 13° N reichte keiner der Aufstiege erheblich 
über 2!/, km hinaus. 8, M. S. »Planet« fand auch in diesen Breiten in der Höhe 
westliche Winde an, nämlich in 11°N unten NO, in 1500 m SzW, in 4000 m W 
und in 8°N unten SSO, in 3000 m Stille, in 8000 m W. 
Um zu einer klareren Übersicht zu gelangen, wollen wir drei Typen von 
Aufstiegen unterscheiden: a) diejenigen, bei denen Winde mit westlicher Komponente 
über den unteren östlichen gefunden wurden, b) diejenigen, bei denen bis zu oberst 
nur Winde mit östlicher Komponente angetroffen wurden, obwohl der Ballon 
mindestens bis zu 3 km Höhe beobachtet wurde, und c) diejenigen, bei denen 
über östlichem unteren Winde in 3 bis 4 km Höhe annähernd meridionale Wind- 
richtung (aus S oder N) herrschte. In Tabelle 6 sind diese 34 Aufstiege in ab- 
gekürzter Form zusammengestellt, und zwar wiederum sowohl in der Berechnung 
nach der ersten wie in der nach der zweiten Formel, Die Windrichtungen sind, 
um die Statistik übersichtlicher zu machen, nach den acht Hauptstrichen zu- 
sammengefaßt und die Zahlen etwas abgerundet. Die unter N aufgeführten Winde 
an der Meeresfläche hatten sämtlich eine kleine östliche Komponente, 
Tabelle 6. 
Nr. | Breite 
280 X 
220 N 
4} 
« 
18° N 
% 
16° N 
32 
15° N 
> 
49 
N 
8 
0 
nn 
nn Höhe in Kilometern 
0 ‘ 05 1 15 | 2 25 
3 
{. Westliche Winde über östlichen. 
am 1818W 24 SW 
SW L07SW 10} 
N ? N 3,N 5 
; X 3 SW 4 
SW 6 
0 {8° / 
4 259 SW WO 
xo6{39 35 UM 
so3[S0 380 00 
N 
Wr 
W 
NW 
NO 
NW 
S 
NO 83 
Ww 
19 
| 
fo 60 80 
03190 50 6N 
9 
5 
N 8iW 5:NO 10 SW 1C 
N 3i85W 10lS8SW 8SIO A
	        
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